Buchwissenschaft
print


Navigationspfad


Inhaltsbereich

Lehrveranstaltungen Wintersemester 2014 / 2015

Nicola Bardola

Öffentlichkeitsarbeit und Debatten im Kinder- und Jugendbuchmarkt

14-tägig, Mi 14 - 16 Uhr

Die Kinder- und Jugendliteratur (KJL) ist nach der Belletristik die wichtigste Gattung der Buchindustrie mit stetig steigenden Zahlen. Sie präsentiert sich attraktiv und innovativ. Das Seminar soll Ihnen einen Einblick in die Arbeitsweise bei der Vermittlung wichtiger Bücher und Trends geben. Wie arbeiten Pressestellen, Marketing und Vertrieb insbesondere bei der Vermittlung von Bilderbüchern, Erstlesebüchern und „junger Belletristik“? Wie wird „Social Media“ eingesetzt? Wie reagiert die Literaturkritik? Wie präsentieren sich Multiplikatoren der KJL im digitalen Zeitalter? Auch Praxisarbeit wird Bestandteil des Seminars sein, u.a. der Relaunch des Webauftritts einer Fachzeitschrift.


Thomas Bez / Jens Klingelhöfer
Zwischenbuchhandel

Blockseminar

Der Zwischenbuchhandel war lange eine „Black Box“, von der man nur wusste, dass sie funktioniert, aber selten eine Ahnung davon hatte, wie sie funktioniert. Deshalb hat der Ausschuss für den Zwischenbuchhandel das „ABC des Zwischenbuchhandels“ (nunmehr in der 7. Auflage) herausgegeben.

Ohne einen funktionierenden Zwischenbuchhandel wäre es nicht möglich, eine halbe Million Titel über Nacht zu besorgen, um damit ein Ziel der Preisbindung in Deutschland und Österreich zu erfüllen, nämlich Bücher überall schnell und zum gleichen Preis erwerben zu können.

Die Referenten beschäftigen sich nicht nur mit Geschichte und Gegenwart, sondern auch mit der Zukunft des Zwischenbuchhandels im „digitalen Zeitalter“, denn wie der gesamte Buch- und Pressehandel muss sich auch der Zwischenbuchhandel neu strukturieren, um auch in Zukunft eine zentrale Rolle im Handel mit Verlagserzeugnissen/Medienprodukten zu spielen.


Dr. Sandra Ebert
Markt- und Werbepsychologie

Blockseminar

Verlage stehen heute vor der Herausforderung, sich auf einem Markt behaupten zu müssen, der einerseits von starken Sättigungserscheinungen und andererseits von starken Veränderungen durch technologische und gesellschaftliche Umbrüche gekennzeichnet ist. Traditionelle Marketingmethoden zeigen hier immer öfter nicht mehr den gewünschten

Erfolg. Einen Ausweg bietet die Markt- und Werbepsychologie. Sie stellt den Verlagen ein Bündel an Möglichkeiten zur Verfügung, um auf schwierigen Märkten erfolgreich agieren zu können.

Das Seminar verfolgt zwei Ziele:

1. Bei den Studentinnen und Studenten ein Bewusstsein für die psychologischen Mechanismen zu schaffen, die häufig hinter Verhalten und Wahrnehmung der Buchkäufer stehen und

2. das für das Verlagswesen relevante markt- und werbepsychologische Grundwissen praxisnah und anwendungsbezogen zu vermitteln, so dass das Erlernte später auch im beruflichen Alltag sicher eingesetzt werden kann.

Zahlreiche Übungen, Praxisarbeiten und anschauliche Beispiele sind

deshalb fester Bestandteil des Seminars.Themen werden unter anderem sein: Psychologische Abläufe beim Konsumenten, Wahrnehmung (z.B. wahrnehmungspsychologisch sinnvolle

Buchgestaltung), markt- und werbepsychologisch ausgerichtete Marketing-Mix-Instrumente, Markenbildung, Zielgruppenanalyse etc.


Bernhard Fetsch
Marketing und Vertrieb I

Blockseminar

Inhalt: Was meinen die deutschen Publikumsverlage, wenn sie von “Marketing” sprechen? Dieses Seminar vermittelt in einer abwechslungsreichen Mischung die theoretischen Grundlagen und zeigt, wie diese heute in der Praxis umgesetzt werden.

