Buchwissenschaft
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Netzwerkabend 2015

Im Rahmen des Netzwerkabends der Studiengänge Buchwissenschaft der LMU München, ausgerichtet vom Alumni-Verein BuWi.Phil in Kooperation mit den Studiengängen Buchwissenschaft der LMU, wurde am 10. November 2015 bereits zum achten Mal der Hugendubel-Preis für die beste buchwissenschaftliche Abschlussarbeit verliehen. Thomas Nitz, Mitglied der Hugendubel-Geschäftsführung, überreichte die Auszeichnung an Luise Hertwig und Anne Seifert. Erstmals handelte es sich bei den preisgekrönten Werken um Masterarbeiten, die aus dem 2012/13 im Rahmen der Modularisierung neu eingeführten zwei Master-Studiengängen, "Buchwissenschaft Verlagspraxis" und "Buchwissenschaft Buch- und Medienforschung" betitelt, hervorgegangen sind.

Ehemalige und aktuell Studierende der Studiengänge Buchwissenschaft, Dozenten des Fachs sowie Gäste aus der Buch- und Medienbranche kamen im Fakultätssaal der Ludwig-Maximilians-Universität zusammen, um sich in lockerer Atmosphäre auszutauschen, alte Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. Nach einführenden Worten des Stellvertretenden Leiters der Studiengänge Buchwissenschaft, Prof. Dr. Wilhelm Haefs, und einem Grußwort des Dekans der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften der LMU, Prof. Dr. Florian Mehltretter, hielt Jo Lendle, Leiter der Hanser Literaturverlage, den Hauptvortrag und plauderte aus "dem Nähkästchen eines Verlegers", wie er selbst bemerkte. Er sprach über die strategische Ausrichtung im Spannungsfeld von Verlagstradition und den aktuellen neuen und großen Herausforderungen der Buchbranche.

Im Anschluss daran erfolgte die Preisverleihung und Urkundenübergabe durch Thomas Nitz, die in diesem Jahr mit einem Novum verbunden war: Es wurden zwei Abschlussarbeiten prämiert; das Preisgeld ging zu gleichen Teilen an Luise Hertwig und Anne Seifert. Der Preis, wird seit 2008 jährlich von dem traditionsreichen Münchner Buchhandelsunternehmen verliehen. Michael Muselmann überreichte, stellvertretend für das Trio von BuWi.Phil mit Greta Meis und Marlies Zwickl, Blumensträuße an die Preisträgerinnen.

Luise Hertwig untersucht in ihrer Masterarbeit den "Transfer aktueller deutschsprachiger Literatur nach Frankreich, Entwicklungen, Akteure und Tendenzen in der Belletristik", seit Deutschlands bisher letztem Gastauftritt auf der Pariser Buchmesse, dem "Salon du Livre" im Jahre 2001. Sie kann überzeugend nachweisen und anschaulich machen, dass es ein latentes Ungleichgewicht im deutsch-französischen Kultur- und Literaturaustausch gibt, nämlich einen weit stärkeren Kulturtransfer von Deutschland nach Frankreich als umgekehrt. Zugleich wird aber auch deutlich, dass der literarische (Übersetzungs-)Transfer von Deutschland nach Frankreich auf einem stabilen Fundament steht, der Anteil der verkauften Lizenzen nach konstant bleibt, der Anteil der Belletristik im Bereich der Vergabe von Übersetzungsrechten in den letzten Jahren sogar gestiegen ist.

Anne Seifert hat sich in ihrer Masterarbeit mit dem Titel "Self-Publishing. Ein Geschäftsmodell mit Zukunft?" eines höchst aktuellen Themas in der Buchbranche angenommen; manche Branchenkenner prognostizieren, dass bereits 2017 die Hälfte der Printproduktion durch Self-Publishing generierte Titel sind. Durch den rasanten Aufstieg im Zeichen der Digitalisierung hat sich nicht nur ein neues Publikationskonzept auf dem Buchmarkt etabliert, vielmehr steht die Buchbranche damit insgesamt vor gravierenden Veränderungen. Die Masterarbeit, die auch den historischen Traditionsbezug, die Selbstverlagsprojekte der Aufklärung, einbezieht, rekonstruiert und analysiert mit der Expansion dieses Geschäftszweigs auch dessen fortschreitende Professionalisierung, darüber hinaus weist sie auf eine veränderte Autorenrolle hin.

Ein Teil des Preisgeldes kommt auch in diesem Jahr den Studiengängen Buchwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität zugute. Damit können Lehraufträge, Unterrichtsmaterial, studentische Projekte und wissenschaftliche Veranstaltungen, Tagungen und workshops finanziert werden. Die Studiengänge Buchwissenschaft danken dem Unternehmen Hugendubel für die Großzügigkeit und das nachhaltige Interesse an der Förderung des aus der Münchner Buchwissenschaft kommenden Nachwuchses für die Buchbranche.
Für die stimmungsvolle Herbst-Dekoration des Fakultätssaals und das reichhaltige, großartige Buffet sei, über die engagierte Fachschaft hinaus, allen Studierenden, die ihren Beitrag dazu und insgesamt zum Gelingen des Netzwerkabends geleistet haben, sehr herzlich gedankt.

Wer Interesse an den preisgekrönten Arbeiten hat, die voraussichtlich publiziert werden, und weitere Fotos vom Netzwerkabend anschauen möchte, kann sich gerne wenden an bzw. informieren unter:
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