Zentrum für Buchwissenschaften
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Lehrveranstaltungen Sommersemester 2019

Anmeldung für alle buchwissenschaftlichen Veranstaltungen ausschließlich über LSF!

Hier sind auch sämtliche Räume und Einzeltermine zu den Veranstaltungen angegeben.
Belegungsfristen beachten!!

Jörg Alt
Herstellung im Buchverlag

14-tägig, Di 18 - 20 Uhr

Wie wird aus einem Manuskript ein Buch oder ein anderes Verlagsprodukt? Welche Stationen werden durchlaufen und welche Rahmenbedingungen sind nötig? Die Hersteller verantworten Gestaltung und Produktion des einzelnen Buches ebenso wie den Aufbau der nötigen Strukturen und Abläufe. Bei alldem soll das gut gemachte und schöne Buch nicht aus dem Blick verloren werden. Die Kunst ist, all dies im vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen zu erreichen. Daraus ergeben sich die Themen der Veranstaltung:
- Konzeption und Gestaltung: Satz, Lithografie und Layout
- Druck und Bindung: Technik und Materialien
- Produktionssteuerung und Terminplanung
- Medienneutrales Produzieren
- Datenhaltung: Produktions- und Metadaten
- Kalkulation: Produktionskosten und Verlagskalkulation


Ulrike Altig
Buchmarkt- und Leseforschung / Marktforschung

Blockseminar

Erarbeitet werden die Grundlagen der Marktforschung sowie die Differenzierung der empirischen Forschung von qualitativen und quantitativen Methoden. Anhand von Beispielen wird der Kommunikationsprozess von der Aufgabenstellung, der Ermittlungsmethode bis zur Ergebnispräsentation erarbeitet.
Die wichtigsten Fragen der Buchbranche werden aus Sicht der Buchhändler und der Buchverlage anhand eines Buchmarktforschungs-Tools erläutert und die entsprechenden Schlussfolgerungen daraus erarbeitet.


Friederike Barakat
Internationales Lizenzgeschäft

14-tägig, Do 18 - 20 Uhr

Die breite Auswertung des Rechtes zur “Vergabe von Lizenzen für Ausgaben in fremdsprachigen Ländern” ist ein wichtiges Standbein von Verlagen, das der internationalen Vernetzung und Autorenpflege ebenso wie kommerziellen Interessen dient. Das Seminar soll Ihnen einen differenzierten Einblick in die Praxis der internationalen Lizenzvergabe vermitteln. Dabei geht es im Wesentlichen um
-die Sicherung, Analyse und Verwaltung von Rechten
-die Bewertung und strategische Planung des Lizenzverkaufs mit einem Exkurs in die -Möglichkeiten der Koproduktion
-die Kenntnis internationaler Buchmärkte
-die Kommunikation im internationalen Lizenzgeschäft
-Lizenzverträge und ihre Verhandlung
-Mittel zur Übersetzungsförderung und die Betreuung von vergebenen Lizenzen

Daneben werden wir uns auch mit dem internationalen Lizenzeinkauf beschäftigen.


Dr. Ulrike Brandt
Redaktion und Lektorat

14-tägig, Di 14 - 16 Uhr

Wie arbeiten Redaktion und Lektorat in Verlagen? Wir erproben das grundlegende Handwerkszeug: wenden Korrekturzeichen und Manuskriptrichtlinien an, nehmen die wichtigsten Nachschlagewerke zur Hand, testen Lesestrategien, kollationieren Abzüge, beurteilen Exposés, verfassen Gutachten, Umschlag- und Vorschautexte, machen Titel- und Gestaltungsvorschläge, sammeln Produktideen, beobachten marktgängige Themen, analysieren Programmplanungen und vergegenwärtigen uns die Positionen von Autor, Herausgeber und Verleger ebenso wie von Herstellung, Grafik, Marketing und Vertrieb.