Lernziel: Vermittlung der Grundlagenkenntnisse zu Produktgestaltung, Preisfindung, Kommunikation und Distribution samt einem Exkurs zum Thema Marke. Ausgehend von zeitgemäßen Ansätzen der Zielgruppenbeschreibung wird die Analyse des Kundenverhaltens und der Marktentwicklung erarbeitet.

Erkenntnis des Seminars wird auch sein, wie Marketing die Abläufe eines Verlages zugleich steuert und grundlegend verändert: bisher bekannte Abläufe, Berufsbilder und Arbeitsweisen sind zu überdenken, um als Publikumsverlag auch in Zukunft erfolgreich zu bestehen.


Bernhard Fetsch
Verlagsmanagement

Blockseminar

Was bedeutet Verlagsmanagement angesichts der Umbrüche der letzten Jahre, teils auch nur Monate? Wie „managt“ man einen Verlag? Was bedeutet hier Führung und Unternehmertum? Was sind die Teilbereiche des Verlagswesens? Welche Sparten - auch jenseits des Buchbereiches - sollte man dabei vor Augen haben? Und welchen Einfluss hat speziell die Digitalisierung auf Geschäftsmodelle, Inhalte und Produktform?

Im Praxisblock werden use cases zur Bearbeitung stehen, anhand derer die erworbenen Kenntnisse angewandt und vertieft werden.


Dr. Johannes Frimmel
Aktuelle Forschungsfragen

Do 12 - 14 Uhr

Das Forschungsseminar richtet sich an BA-Buchwissenschaftler, die ihre Abschlussarbeit vorbereiten. In diesem Seminar werden Forschungsthemen, Methodik und Aufbau der Arbeiten erörtert, wobei die Teilnehmer die wissenschaftlichen Exposés für angemeldete Abschlussthemen zur Diskussion stellen. Zusätzlich werden ausgewählte relevante wissenschaftliche Neuerscheinungen vorgestellt.


Dr. Johannes Frimmel
Lektürekurs 1

Do 16-18 Uhr

Im Lektürekurs werden Grundlagenwerke und Neuerscheinungen aus dem Themenfeld der Buch- und Medienforschung vorgestellt und kritisch diskutiert. Darüber hinaus werden für ausgewählte Bücher Literaturkritiken bzw. wissenschaftliche Rezensionen geschrieben. Ziel des Kurses ist es, die Fähigkeit zu verbessern, mit wissenschaftlicher Literatur umzugehen.


Dr. Johannes Frimmel
Oberseminar für MA-Studierende (MA Verlagspraxis, MA Buch- und Medienforschung)

Mi 12-14 Uhr

Das Oberseminar richtet sich an Studierende beider MA-Studiengänge Buchwissenschaft (Buch- und Medienforschung und Verlagspraxis) im fortgeschrittenen Semester, die unmittelbar vor der Anmeldung zu ihrer MA-Arbeit stehen. Im Seminar werden mögliche wissenschaftliche Fragestellungen für eine MA-Arbeit ebenso entwickelt und diskutiert wie Forschungsansätze, Forschungsmethoden und Theorien. Die Teilnehmer haben die Gelegenheit, ihre Themen in der Gruppe zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Anmerkung: Eine Prüfung im Oberseminar ist erst in dem Semester zu erbringen, in dem auch die Masterarbeit verfasst wird (i.d.R. im vierten Semester).


Ina Fuchshuber
E-Publishing

14-tägig, Do 16 - 18 Uhr

Die digitale Revolution ist da und ermöglicht neue Geschäftsmodelle, stellt aber auch viele Paradigmen in der Verlagswelt auf den Kopf.
Plötzlich sind Autoren, Verlage und Händler Konkurrenten, links und recht wird an den Margen gezerrt, Taschenbücher werden von eBooks substituiert und gleichzeitig sollen die Verlage innovativ neue Produktformen entwickeln und investieren.
Welche Trends heute wichtig sind, welche Produkte, Geschäftsmodelle und Ökosysteme viel versprechend , was Big Data und Discoverability für das digitale Geschäft bedeuten und noch mehr erfahren und erarbeiten Sie in diesem Seminar.
Wir werfen gemeinsam einen Blick auf die Verlagswelt 2014 und

  • den eBook-Markt im Jahr 2014
  • digitale Produktformen, ihre Entwicklung und Marktchancen,
  • den Vertrieb digitaler Produkte und worauf es dabei ankommt (Stichworte: Discoverability, Mobile Publishing, Ökosysteme, Preismarketing),
  • den Selfpublishing-Markt und seine Implikationen für Verlage, Händler und Autoren

und

  • machen einen kleinen Exkurs ins Innovationsmanagement.

