Buchwissenschaft
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Lehrveranstaltungen Sommersemester 2013

Susanne Brudermüller
Spezialmärkte der Buch- und Medienbranche: der chinesische Markt

14-tägig, Di 14-26 Uhr

Dieser Kurs macht Sie neugierig auf einen Buchmarkt, der bisher noch nicht im Fokus von Verlagen und Buchmenschen steht, jedoch lohnt, mehr als nur einen Blick darauf zu werfen. Die Betrachtung des chinesischen Buches, vor allem was es vom europäischen Buch unterscheidet, steht am Beginn der Beschäftigung mit dem chinesischen Buchmarkt. Die Struktur des chinesischen Verlagswesens, einige chinesische Verlage und Buchmessen in China werden beleuchtet. Chinesische Bücher in Deutschland, deutsche Bücher in China? Wie sieht es mit Urheberrecht und Zensur aus? sowie weiteren Fragen und Themen, die sich auch nach dem Interesse der Teilnehmenden richten, wird sich dieser Kurs zuwenden. Aktuelle Erfahrungen vor Ort und Fotos aus China zum Kursthema runden die Veranstaltung ab.


Bernhard Fetsch
Marketing und Vertrieb II

Blockseminar

Dieses Seminar wird sich mit einer der aktuellsten Entwicklungen für Marketing und Vertrieb von Publikumsverlagen auseinandersetzen, dem Thema “social media”. Worum handelt es sich dabei eigentlich? Was sind die wichtigsten Aspekte und wie können diese genutzt werden - für neue Produktideen ebenso wie für klassische Printprodukte? Was können wir etwa von Anbietern außerhalb der Medienbranche lernen? Durch einen kurzen Rückblick auf die klassischen Marketingaspekte aus dem Seminar “Marketing & Vertrieb 1” im WiSe 2012/13 wird in Teil 2 mit dem sog. Social Media Marketing gezielt die digitale Entwicklung erarbeitet. Vorkenntnisse im Bereich Social Media sind nicht notwendig. Zur einführenden Lektüre erhalten alle angemeldeten KommilitonInnen vor dem Seminar eine Link- und Lektüre-Liste.


Dr. Johannes Frimmel
Forschungsseminar

Do 14-16 Uhr

Das Forschungsseminar richtet sich an BA-Buchwissenschaftler, die ihre Abschlussarbeit vorbereiten. Im FS werden Forschungsthemen, Methodik und Aufbau der Arbeiten erörtert, wobei die Teilnehmer die wissenschaftlichen Exposés für angemeldete Abschlussthemen zur Diskussion stellen. Zusätzlich werden ausgewählte relevante wissenschaftliche Neuerscheinungen vorgestellt. Die Teilnehmer verfassen als Prüfungsaufgabe eine wissenschaftliche Rezension.


Dr. Johannes Frimmel
Materialität des Buches: Das Buch als Objekt der Kulturgeschichte

Do 10-12 Uhr

In dem Seminar werden die materiellen Aspekte der Buchkultur in ihrem historischen Wandel und ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung vorgestellt. Methodische Grundlage ist ein erweiterter Begriff dessen, was Gerard Genette als verlegerischen Peritext bezeichnet hat. Untersucht werden unter anderem Einband, Format, Illustrationen und Papier sowie Titelblatt, Satz und Typografie. Weiters sollen die Methoden der analytischen Druckforschung einführend dargestellt werden.


Dr. Robert Galitz
Buch/Medienprojekt

14-tägig, Mi 18-20 Uhr

Den Kursteilnehmern soll ein umfassender Überblick über alle Aufgabenbereiche der Buchherstellung im Zeitalter elektronischen Publizierens gegeben werden. Einerseits werden die verschiedenen Aspekte der Verlagsarbeit - Marketing, Inszenierung, technische Standards, Arbeitsprozesse - theoretisch vertieft. Zum anderen steht Projektarbeit als praktische Anwendungsform im Mittelpunkt. Ziel des Studienprojektes ist es, dass die Studierenden das Publizieren auf technisch, optisch und inhaltlich neuestem Stand erlernen und den Herstellungsprozess dabei reflexiv begleiten.