Constanze Braun
Einführung in die Vielfalt der Verlags-PR

14-tägig, Mo 10 - 12 Uhr

Das Seminar soll die vielfältige Arbeit der Presseabteilung in einem Verlag darstellen. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit als Schnittstelle zwischen Programm, Vertrieb und Journalisten ist ein zentraler Bereich im Verlag und erfordert daher verschiedenste Kompetenzen: Texten, Präsentationsgeschick und Verkaufstalent, konzeptionelles Denken, Kreativität und Organisationstalent sowie natürlich kommunikative Fähigkeiten mit verschiedenen Zielgruppen. Im Seminar lernen Sie die Aufgaben, Arbeitsweisen und Ziele der Pressearbeit kennen sowie die wichtigsten PR-Instrumente. Die Zusammenarbeit mit Journalisten und Autoren ist genauso Thema wie die PR-Konzeption, das Texten, die Presseveranstaltung als PR-Werkzeug, Lesungen, Story-Telling, Social Media und vieles mehr. Kernthemen sehen wir uns genauer an und erarbeiten diese gemeinsam: Wir üben an Hand von Beispielen das Präsentieren, Texten und die Kommunikation mit den verschiedenen Zielgruppen. Das Seminar soll die spannende Vielfalt der Verlags-PR zwischen Theorie, Fallbeispielen aus der Praxis und praktischen Elementen lebendig darstellen.


Susanne Brudermüller
Redaktion und Lektorat für Masterstudierende

14-tägig, Do 16 - 18 Uhr

Durch den digitalen Wandel und Restrukturierungen in Verlagen haben sich die Aufgaben von Lektoren und Redakteuren in den letzten Jahren stark verändert. Wie sieht jetzt der Arbeitsalltag in einem Sach- und Fachbuchverlag aus? Veränderte Arbeitsbedingungen eröffnen auch neue Möglichkeiten, das Lektorat zu gestalten - angestellt oder selbstständig. Zentrale Arbeitsbereiche des Lektorats werden vorgestellt und besprochen: Lektorat nicht gleich Redaktion, Planung und Durchführung von Projekten, Autorenakquise und Zusammenarbeit mit Autoren, Arbeiten im Team mit anderen Verlagsabteilungen, Arbeit am „Manuskript“ und am digitalen Produkt, Korrektorat, Contentmanagement. Praxisbeispiele veranschaulichen, welche vielfältigen Kenntnisse und Fähigkeiten Lektoren und Redakteuren mitbringen sollten. Und schließlich: Wie sich Lektoren und Redakteure auf die sich stetig wandelnden Anforderungen einstellen können, um mehr und mehr als Produktmanager in einem Verlag, als „Schnittstelle“ zwischen Autoren und Markt zu bestehen oder freies Lektorat als Dienstleistung anzubieten.


Ralph M. Danna
Modernes Antiquariat

14-tägig, Mi 10 - 12 Uhr

Um was handelt es sich bei „Spezialbuchmärkten“ oder besser gesagt bei MA (Modernem Antiquariat)? In dem Kurs werden eingehend die Besonderheiten der MA Märkte und Ihre wichtigsten Markteilnehmer intensiv erläutert. Ferner bietet der Kurs einen Einblick in den komplexen Ablauf wann und warum ein Buch zu einem MA-Titel wird. Es wird aufgezeigt, welche Faktoren für ein erfolgreiche Vermarktung in den Spezialbuchmärkten unumgänglich sind und….

* Welche Arten von MA gibt es
* Welches sind die wichtigsten Vermarktungsschienen
* Was sind die wesentlichen Faktoren die es zu beachten gilt
* Konform der Buchpreisbindung vermarkten
* Vor- und Nachteile der Großantiquariate
* Welchen Einfluß hat die Digitalisierung und Internationalisierung auf das MA
* Prozessoptimierungen im MA
* Büchern eine “2. Chance“ geben
* Ertragsoptimierung durch einen optimalen Sortimentsmix
* Welche Risiken/Chancen bestehen durch und mit dem Onlinehandel


Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Heino Ewers
Kinder- und Jugendbuch: Produktion, Distribution, Vermittlung, Kritik; Buchgattungen und literarische Genres.