Mit den Studierenden gemeinsam werden Produktideen erarbeitet, Fallstudien erstellt und sie können selbst auch Themenvorschläge einbringen; aktuelle Fallbeispiele sind fester Bestandteil des Seminars.


PD Dr. Wilhelm Haefs
Exilliterarische Institutionen

Mi 12-14 Uhr

Der Exodus einiger tausend Intellektueller (darunter 2000 Schriftstellerinnen und Schriftsteller) aus Deutschland und Österreich seit Februar/März 1933 bedeutete eine in der Geschichte der modernen Zivilisation beispiellose Vertreibungs- und Fluchtgeschichte und damit eine Zäsur: Während im nationalsozialistischen Deutschland die ‚Gleichschaltung‘ der Kultur über ihre Institutionen erfolgte (unter dem zentralen Dach der Reichskulturkammer), mussten in den Exilländern Institutionen und Medien der literarischen Kommunikation teils neu geschaffen werden, um publizieren, transnational kommunizieren und Strategien im Kampf gegen den Nationalsozialismus entwickeln zu können. Dabei ist erstaunlich, welches Maß an Produktivität und welche institutionelle und mediale Vielfalt angesichts der existentiellen Schwierigkeiten, der Sprach- und Identitätsproblematik, der zeitweiligen Permanenz der Flucht und der ökonomischen Probleme im Exil verwirklicht wurden.

Im Seminar soll ein Überblick über die Institutionen- und Kommunikationsgeschichte des (literarischen) Exils gegeben werden. Es geht um: Autorrollen, Schriftstellervereinigungen (v.a. „Schutzverband deutscher Schriftsteller“), kulturelle Exilorganisationen, kulturstiftende Antworten auf die Bücherverbrennungen vom Mai 1933 („Deutsche Freiheitsbibliothek in Paris), Verlage (u.a. Querido und Allert de Lange in den Niederlanden, Oprecht in der Schweiz, Bermann-Fischer in Wien und Stockholm, Editions du Carrefour in Paris, El Libro Libre in Mexico), Buchgestalter (u.a. Georg Salter, Henri Friedländer, Paul Urban, John Heartfield), das Antiquariatswesen (u.a. die Firma Rosenthal), Zeitungen und Zeitschriften (u.a. „Pariser Tageblatt“, „Die Sammlung“, „Das Wort“), Rundfunk (v.a. BBC mit der Sendereihe „Deutsche Hörer“ von Thomas Mann).


PD Dr. Wilhelm Haefs
Grundlagen der Buchhandels- u. Verlagsgeschichte

Mo 12-14 Uhr

Die VL führt in die Geschichte des Buchhandels- und Verlagswesens im deutschsprachigen Raum von seinen Anfängen (hier vom Übergang von der Handschriftenkultur zum Buchdruck im 15. Jh.) bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs mit seinen Folgen ein. Es gilt die wichtigen Entwicklungsphasen, Innovationen und Zäsuren im Buch- und Verlagswesen darzustellen, die Herausbildung von buchhändlerischen Handelsmodellen und Geschäftsusancen aufzuzeigen und am Beispiel von einzelnen Verlagsfirmen zu verifizieren. Einen wichtigen Stellenwert nehmen die Ausgangsbedingungen für die allmähliche Entstehung des Urheberrechtsgedankens im ausgehenden 18. Jahrhundert sowie der wirkungsmächtige Modernisierungs- und Professionalisierungsprozess ein, den die Verlagsbranche im 19. und 20. Jh. durchlaufen hat (bspw. Gründung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Entstehung von Bahnhofs-, Reise- und Warenhausbuchhandel). Ein weiterer Blick richtet sich auf die Entwicklung der Verlagsbranche vor dem Hintergrund der hochvirulenten wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Diskurse und rechtlichen Rahmenbedingungen in den Jahren der Weimarer Republik und während des Nationalsozialismus. Abschließend gilt es, die Nachkriegsjahre (Wiederaufbau des Buchhandels, Gründung der “Rowohlts Rotations Romane” und der ersten Taschenbuchreihen, literarische Institutionen, Anfänge der Gruppe 47 etc.) wenigstens zu skizzieren.