Peter Graf
Redaktion und Lektorat für Masterstudierende

Blockseminar

Die Gründung eines konzernunabhängigen Publikumsverlages ist selten geworden. Entweder entstehen Neugründungen unter dem Dach eines etablierten Mutterverlages (Galiani bei Kiepenheuer & Witsch und Tanja Graf bei Ullstein) oder es sind personengeführte Kleinstverlage, die engagiert, aber in ihrer Wirkung sehr begrenzt, Programm machen.

WALDE + GRAF hat vor etwas mehr als zwei Jahren diesen Schritt gewagt. 12-14 Titel erscheinen seitdem jährlich: Romane, illustrierte Sachbücher zu kunst- und popkulturellen Themen sowie Graphic Novels.

Das Seminar ist ein Werkstattbericht. Es bietet detaillierte Einblicke hinter die Kulissen, behandelt alle Aspekte der Verlagsgründung und schildert, wie sich die nötigen Strukturen für eine effektive Vertriebs-, Presse-, und Programmarbeit entwickeln lassen. Und es beantwortet u.a. die Fragen:

  • wie man eine Marke entwickelt
  • ein qualitativ hochstehendes und eigenständiges Programm erarbeitet
  • mit auch geringem finanziellen Mitteln Aufmerksamkeit erzeugt und den Vertrieb kontinuierlich ausbaut

Aber ebenso kommen die Fehler zur Sprache, die man unweigerlich begeht und es werden die Herausforderungen angesprochen, die der Buchhandel für kleine unabhängige Verlage bereit hält.

Im Vordergrund steht der Praxisbezug, sowie der Dialog mit den Studierenden. Mehr Gespräch, als hermetischer Vortrag, soll während der zwei Tage deutlich werden, wie man in diesen Strukturen arbeitet und welche Qualifikationen und Ideen nötig sind, um Erfolg zu haben.


Hans-Joachim Hartmann
Spezialbuchmärkte im internationalen Vergleich

Blockseminar

Ausgehend von einer Analyse des deutschen Buchhandelsmarktes und der Beschreibung der wichtigsten Marktteilnehmer werden die bedeutendsten europäischen und außereuropäischen Märkte in Bezug auf deren Strukturen, Trends und Regularien beleuchtet (unter anderem England, Schweiz, Schweden, USA, China). Dabei wird die Rolle spezieller Genres und Ausgabeformate, sowie der aktuelle Stand der Entwicklung im Bereich elektronischen Publizierens, detailliert betrachtet werden. Dabei sollen stets Vergleiche zum deutschen Markt gezogen werden.
Am Ende des Kurses sollen die Teilnehmer sich einen Überblick über die Strukturen der wichtigsten internationalen Buchmärkte angeeignet haben.


Prof. Dr. Christine Haug
Forschungsseminar / Oberseminar für Buchwissenschaftler

Di 14-16 Uhr

Das Forschungsseminar richtet sich an BA und DP-Buchwissenschaftler, die ihre Abschlussarbeit vorbereiten. Im FS/OS werden einerseits wichtige Studien (die für einzelne Abschlussarbeiten relevant sein können) und Buchneuerscheinungen vorgestellt und kritisch diskutiert, andererseits wird die Anfertigung von wissenschaftlichen Exposés für angemeldete Abschlussthemen begleitet und diskutiert. Die Teilnehmer haben zudem die Möglichkeit, ihre Forschungsthemen, ihre wissenschaftliche Methode, ihr Erkenntnisinteresse vorzustellen und sich einer kritischen Diskussion zu stellen. Es ist sinnvoll, das FS/OS bereits ein Semester vor Anmeldung zur Abschlussarbeit zu besuchen.


Prof. Dr. Christine Haug
Lektürekurs 2

Mo 14 - 16 Uhr

Im Lektürekurs werden Grundlagenwerke und Neuerscheinungen aus dem Themenfeld der Buch- und Medienforschung vorgestellt und kritisch diskutiert. Darüber hinaus werden für ausgewählte Bücher Literaturkritiken bzw. wissenschaftliche Rezensionen geschrieben.