Blockseminar

In dem Blockseminar soll es um die Grundstrukturen eines Buchmarktsegments und eines Literaturbereichs gehen. Deren Erarbeitung soll am Leitfaden des folgenden Grundlagentexts geschehen: Hans-Heino Ewers: Literatur für Kinder- und Jugendliche. Eine Einführung in Grundbegriffe der Kinder- und Jugendliteraturforschung. Fink/UTB 2124. Zweite Auflage 2012 (!). Die Teilnehmer werden gebeten, sich dieses Buch anzuschaffen. Zu jedem Block sollen Kurzreferate (10 Minuten) vorbereitet werden, in denen ein Verlag, eine Institution, eine Buchgattung oder ein Genre vorgestellt wird.


Ulrich Deurer
Marketing und Vertrieb für Buchverlage

Blockseminar

Das Seminar vermittelt aus der Sicht von Publikumsverlagen Grundlagen von Marketing und Vertrieb im Buchmarkt. Unter Berücksichtigung der aktuellen Marksituation im Handel mit Büchern (digital und Print) werden Vertriebswege beleuchtet, Kalkulation und optimale Preis- und Auflagenfindung sowie die die gesamte Organisation der Produkterstellung behandelt. Außerdem werden die Kommunikationsstrukturen innerhalb des Verlags und nach außen in Bezug auf die Handelspartner im Sinne eines optimalen Marketings und Vertriebs dargestellt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.


Clara Fernández López
Kooperationen und Lizenzen

14-tägig, Mi 16 - 18 Uhr

Das Seminar vermittelt die Grundlagen für die Planung oder Erweiterung des Verlagsgeschäfts auf internationalen Märkten. Erarbeitet werden die Methode für die Analyse der Potentiale - unter Berücksichtigung der Faktoren zielgerichtete Planung der Programmstrategie, Unternehmensziel, Vertriebswege und Kosten - sowie die Wege zur Umsetzung der Positionierung im internationalen Verlagsgeschäft. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Analyse von praktischen Beispielen sowie der Erarbeitung spezifischer Vorschläge für eigene Geschäftsmodelle.
Bearbeitet werden die Themen
• Strategische tools zur Analyse des verlagsspezifischen Potentials im internationalen Geschäft
• Entwurf der Programmstrategie: die wichtigsten Anforderungen
• Zielformulierung im Unternehmen
• Formen der Kooperation: marktspezifisch, technisch, rechtlich
• Wettbewerber als Partner: Identifizierung von Kooperations- und Vertriebspartnern in internationalen Märkten
• Lizenzmodelle zur internationalen Vermarktung
• E-Publishing und Open Access als Plattform für internationale Märkte
• Spezifika und Strukturen der strategisch wichtigsten Märkte