Dr. Harald Henzler
Projekt zur Marktforschung

Blockseminar

Die Medienlandschaft existiert schon längst nicht mehr in den Grenzen der Verlagswelt. Jeder Leser ist auch Autor und damit Produzent. In diesem Projekt soll mit praktischen Übungen gezeigt werden, wie man einen Einblick in den Markt erhält. Denn für Medienunternehmen gilt es ja nach wie vor, dass sie Geld verdienen wollen. Sie müssen den Markt und seine Kunden also richtig einschätzen, um das passende Geschäftsmodell für ihr Unternehmen daraus abzuleiten.


Fabian Kern
Online-Buchhandel

Blockseminar

Online-Handel und eCommerce haben seit dem Durchbruch des Internet die Wirtschaft so sehr verändert, dass kaum eine Rahmenbedingung des ökonomischen Handelns unberührt geblieben ist. Auch der Buchhandel ist, wenn auch mit gewissem Zeitverzug gegenüber anderen Branchen, von diesen tiefgreifenden Umwälzungen betroffen – denn neben einem neuen Vertriebsweg entwickeln sich auch zahlreiche neue Konkurrenten, die das Geschäftsmodell der Branche grundlegend verändern. Stellt die Online-Welt den traditionellen Buchhandel in Frage? Oder stehen wir vor einer Transformation, die am Ende mehr Chancen als Gefahren bietet? Im Seminar wollen wir diesen Fragen anhand eines aktuellen Blicks in den Markt diskutieren, unter anderem mit folgenden Aspekten:

  • Rahmenbedingungen des Online-Buchhandels: neue Konkurrenten, neue Chancen
  • eBooks als zentraler Faktor: Digitales Lesen vs. Online-Verkauf von Print-Titeln
  • Internationale Player und deutsche Plattformen: Who is who in der Online-Welt
  • Vermarktung im Web: neue Channels, neue Herausforderungen
  • Discoverability: Sichtbarkeit und Reichweite als die neue Währung

Stephan Kilian
Mediennutzungs- und Leserforschung

Mi 18 - 20

Abgestimmt auf das Modul P6 (Theorien und Methoden der empirischen Sozialforschung) werden hier konkrete Studien zur Offline- und Onlinemediennutzung durchgesehen und auf die praktische Verwertbarkeit geprüft. Dabei werden die Unterschiede zwischen beruflicher Lektüre (in Fachmedien) und privaten Lesegewohnheiten genauso betrachtet wie die Herausforderung bei der Umsetzung der Erkenntnisse in konkrete Verlagsprodukte und -angebote.


Andreas Kurzal
Markt- und Werbepsychologie in der Buchbranche

Mi 18 - 20 Uhr

Der Konsument: ein unbekanntes Wesen? Das Verhalten von Konsumenten wird aus psychologischer Perspektive (mit dem Schwerpunkt auf die Buchbranche) betrachtet. Wie kommt eine Kaufentscheidung zustande? Welche psychologischen Prozesse spielen dabei eine Rolle? Welche psychologischen Theorien können auf das Konsumentenverhalten angewendet werden?
Im zweiten Teil der Übung wird konkret darauf eingegangen, wie Konsumentenentscheidungen durch Werbung oder Marketingmaßnahmen beeinflusst werden können und inwieweit psychologische Erkenntnisse dabei nützlich sind.

Folgende Themen können bearbeitet werden, soweit möglich sollte dabei der Bezug immer berufspraktisch sein:

  • Ausgangssituation für Werbung im Jahr 2014
  • Psychologie der Kaufentscheidung
  • Konsumentenverhalten
  • Allgemeinpsychologische Grundlagen, insbesondere kognitionspsychologische Grundlagen sowie sozialpsychologische Grundlagen
  • Markenpositionierung
  • Emotion und Information als Inhalte der Werbung
  • Integrierte Kommunikation
  • Werbegestaltung

Leistung: Referate mit Präsentation und Handout sind Teilleistungen für die Übung.

Prüfungsform: Klausur in der letzten Sitzung.