Rossi  Schreiber / Prof. Dr. Christine Haug
Strukturwandel im Literaturbetrieb: der Krimibuchmarkt

Mi 14-16 Uhr

Vorlesungsreihe mit Gastvorträgen von Experten zu Aspekten des Marktes, z.B.:

  • gezielte Leseransprache in Blogs und Spezialportalen
  • Krimi-Events bundesweit
  • Bestenlisten und der Rezensionsbetrieb
  • Krimilandschaft deutscher Buchhandel nach 1945
  • der Deutsche Krimipreis
  • Autoren, ihre Verlage und Leser: Strategien der Selbstvermarktung
  • die Rolle der öffentlichen Bibliotheken, besonders für Kinderkrimis
  • Regionalkrimi, Schwedenkrimi und weitere Spezialitäten

Zudem geben die Autorin Andrea Schenkel und der Autor Friedrich Ani Auskünfte über ihre beruflichen Erfahrungen.


Dr. Harald Henzler
Digitalisierung der Medien

Blockseminar

Die Digitalisierung der Medien ist heute so weit fortgeschritten, dass es sich fast kein Unternehmen mehr leisten kann, dies nicht zu tun.
Was aber genau heißt Digitalisierung konkret in den einzelnen Medienhäusern? Die einen setzen auf Portale, andere auf Datenbanken und eBooks, wieder andere auf Apps und eMagazine. Und jedes Mal spielen andere Technologien, andere Geschäftsmodelle, ein anderer Content eine Rolle.
In diesem Blockseminar geht es darum, zu erkennen, mit welchen Geschäftsmodellen digitale Produkte entwickelt werden, welche Technologien dabei im Einsatz sind, was für Arbeitsabläufe dazu nötig sind und was das für Auswirkungen auf die Aufbereitung von Inhalten hat. Gastreferenten aus Medienunternehmen vermitteln zudem einen Einblick in ihre Arbeit.


Dr. Tobias Heyl
Redaktion und Lektorat

14-tägig, Mo 18 - 20 Uhr

Das Seminar soll Ihnen einen möglichst realistischen Einblick in die Arbeit des Sachbuchlektorats vermitteln. Dafür werden wir uns zunächst einen Überblick über die aktuelle Sachbuchproduktion und ihre Rolle im Buchhandel verschaffen, die sich durch alle möglichen Formen des elektronischen Publizierens schon verändert hat und in Zukunft sicher weiter verändern wird. Vor diesem Hintergrund geht es dann um die ganz konkrete Alltagsarbeit im Lektorat: um die Akquise von Manuskripten, die Zusammenarbeit mit Autoren und Übersetzern sowie mit den Kollegen in Herstellung, Vertrieb, Werbung und Presse. Damit wir etwas zu diskutieren haben, sollten sie sich schon vor Beginn des Semesters in der Presse, im Internet und in Buchhandlungen über die aktuelle Sachbuchszene informieren.


Georg Kessler
Internationale Verlagslandschaft: Ratgeber im deutschsprachigen und europäischen Vergleich

Blockseminar

Ratgeber zählen zu den wichtigsten Literaturgattungen der Buchindustrie. Das Seminar beleuchtet nicht nur ihre wirtschaftliche Bedeutung für den Sortimentsmarkt und die private Buchnachfrage, sonder vermittelt auch einen Überblick über die nationale und europäische Ratgeberlandschaft. Dabei werden gattungsspezifische Unterschiede zum Sachbuch ebenso thematisiert wie die Rolle von Marken oder entscheidende programmpolitische Einflußfaktoren wie der Medienwandel. Vorgesehen ist darüber hinaus ein Besuchstermin beim Marktführer Gräfe und Unzer Verlag einschließlich eines Vortrages über das Lizenzgeschäft mit Ratgebern.


Stephan Kilian
Produktmanagement im Fachverlag

14-tägig, Mi 18 - 20 Uhr

Betrachtet werden die Erfolgsfaktoren für das Produktmanagement von Fachmedien und die veränderten Anforderungen an den einzelnen Mitarbeiter. Wo früher strikt getrennt werden konnte zwischen Aufgaben des Lektorats, der Werbung und der Herstellung, müssen heute die Workflows koordiniert ineinander fließen und die Aufgaben in Teams gelöst werden..

  • Neuprodukte: Welche Möglichkeiten in der Marktforschung haben Fachverlage?
  • Wie optimiert man Produkte in Bezug auf Lese- und Nutzungsgewohnheiten?
  • Herstellung: Wie gestaltet man Produkte mehrmedial und benutzerfreundlich?
  • Vertrieb: Welche Absatzwege benötigen welche Aufbereitung des Content?
  • Marketing: Wie macht man die Produkte bekannt?
  • Wie verändern sich die fachlichen Anforderungen vom Lektor/Buchwerber/Buchhersteller zum Produktmanager?