Prof. Dr. Gustav Frank
Medien der Literatur

Do 12 - 14 Uhr

Ohne medialen Ort ist Literatur nicht denkbar. Doch reicht es nicht hin, die Rolle des Mediums dabei auf die “Vermittlung” zu reduzieren, so als gäbe es Literatur immer schon, die dann erst vermittelt werden müsste. Was als ‘Literatur’ in einer konkreten historischen Epoche jeweils verstanden wird, ist Effekt ihrer Medien, die Möglichkeiten eröffnen und Grenzen ziehen. Somit besteht zunächst für beide Begriffe des VL-Titels Klärungsbedarf. Denn was hier unter Medium und was unter Literatur verstanden werden soll, darüber besteht in der Forschung kein Konsens. Gesichtet wird dazu ein Spektrum an Vorschlägen, das von einer engsten Fassung (”Literatur als Medium”) bis zu einer weitesten Fassung (”Medienkulturgeschichte als Systemgeschichte” der Menschmedien als Primärmedien, gedruckten Sekundärmedien, elektronischen Tertiärmedien, digitalen Quartärmedien) reicht. Die VL optiert dabei für eine Koevolution von Druckmedien und einem starken Konzept ‘autonomer Literatur’ – eine Koevolution, die sich erst im 18. Jahrhundert und im Rahmen der europäischen Aufklärung vollziehen kann. Dazu sind die Thesen zu belegen und am Beispiel zu veranschaulichen, dass es 1) Literatur vor dem Druck nicht geben kann und dass 2) erst ein bestimmter Stand der Druckmedien ‘Literatur’ im starken Sinn überhaupt ermöglicht. Nach diesem ersten Teil einer historischen Klärung der Begriffe, wird sich die VL zunächst mit den sog. 6 “Druckmedien der Literatur” (Blatt, Heft, Kalender, Zeitung, Zeitschrift, Buch) beschäftigen und an ausgewählten Beispielen zeigen, welche Formen und Gattungen von Literatur die Druckorte jeweils ermöglichen und begünstigen. Stehen am Beginn der VL die Fragen nach einer ‘Literatur vor dem Druck’ und einer ‘Literatur vor der Literatur’, so beschäftigt sich ihr dritter Teil mit den Medien der Literatur ‘nach dem Druck’ (nach der Vorherrschaft der Printmedien): Dabei stehen Radio, Film und Fernsehen im Mittelpunkt – wieder als ‘Medien der Literatur’ und nicht ihrer Vermittlung. Den Schluss soll ein Ausblick auf die Zeit ‘nach den analogen Medien’ bilden. Die VL richtet sich an Studierende der Literatur-, Medien- und Buchwissenschaften. Es besteht Gelegenheit zur Diskussion.


Prof. Dr. Gustav Frank
DDR-Literatur

Mi 10 - 12 Uhr

30 Jahre nach dem „Mauerfall“ will das Seminar einen Überblick über die Geschichte der Literatur in der DDR erarbeiten. Dazu sind zunächst die politischen, ideologischen und ökonomischen Rahmenbedingungen in Literatursystem und Verlagslandschaft zu erschließen, um dann in Lektüren vor allem erzählender Literatur die historische Entwicklung der literarischen Verfahrensweisen, der erzählten Geschichten, Entwürfe von Geschlechterrollen, Lebensläufen und Gesellschaft nachzuzeichnen. Zugrunde gelegt wird eine Periodisierung in fünf Etappen, die auch die Nachkriegszeit mitumfasst: I 1945-49: Kulturbund-Literatur, II Die 1950er Jahre: Aufbauliteratur, III Die 1960er Jahre: Ankunftsliteratur, IV Die 1970er Jahre: Liberalisierung, V Die 1980er Jahre: Untergrundliteratur. Die Textauswahl wird nach Absprache erfolgen.


PD Dr. Johannes Frimmel / Prof. Dr. Christine Haug
Das Kinder und Jugendbuch – seine Geschichte, sein Studium und seine Verlage

Di 12 - 14 Uhr

Das Zentrum für Buchwissenschaft arbeitet an einer verstärkten Präsenz des Spezialmarkts Kinder und Jugendbuch in der Forschung und Lehre sowie an einer Institutionalisierung der Zusammenarbeit mit der Internationalen Jugendbibliothek (Schloss Blutenburg). Diese Vortragsreihe gilt als eine Auftaktveranstaltung. Eingeladen sind einerseits namhafte Verleger von Kinder und Jugendbüchern, u.a. Hanser, S. Fischer und Mixtvision mit einem facettenreichen Programm, andererseits kleine Kinderbuchverlage, die mit einem eher unkonventionellen, ja „widerborstigen” Titeln sich einen Namen gemacht haben. Die Vortragsreihe bietet Einblicke in das Geschäft mit Kinder-und Jugendbüchern, in die Programmgestaltung eines Kinder- und Jugendbuchverlags; diese Vorträge werden flankiert von einer Einführung in die Jugendbuchforschung, in die Bestände und Nachlässe der Internationalen Jugendbibliothek, darüber hinaus wird eine Münchner Illustratorin zu Wort kommen, die die Frage nach speziellen Bildlektoraten im Bereich des Bilderbuchs /des illustrierten Buches aufwirft.