Dr. Wolfgang Lent / Dr. Konstantin Wegner
Medien- und Urheberrecht – juristische Grundkenntnisse

Do 18 - 20 Uhr

Welche Rechte hat ein Autor? Was steht in einem Verlagsvertrag? Welche Bildrechte sind beim Abdruck von Fotos beachten? Diese und andere Fragen spielen in der Verlags- und Medienpraxis eine große Rolle. Die Lehrveranstaltung bietet anhand von Übungsfällen und Beispielen eine Einführung in die entsprechenden Rechtsgrundlagen. Sie gibt Hilfestellungen für die spätere Verlagsarbeit, vermittelt aber auch rechtliches Basiswissen für freie Tätigkeiten in der Verlags- und Medienbranche. Die Lehrveranstaltung gliedert sich in zwei Teile:

Teil A: Urheberrecht

  • Geschützte Werke, Leistungsschutzrechte, Schutzdauer
  • Urheberschaft, Urheberpersönlichkeitsrechte und wirtschaftliche Verwertungsrechte
  • Schranken des Urheberrechts
  • Typische Verträge (z.B. Verlagsvertrag, Übersetzervertrag, Lizenzvertrag)

Teil B: Presserecht und Persönlichkeitsrecht

  • Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit, Pressefreiheit
  • Fallgruppen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts (z.B. Recht am eigenen Bild, Schutz der Intim- und Privatsphäre)

Die Teilnehmer erhalten vor Kursbeginn ein ausführliches Studienskript. Weitere Unterlagen werden im Kurs ausgeteilt.


Dr. Andreas Meyer / Tom Erben
Marke und Marketing in Zeiten der Digitalisierung

Blockseminar

Die Buchindustrie befindet sich in einem Umstrukturierungsprozess, der nicht nur die bisherigen Wertschöpfungs-Modelle, sondern die Identität der Branche als solche in Frage stellt. Treiber dieses Prozesses sind – in der öffentlichen Diskussion gerne vergessen – die Leser und ihre stark veränderten Bedürfnisse und technischen Möglichkeiten.

Das Seminar bezieht sich auf aktuelle Fragen des Marketingmix und der Markenführung:

  • Wie sehen die zentralen Elemente des „digitalen Marketingmix“ aus?
  • Veränderung des Absatzmarketing: „Point of Sales goes digital“ – werden Verlage zu Händlern, und wenn ja, was bedeutet das?
  • Veränderung der Marketingkommunikation: wie lassen sich welche Zielgruppen in Zukunft optimal ansprechen?
  • Welche Bedeutung hat das Thema „Marke“ zukünftig im Buchmarkt - zunehmend ohne physisch-haptische Produkte?
  • Welche neuen Chancen bietet “digitale Markenführung“ – und wie kann dennoch eine Einbindung des Sortimentsbuchhandels aussehen?

Methodik: Praktische Übungen und Analysen anhand konkreter Beispiele und Case Studies bestimmen die Arbeit im Seminar.


Katharina Osterauer
Von einer „kulturfördernden Arbeit” zur „Aufrechterhaltung des Wirtschaftslebens” – Verlegerische und buchhändlerische Strategien im 1. Weltkrieg

Mi 16 - 18 Uhr

Das Jahr 2014 bringt als hundertster Jahrestag den Ersten Weltkrieg ins Bewusstsein zurück. Zahlreiche Publikationen, Medienberichte und Serien, Ausstellungen, Veranstaltungen und Projekte erinnern an die „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts. Verschiedene wissenschaftliche Disziplinen arbeiten den Ersten Weltkrieg, sein Entstehen, seinen Verlauf und die gesellschaftlichen Kontexte mit erweiterter Quellenarbeit und neuen Perspektiven auf. Während die Presselandschaft, Propagandapolitik und die zeitgenössische Literatur sehr wohl neu diskutiert werden, wurde der Buchmarkt und seine systemische Struktur zwischen 1914 und 1918 wenig aufgearbeitet.

Die politischen Veränderungen und strikten Zensurmaßnahmen wirkten sich 1914 natürlich nicht nur auf die Presse, sondern auch auf den gesamten deutschen Buchmarkt aus. Verlage sahen sich nicht nur mit der Beschränkung der Meinungsfreiheit konfrontiert, sondern z.B. auch mit Ausfuhrregelungen und einer rigiden Exportkontrolle von Büchern sowie einem zunehmenden Papiermangel und einem starken Rückgang der Produktion. Die starke Dezimierung der buchhändlerischen Produktionspalette war mit einem Boom für Kriegsliteratur aller Art verbunden. Diese Sparte erwies sich als ein außerordentlich lukratives Geschäft für zahlreiche Verlage, darunter der S. Fischer Verlag, Piper, Ullstein und der Albert Langen Verlag.