Christine Knödler
Kinder- und Jugendliteraturkritik – Formen, Konzepte, Anwendung

14-tägig, Mi 16 - 18 Uhr

Jährlich fluten bis zu 8.500 Neuerscheinungen den Kinder- und Jugendbuchmarkt. Auswahl und Orientierung sind wichtiger denn je, ein kritischer Diskurs kann Trends und Entwicklungen begleiten und dabei versuchen, (erwachsene) Vermittler wie (jugendliche) Zielgruppe gleichermaßen zu erreichen. Dafür bieten sich verschiedene Formen wie Buchtipp, Kritik, Sammelrezension, Interview und Porträt an – immer der Frage nach: Was will, was kann Literaturkritik im Allgemeinen und Jugendliteraturkritik im Besonderen leisten? Sind Rezensenten Dienstleister und Vermittler oder forcieren (und lehren) sie selbst bestimmtes, kritisches Lesen? Wie objektiv kann Kritik sein? Wo und wie wird sie wahrgenommen? Wo kommt sie vor?
In dieser Übung soll es um die Zusammenfassung theoretischer Standpunkte genauso gehen wie um die Praxis journalistischen Schreibens im spezifischen Kontext der Kritik. Da die Foren der Kinder- und Jugendliteratur-Kritik beschränkt sind, wird zusätzlich das Konzept eines Jugendliteratur-Magazins entwickelt, für das Beiträge verfasst und Seiten layoutet werden sollen. Ein Einblick in redaktionelle Arbeit wie Titel-, Themen-, Rubriken-Findung, Redigieren etc. gehört somit genauso zur Zielsetzung der Übung wie ein Einblick in den derzeitigen Stand der Jugendliteratur und deren Kritik. Dazu bedarf es eines erhöhten Lektürepensums aktueller Jugendliteratur sowie der Bereitschaft zu regelmäßigem eigenen Schreiben.


Klaus Kluge
Autorenmarketing in belletristischen Verlagen

Blockseminar

Autoren sind die “Markenartikel” eines belletristischen Verlags. Sie zu entdecken, im Wettbewerbsumfeld zu positionieren und dauerhaft zu etablieren, stellt die eng verzahnte Aufgabe von Lektorat, Vertrieb und Marketing dar. Gezeigt wird, wie dieser Prozess im Idealfall funktioniert – und warum er auch mal scheitern kann.

Ablauf des Seminars:

1. Block: Gezeigt werden beispielhafte Marketing-Kampagnen inkl. Presse-, PR- und Vertriebsaktivitäten; dazu das theoretische Rüstzeug: Strategische Herangehensweise an den Markt (Marktentwicklung, Marktumfeld, Marktpotential), das Markenprofil eines Verlags und das klassische Marketing-Mix (Produkt, Preis, Placement, Promotion).

2. Block: Auf Basis eines konkreten Briefings, Konzeption eigener Marketingkampagnen (in Gruppen- oder Einzelarbeit) zu einem ausgewählten Spitzentitel im Bereich der Belletristik. Präsentation und Diskussion der Ergebnisse mit anschließendem Abgleich der Verlagskampagne. Anschließend Zukunftsszenario 2018 „Schöne heile Buchwelt?“ – Konsequenzen für die zukünftige strategische Programmarbeit.


Dr. Wolfgang Lent / Dr. Konstantin Wegner
Urheber-, Verlags- und Medienrecht für Buchwissenschaftler

14-tägig, Do 18 - 20 Uhr

Welche Rechte hat ein Autor? Was steht in einem Verlagsvertrag? Welche Bildrechte sind beim Abdruck von Fotos beachten? Diese und andere Fragen spielen in der Verlags- und Medienpraxis eine große Rolle. Die Lehrveranstaltung bietet anhand von Übungsfällen und Beispielen eine Einführung in die entsprechenden Rechtsgrundlagen. Sie gibt Hilfestellungen für die spätere Verlagsarbeit, vermittelt aber auch rechtliches Basiswissen für freie Tätigkeiten in der Verlags- und Medienbranche. Die Lehrveranstaltung gliedert sich in zwei Teile:

Teil A: Urheberrecht

  • Geschützte Werke, Leistungsschutzrechte, Schutzdauer
  • Urheberschaft, Urheberpersönlichkeitsrechte und wirtschaftliche Verwertungsrechte
  • Schranken des Urheberrechts
  • Typische Verträge (z.B. Verlagsvertrag, Übersetzervertrag, Lizenzvertrag)

Teil B: Presserecht und Persönlichkeitsrecht

  • Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit, Pressefreiheit
  • Fallgruppen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts (z.B. Recht am eigenen Bild, Schutz der Intim- und Privatsphäre)

Thomas Narr
Technische Aspekte der Print- und digitalen Medienproduktion

14-tägig, Do 18 - 20 Uhr

Die technische Entwicklung in der graphischen Industrie unterliegt einem stetigen und raschen Wandel. Innovative Verfahren, neue Materialien und die crossmediale Nutzung von Inhalten auf Papier und in elektronischer Form erfordern eine Anpassung der technischen Abläufe in Verlagen und Agenturen.

Ziel der Veranstaltung ist den Wandel der Print- und Onlineproduktion zu erläutern und den Herstellungsprozeß in seiner gesamten Breite zu beschreiben. Neben innovativen Techniken werden auch kostenrelevante Aspekte erörtert. Themenschwerpunkte:

Satz- und Layout

  • Konventioneller Satz
  • Strukturierter Satz (XML, XHTML)
  • CSS (Cascading Style Sheets)
  • Ebook Standard Epub
  • Redaktions- und Media-Asset-Management-Systeme

Digitaldruckverfahren

  • Xerographisches Prinzip
  • Inkjet-Technologien
  • Trends in der Druckindustrie

Papier

  • Papierherstellung
  • Papiereigenschaften
  • Papiersorten

Druck und Bindung

  • Bogenoffsetdruck
  • Rollenoffsetdruck
  • Tiefdruck
  • Buchbinderische Verarbeitung: Hardcover / Softcover
  • Heften und Binden: Drahtheftung, Fadenheftung, Klebebindung

Produktionsablauf Teil 1

  • Formate und Bündelung von Aufträgen
  • Produktionsplanung
  • Kostenarten / Kalkulation

Produktionsablauf Teil 2

  • Kostenarten / Kalkulation

Schlussveranstaltung

  • Zusammenfassung
  • Offene Fragen / Diskussion

Dr. Katharina Osterauer
Der Aufstieg des Romans im 18. Jahrhundert und seine Bedeutung für den deutschen Buchhandel

Mo 12 - 14 Uhr

Im Verlauf des 18. Jahrhunderts fanden im Bereich des literarischen Lebens maßgebliche Veränderungen statt. Die Aufklärungsbewegung und das Aufkommen einer bürgerlichen Nationalliteratur schufen für Autoren, Publikum und den Buchhandel so grundlegend neue Situationen, dass man von einem Strukturwandel des literarischen Lebens sprechen kann. Dieser erfasste vor allem im letzten Drittel des Jahrhunderts alle Vorgänge im Bereich von Produktion, Distribution, Kommunikation und Rezeption literarischer Werke. Nicht nur die Verlage, sondern auch Rezensionsorgane erfuhren als zentrale Vermittlungsinstanzen eine veränderte Bedeutung. Das Vordringen der deutschen Sprache auf dem deutschen Buchmarkt, die sozialen Veränderungen und die Popularisierung von Lesestoffen führten zu der sogenannten „Leserevolution“. Die „Lesewut“ der bürgerlichen Schichten, v.a. auch der bürgerlichen Frauen, fand besonders in den populären Institutionen der Lesegesellschaften und der Leihbibliotheken ihren Ausdruck. Die Belletristik erfuhr im Kontext dieser Entwicklungen einen enormen Aufschwung und mit ihr der Roman als populäre literarische Gattung. Neben vielen anderen prominenten Werken markiert besonders Goethes Bestseller „Die Leiden des jungen Werther“ (1774) und seine Rezeption auf markante Weise den Wandel der inhaltlichen Stoffe, des Leseverhaltens und des Buchhandels, der nun zu einer kapitalistischen Produktion tendierte.
Das Seminar will anhand der populären literarischen Gattung des Romans die zentralen Veränderungen auf dem deutschen Buchmarkt des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts und die damit einhergehenden Debatten und Konflikte exemplarisch erarbeiten.