Das Seminar wird unter Berücksichtigung des erweiterten zugänglichen Quellenmaterials und der aktuellen Forschung die zahlreichen Entwicklungen, diverse Branchenbereiche und zentrale Verlage des deutschen Buchmarkts in den Jahren 1914 bis 1918 in den Blick nehmen, um so die vielgestaltigen Auswirkungen des Kriegszustandes auf die deutsche Buchbranche zu beleuchten.


Katharina Osterauer
Grundkurs Buchwissenschaft

Do 10 - 12 Uhr

Der (Pflicht-)Grundkurs führt Erstsemester in Fachstruktur, Geschichte und Inhalte der Buchwissenschaft ein und vermittelt allgemeine Studienfähigkeiten wie Recherchieren und Bibliographieren, wissenschaftliches Arbeiten und gängige wissenschaftliche Präsentationstechniken.


Katharina Osterauer
Messekurs

Do 14 - 16 Uhr

Der Auftritt auf den Buchmessen in Frankfurt/M. und Leipzig ist längst ein fester und überaus wichtiger Bestandteil der Buchwissenschaft. Auf den Messen treten Sie nicht nur in Kontakt zur Branche, sondern auch zu den buch- und medienwissenschaftlichen Studiengängen anderer Universitäten. In diesem Kurs wird dieser Auftritt in allen Facetten organisiert und vorbereitet. Dies bedeutet, dass von den Teilnehmern dieses Kurses auch und vor allem erwartet wird, auf der Frankfurter Messe vom 08. bis 12. Oktober 2014 für die Standbetreuung zur Verfügung zu stehen, um dort unseren Studiengang zu vertreten. In diesem Kurs werden u.a. Ideen für Veranstaltungen gesammelt und entwickelt, Geldmittel organisiert und Werbe- und Infomaterial erarbeitet. Die Art und Weise des Messeauftritts hängt somit wesentlich von Ihrem Engagement und Ihrer Kreativität ab. Melden Sie sich für diesen Kurs also bitte nur dann an, wenn Sie Spaß an der Konzeptentwicklung, Standbetreuung und vor allem Zeit für einen Messebesuch haben. Außer den geplanten Sitzungen im Semester können weitere Treffen im Vorfeld der Messe nötig sein. Der Kurs ist sowohl für BA- als auch für MA-Studenten gedacht. Bitte bedenken Sie, dass die aktive Teilnahme an diesem Kurs für diejenigen Studenten, die mit unserem Messeteam den Studiengang Buchwissenschaften der LMU auf der Frankfurter Messe vertreten wollen, obligatorisch ist.


Dr. Gabriele Radecke
Wissenschaftliche Editionen und ihre Verlage

Blockseminar

Wissenschaftliche Editionen unterscheiden sich maßgeblich von populären Ausgaben, weil der editorischen Arbeit Methoden der Textkritik, der Transkription, der Textkonstitution und der Kommentierung vorausgehen. Der kritische Umgang mit Editionen setzt voraus, dass sich die Leser_innen und Benutzer_innen mit den Methoden und Konzepten beschäftigen, über die im Editionsbericht Rechenschaft abgelegt wird.

Im Vertiefungskolloquium werden verschiedene Editionstypen diskutiert, Begriffe hinterfragt und Editionsmodelle analysiert. Außerdem werden Verleger und Lektoren eingeladen, die ihre Zusammenarbeit mit den Editionswissenschaftlern vorstellen. Editionswissenschaftliche Vorkenntnisse sind nicht erforderlich; eine Lektüreliste wird zu Semesterbeginn an alle Teilnehmenden verschickt.


Dr. Margit Roth
Nur der Inhalt zählt!? Medienbrüche und –kongruenzen produktspezifisch nutzen

14-tägig, Di 8 - 10 Uhr

In Zeiten von Onlineplattformen und Datenbanken, von Tablets und E-Readern entsteht der Eindruck, dass jeder Inhalt für jedes Medium geeignet ist und nur noch technisch umgesetzt werden muss. Aber stimmt das? In diesem Seminar werden wir die Interdependenz von Medium und Inhalt untersuchen und an konkreten Beispielen die Auswirkungen erarbeiten. Anhand dieser Ergebnisse entwickeln wir Szenarien für unterschiedliche Produkte und Inhalte.

Ziel des Seminars ist es, einen differenzierten Blick für Inhalte und Produktformen zu entwickeln und Wissen darüber zu erlangen, welche technischen und wirtschaftlichen Aspekte bedacht werden müssen.