Dr. Katharina Osterauer
Der deutsche Buchmarkt im Ersten Weltkrieg

Mi 10 - 12 Uhr

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde das Gesetz über den Belagerungszustand wirksam, wodurch das Recht auf freie Meinungsäußerung in Wort, Schrift, Druck und bildliche Darstellung der Suspension verfiel. Über die Einhaltung staatlicher Bestimmungen, die auf Grund dieser Gesetzeslagen nach und nach erlassen wurden, wachten die Zensurstellen der Militärbehörden. Der Einfluss der militärischen Stellen auf die Berichterstattung wuchs trotz unübersichtlicher Strukturen und Verfahren stetig und verhinderte zunehmend wahrheitsgemäße Berichterstattung. Schriftleiter von Zeitungen und Zeitschriften konnten sich in dem Wust von tausenden Zensurvorschriften kaum noch zurecht finden und die Bevölkerung hatte fast nur noch Zugang zu unvollständigen oder gar falschen Nachrichteninformationen. Ein Großteil der Presse ließ sich dabei bereitwillig für Kriegspropaganda einnehmen.
Die Zensurmaßnahmen wirkten sich natürlich nicht nur auf die Presse, sondern auf den gesamten deutschen Buchmarkt aus. Verlage sahen sich nicht nur mit der Beschränkung der Meinungsfreiheit konfrontiert, sondern z.B. auch mit Ausfuhrregelungen und einer rigiden Exportkontrolle von Büchern sowie einem zunehmenden Papiermangel und einem starken Rückgang der Produktion. Vor allem die Dezimierung der Käuferschicht durch Einberufung in den Kriegsdienst zog die Buchhändler in direkte Mitleidenschaft. Die starke Reduzierung der buchhändlerischen Produktpalette war mit einem Boom für Kriegsliteratur aller Art verbunden. Diese Sparte erwies sich als ein außerordentlich lukratives Geschäft für zahlreiche Verlage, darunter der S. Fischer, Piper, Ullstein und der Albert Langen Verlag.
Das Seminar will einerseits die unmittelbaren Auswirkungen des Kriegsausbruches auf die Verlags- , Medien- und Buchhandelsbranche sowie die verschiedenen Strategien der Branchenbereiche und Verlage auf diese politische Krise offenlegen.


Dr. Katharina Osterauer
Die Münchner Kulturverlage Albert Langen und Georg Müller

Mo 16 - 18 Uhr

Als sich München um 1890 als geistiger und kultureller Gegenpol zu der Reichshauptstadt Berlin und gleichzeitig als modernes, dynamisches Medienzentrum zu etablieren begann, gewann die bayerische Hauptstadt gerade für die Literaturszene und Buchhandelsbranche stark an Attraktivität. Neben den zahlreichen jungen Autoren, Intellektuellen, Künstlern und Freigeistern, die sich v.a. in dem pulsierenden Stadtteil Schwabing nieder ließen, fanden auch die beiden jungen Verleger Albert Langen (1869-1909) und Georg Müller (1877-1917) in dieser Zeit ihren Weg in die süddeutsche Stadt, die spürbar von einer starken schöpferischen Energie erfüllt war. Nur wenige Straßenzüge voneinander entfernt, siedelten sie ihre Literaturverlage am Englischen Garten an. Beide Jungverleger verband der leidenschaftliche Ehrgeiz, möglichst wertvolle Literatur in schön ausgestatteten Buchausgaben zu publizieren. Mit außergewöhnlichem buchhändlerischen Engagement und Sinn für innovative Buchgestaltung prägten die beiden Jungverleger das kulturelle Leben der Stadt und nahmen nachhaltigen Einfluss auf die deutsche Verlagsbranche. Als beide in ihrem 40. Lebensjahr starben, hinterließen sie kein abgeschlossenes Lebenswerk, aber ein reiches kulturelles Erbe, das schließlich nach einigen wechselhaften Jahren in der Fusion der beiden Verlage mündete. Seit 1931 firmiert das Unternehmen unter dem Namen LangenMüller Verlag.
Das Seminar wird den Blick nicht nur auf die beiden Verlagsgeschichten und die beiden Verlegerpersönlichkeiten lenken, sondern den Fokus einerseits auf den Typus des Kulturverlegers und andererseits auf die Münchner Kulturszene um die Jahrhundertwende richten. Ziel wird es sein, vor diesem Rahmen die Verlagsprogramme, die angeschlossenen Autoren- und Künstlerkreise, die buchhändlerischen Netzwerke sowie die Produktpalette und die verlegerischen Innovationen der Verlage Georg Müller und Albert Langen zu definieren und zu kontextualisieren.