Dr. Slávka Rude-Porubská
Buch und Werbung

Do 14 - 16 Uhr

Die TeilnehmerInnen des Seminars sind dazu eingeladen, die vielfältigen Facetten der Relationen zwischen dem Buch und der Werbung zu analysieren und an verschiedenen Beispielen zu diskutieren. Wie Ulrich Huse in seinem 2013 erschienenen Lehrbuch zum Verlagsmarketing betont, ist “das offensive Propagieren des Buchs, ob als Informations- oder Unterhaltungsmedium, als Ratgeber oder Repräsentationsobjekt, heute wichtiger denn je.” Gefragt wird also erstens nach der “Werbung für das Buch”, indem sowohl die Geschichte der verlegerischen und buchhändlerischen Werbung als auch die Ausgestaltung, Formate und Kanäle der heutigen Buchwerbung in den Blick genommen werden. Zweitens werden auch Phänomene der “Werbung mit dem Buch” näher beleuchtet, die Ursula Rautenberg dem “zeichenhaften Buchgebrauch” zurechnet. Nicht selten wird das Buch als Image- und Werbeträger eingesetzt, beispielsweise greifen die Mode- und Möbelbranche sowie die Lebensmittelindustrie in ihren Produktwerbekampagnen ausgesprochen häufig auf Arrangements und Inszenierungen von Büchern und Bibliotheken. Drittens soll auch das aus der Filmbranche bekannte Product Placement untersucht werden, also die “Werbung im Buch”. Für die Auseinandersetzung mit den Verfahren der Integration von Werbebotschaften und Marken in literarische Texte eignen sich vor allem ausgesuchte Gegenwartsromane. Hier ist die Frage von Interesse, ob und wie die Werbeindustrie die Literatur als ihr Trägermedium verwendet.


Dr. Slávka Rude-Porubská
Theorien und Methoden der empirischen Sozialforschung

Kurs A Di 14 - 16 Uhr
Kurs B Di 10 - 12 Uhr

Der Kurs ist als eine grundlegende Einführung in das methodische Repertoire der empirischen Sozialforschung in der Buchwissenschaft konzipiert. Durch die Lektüre und kritische Auseinandersetzung mit aktuellen, empirisch-basierten Studien wird erstens das thematische Spektrum von buchwissenschaftlichen Fragestellungen und Forschungsfeldern erschlossen, das mit Hilfe empirischer Methoden erfasst und analysiert werden kann. Zweitens werden für die eigenen Untersuchungen der Studierenden (beispielsweise für Seminar- oder Masterarbeiten) entsprechende Forschungsdesigns entwickelt, die die Seminarteilnehmer befähigen, im Rahmen eigenständig geplanter und durchgeführter empirischer Forschungsvorhaben Daten zu generieren, auszuwerten und zu präsentieren.
Im Zentrum steht dabei das Verfahren der Befragung (mittels Fragebögen oder Interviews); die Studierenden werden bei der Erstellung von Fragebögen, bei der Durchführung von Befragungen sowie bei der Auswertung des gewonnenen Datenmaterials begleitet. Ebenso werden auch die Techniken der sachgerechten Aufarbeitung der Daten/der Befragungsergebnisse und deren grafische Präsentation vermittelt und eingeübt.

Dr. Jürgen Schechler
BWL in der Verlagspraxis

14-tägig
Kurs A Mi 8 - 10 Uhr
Kurs B Mi 10 - 12 Uhr

Das Seminar wendet sich an fortgeschrittene Studenten mit großem Interesse an Fragen der Betriebswirtschaft. In der Kürze der Zeit können aus den BWL-Funktionsbereichen nur spezifische Ausschnitte der gesamten Betriebswirtschaftslehre behandelt werden (u.a. Führung, Planung, Controlling, Marketing). Auf die reale Verlagswelt zugeschnittene Konzepte, Modelle und Systematiken werden besprochen und anschließend im Hinblick auf folgende Fragen diskutiert:

  • Welche betriebswirtschaftlichen Konzepte werden in der Verlagspraxis wie (pragmatisch) angewendet?
  • Wie sehen Abläufe und Verantwortungsbereiche aus?
  • Können damit zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden?

Rossi Schreiber
Aspekte der Buchbranche

14-tägig, Mi 14 - 16 Uhr

Gastredner aus der Praxis stellen ihre speziellen Ansätze und Tätigkeitsfelder vor und beantworten Fragen. Wir hören z.B. einen der weltweit wichtigsten Literaturagenten, einen Experten für Modernes Antiquariat (verantwortlich für Restauflagen aus über 40 Verlagen), einen Nischenverleger, eine Social Media-Managerin, den Betreiber eines großen Online-Portals in der Verlagswelt und andere. Ziel der Veranstaltung ist es, interessante Bereiche der Branche in konkreten Fallbeispielen vozustellen. Für den letzen Termin im Januar dürfen inhaltliche Wünsche geäußert werden.


Tim Schönemann
Projekt zur Marktforschung

14-tägig, Mo 14 - 16 Uhr

Für Verlage ist es heute unverzichtbar, ihre Produkte optimal an den Anforderungen des Marktes auszurichten. In dieser Übung erfahren Sie, wie das Instrument der Marktforschung im Rahmen der Konzeption von Wissensmedien (z. B. Fachinformation, Ratgeber etc.) in Publikums- und Fachverlagen eingesetzt wird.

Dabei wenden Sie Ihre Kenntnisse empirischer Forschungsmethoden im Rahmen eines eigenen Marktforschungsprojektes praktisch an: Sie haben die Aufgabe, die Bedürfnisse einer Zielgruppe im Hinblick auf eine bestimmte Problemstellung genau zu analysieren. Ergänzend betrachten Sie die Wettbewerbssituation und leiten schließlich aus den Ergebnissen ihrer Marktforschung die Anforderungen an die Produktkonzeption ab.

So könnten Sie beispielsweise für einen Musikbuchverlag untersuchen, wie ein neues Produkt zum Erlernen des Gitarrenspiels gestaltet sein muss, damit es am Markt bestehen kann.

Die Übung versteht sich als Workshop und bietet Ihnen die Möglichkeit, Zwischenstände zu präsentieren und Fragen zu klären.


Sabine Schulz
Programmplanung Fachbuch- vs. Ratgeberverlag

Blockseminar

Sie lernen wichtige Werkzeuge für die Programmanalyse und -planung in Verlagen und erarbeiten die Parallelen und Unterschiede in der Programmplanung zwischen Fachbuch- und Ratgeberverlagen. Wie im richtigen Lektorat konzipieren Sie eine neue Reihe oder einen Einzeltitel unter Beachtung der entsprechenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Praktische Übungen sollen zuhause und im Seminar inkl. kleiner Präsentationen gemacht werden.


Alexander Strathern
Verlagsmanagement in der Praxis

14-tägig, Di 18 - 20 Uhr

Mit der “edition LuMax” konnten Studierende der beiden M.A.-Studiengänge im WS 2013/14 erfolgreich den ersten studentischen Verlag an der LMU ins Leben rufen. Auf Basis der damals erarbeiteten Grundlagen soll in diesem Kurs das Projekt fortgeführt sowie ausgebaut werden. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt: Gemeinsam erarbeiten wir u.a. die Verlagsstrategie, einigen uns auf Programmschwerpunkte, diskutieren über Autorenakquise, kalkulieren Projekte und deren Kosten und versuchen, das Verlagsprojekt über Pressearbeit und Marketing auch in der Öffentlichkeit entsprechend gut zu platzieren. Ziel des Seminars ist es, die “edition LuMax” als wissenschaftlichen Verlag von Studierenden für Studierende zu etablieren und weitere Arbeiten im Verlauf des Semesters zu veröffentlichen.


Patrick Tümmers
Anforderungen an die Lesetypografie

14-tägig, Fr 10 - 12

Medien vermitteln ihre Botschaften vor allem durch Bilder, durch Schrift und auch durch Töne. Die Anforderungen an die Mediengestaltung sind dabei nicht nur dem wandelnden Zeitgeist unterworfen, auch der technische Wandel stellt permanent neue Herausforderungen.

Die Fragen an die Typografie und speziell an die Lesetypografie sind, trotz des technischen Wandels, seit dem 15 Jh. nahezu die gleichen geblieben. Es haben sich im Laufe von Jahrhunderten Gesetzmäßigkeiten der Lesbarkeit und Leseführung gebildet, gegen die man nicht ungestraft verstoßen darf und die wir in dem Kurs durch Typografie-Sensibilisierung kennenlernen wollen.


Eberhard Wolf
Von der Idee zum Cover.

Blockseminar

- Text folgt -