Dr. Margit Roth
Das Sachbuch - Auslauf- oder Zukunftsmodell?

14-tägig, Do 14 - 16 Uhr

Seit den 1960iger Jahren gibt es in den Spiegel-Bestseller-Listen eine eigene Kategorie „Sachbuch“. Nach einer Definition des damaligen Econ-Verlgers Erwin Barth von Wehrenalp versteht man unter Sachbuch „ein Werk, das, sachkundig geschrieben, einen oder mehrere Wissensbereiche einem breiten Leserkreis erschließt.“ Das Themenspektrum reicht von Politik über Psychologie zu Kochen, Gesundheit, Wirtschaft und Technik.
Ziel des Seminars ist es, die unterschiedlichen Bereiche des Sachbuchs kennenzulernen und herauszuarbeiten, nach welchen Marktgesetzen die jeweiligen Warengruppen funktionieren. Folgende Fragen werden behandelt:
Welche Bereiche wachsen, welche Bereiche verlieren durch die Informationsflut im Internet?
Wer ist bereit, für welche Art von Information zu bezahlen und wie müssen diese Informationen aufbereitet sein?
Wie wichtig ist die Person des Autors? Lässt sich Sachwissen heute nur noch über Prominenz verkaufen?
Wir werden versuchen anhand unserer Erkenntnissen Strategien für die Programmplanung eines Sachbuchverlages abzuleiten.


Sebastian Rothfuss
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Publikumsverlag

14-tägig, Di 18 - 20 Uhr

Einblick in den selten alltäglichen Alltag in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Schwerpunkte u.a.:

  • Die relevante Medienlandschaft im deutschsprachigen Raum
  • Planung und Durchführung von Presseaktionen
  • Aufbau und Pflege von Pressekontakten (Telefon, E-Mail, Redaktionsbesuch)
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mit dem Autor (Veranstaltungen, Interviews)
  • Interne Kommunikation/Schnittstelle zu allen Abteilungen
  • Blogger (Kontakt, Management)
  • Kontakt zu den Lesern (Buchmesse, Anfragen, Krisenkommunikation)
  • Social Media in der Öffentlichkeitsarbeit

Leistungsanforderungen: Aktive Mitarbeit (schriftlich und mündlich), Kurzpräsentationen


Dr. Slávka Rude-Porubská
Methodische Grundlagen der Buchwissenschaft

Di 12 - 14 Uhr

Der Kurs führt in die methodischen Grundlagen der Buchwissenschaft ein und ist für Studierende des Bachelorstudiengangs Buchwissenschaft im 2. Fachsemester verpflichtend.
Die Buchwissenschaft untersucht ihren Gegenstand in seinen wirtschaftlichen, kulturellen/historischen und auch technischen Aspekten. Die sich daraus ergebende Transdisziplinarität des Fachs erfordert den professionellen Umgang mit der Zeichentheorie ebenso wie der Kultursoziologie und der Systemtheorie. Anhand von ausgewählten Texten werden theoretische Modelle erarbeitet und in ihrer Anwendbarkeit für buchwissenschaftliche Fragestellungen diskutiert.


Dr. Slávka Rude-Porubská
Der Übersetzungs- und Lizenzmarkt in Deutschland

Di 16 - 18 Uhr

”Man glaubt oft, das intellektuelle Leben sei per se international. Nichts ist falscher.”, behauptet der Kultursoziologe Pierre Bourdieu. Ausgehend von dieser kritischen Betrachtung werden im Seminar die Gesetzmäßigkeiten und Strukturen internationaler Zirkulation von Ideen und Kulturgütern untersucht, zu denen auch Literaturübersetzungen zählen. Die Prozesse des Ein- und Verkaufs von Übersetzungsrechten werde in den Blick genommen, indem einerseits Übersetzungen als eine titelstarke Gruppe auf dem deutschsprachigen Buchmarkt betrachtet und die Fragen nach der wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung des Literaturimports in verlegerischen Profilen diskutiert werden. Beleuchtet werden dabei die Bedingungen der Produktion und Distribution von Literaturübersetzungen sowie die Formate ihrer Vermittlung an das Lesepublikum. Andererseits wird es auch um die Rolle der Übersetzungen als literarisches „Exportguts” in der Kulturpolitik Deutschlands gehen. Eingeladene Gastreferenten wie Literaturübersetzer, Leiter der “Foreign-Rights”-Abteilungen in Verlagen und Programmleiter von Übersetzungsförderungsprogrammen berichten praxisnah über ihr berufliches Selbstverständnis und Aufgabenspektrum.


Alexander Strathern
Herstellung im Verlag: Zwischen Kalkulation und Kreativität

14-tägig, Mo 18 - 20 Uhr

Das Seminar zeigt, welche Prozesse in den großen Bereich »Herstellung« hineinspielen und inwieweit hier vielfältigste Anforderungen an die Verlagsmitarbeiter gestellt werden. Was ist Herstellung generell, welche Programme werden dafür verwendet, worin liegen die Unterschiede zwischen der Herstellung von Print- und elektronischen Publikationen? Wann ist ein Bild druckfähig, wie und womit wird es bearbeitet, welches Farbprofil ist das richtige? Für welche Typografie entscheidet man sich und welches Format soll der Titel haben? Wie wird ein Buch kalkuliert und woher weiß man, ob es als Hardcover mit Leineneinband und auf handgeschöpftem Büttenpapier gedruckt werden kann und wann als einfaches Taschenbuch – und welches Papier nimmt man hierfür? Wie macht man eine Break-even-point-Kalkulation und warum hat das Einfluss auf das Druckverfahren? Und was ist eigentlich die Druckvorstufe? Zahlreiche Praxisbeispiele geben Antworten auf diese und weitere Fragen und zeigen, dass die Herstellung ein kreativer, spannender und zentraler Bestandteil in der Buchproduktion ist.


Clara Waldrich
Internationales Geschäft im Fachverlag: Kooperationen und Lizenzen

14-tägig, Mi 16 - 18 Uhr

Das Seminar vermittelt die Grundlagen für die Planung oder Erweiterung des Verlagsgeschäfts auf internationalen Märkten. Erarbeitet werden die Methode für die Analyse der Potentiale - unter Berücksichtigung der Faktoren zielgerichtete Planung der Programmstrategie, Unternehmensziel, Vertriebswege und Kosten - sowie die Wege zur Umsetzung der Positionierung im internationalen Verlagsgeschäft. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Analyse von praktischen Beispielen sowie der Erarbeitung spezifischer Vorschläge für eigene Geschäftsmodelle.

Bearbeitet werden die Themen

  • Strategische tools zur Analyse des verlagsspezifischen Potentials im internationalen Geschäft
  • Entwurf der Programmstrategie: die wichtigsten Anforderungen
  • Zielformulierung im Unternehmen
  • Formen der Kooperation: marktspezifisch, technisch, rechtlich
  • Wettbewerber als Partner: Identifizierung von Kooperations- und Vertriebspartnern in internationalen Märkten
  • Lizenzmodelle zur internationalen Vermarktung
  • E-Publishing und Open Access als Plattform für internationale Märkte
  • Spezifika und Strukturen der strategisch wichtigsten Märkte

Dr. Andrea Wörle
Programmplanung im Verlag und Sortiment

14-tägig, Di 18 - 20 Uhr

Anhand von Beispielen werden Strukturen, Elemente und spezifische Merkmale von unterschiedlichen Verlagsprogrammen analysiert. Es wird die Frage gestellt, auf welche Zielgruppen und Leserinteressen die jeweiligen Verlagsprogramme ausgerichtet sind. Daraus werden Kategorien entwickelt, die als Grundlage für die Entstehung eines Verlagsprogramms dienen können. Welche Autoren lassen sich gewinnen? Welche Themenfelder und Inhalte können ein Verlagsprogramm bestimmen? Dabei werden die Bedingungen auf dem Buchmarkt und die aktuelle Situation im Buchhandel miteinbezogen. Im Anschluss werden die Möglichkeiten für die Akquisition von Buchrechten und die Entwicklung von Buchkonzepten erläutert. Abschließend werden Kommunikation und Koordination der Programmverantwortlichen mit den Verantwortlichen für Vertrieb, Verkauf, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit in einem Verlag behandelt.