PD Dr. Johannes Frimmel
Methodische Grundlagen der Buchwissenschaft

Kurs A Mi 16 - 18 Uhr, Kurs B Do 12 - 14 Uhr

In dem Seminar werden gemeinsam Grundlagentexte zur Buchwissenschaft gelesen. Unter anderem werden in Grundzügen Pierre Bourdieus Feldtheorie sowie Luhmanns Systemtheorie vorgestellt und auf ihre Anwendbarkeit auf die Buchwissenschaft befragt. Weiters werden verschiedene theoretische Modelle der Buchwissenschaft erörtert. Daran schließt sich die Diskussion aktueller Themen der Buchbranche wie Urheberrechtsfragen, Zensur und Medienkontrolle oder die Stellung des Buches zu den Neuen Medien an.


PD Dr. Johannes Frimmel
Aktuelle Forschungsfragen

14-tägig, Mi 18 - 20 Uhr

Das Forschungsseminar richtet sich an BA-Buchwissenschaftler/innen, die ihre Abschlussarbeit vorbereiten. In diesem Seminar werden Forschungsthemen, Methodik und Aufbau der Arbeiten erörtert, wobei die Teilnehmer die wissenschaftlichen Exposés für angemeldete Abschlussthemen zur Diskussion stellen.


PD Dr. Johannes Frimmel / Prof. Dr. Christine Haug
Oberseminar für MA-Studierende

14-tägig, Mi 18 - 20 Uhr

Das Oberseminar wendet sich an Abschlusskandidat/innen des MA Verlagspraxis und des MA Buch- und Medienforschung, die ihre Masterarbeit verfassen wollen. Im Seminar werden die Themen der MA-Arbeiten präsentiert und zur Diskussion gestellt. Begleitend wird mit allen Studierenden ein wissenschaftliches Exposé der MA-Arbeit entwickelt und intensiv besprochen.


Ina Fuchshuber
Digitalisierungstechniken und ihr Einsatz

Blockseminar

Welche Auswirkungen haben neue Technologien und Digitalisierung auf die Wertschöpfung im Verlag und wie nutzt man die Chancen, die daraus entstehen? Das ist die zentrale Frage dieses Blockseminars.
Die Studierenden lernen
- die wichtigsten Treiber von bloßen Buzzwords der Digitalisierung zu unterscheiden
- wie große Ökosysteme weitreichende Veränderungen im Tages- und strategischen Geschäft von Verlagen bewirken
- wie Arbeitsweisen der Softwareindustrie zum Verlagswesen passen
- Methoden des Design Thinking und Lean Development kennen
- Methoden der Generierung und Bewertung von Geschäftsmodellen kennen und diese anzuwenden
Mitzubringen ist ein digitales Geschäftsmodell aus der Medienbranche, das einen selbst überzeugt (und das man idealerweise sogar nutzt!).


Prof. Dr. Christine Haug
Lektürekurs zu buchwissenschaftlichen Forschungstexten

Mo 14 - 16 Uhr

Ziel des Seminars ist es, auf Grundlage der gemeinsamen Lektüre von Schlüsseltexten der Frage nach dem Potenzial von Medienwechseln, von medialen Übergängen nachzugehen, diese eben nicht allein als Opposition von analogen und digitalen Medien zu sehen, sondern als produktives Spannungsfeld für die Entstehung von neuen Medien und neuen Formen von Mediennutzung.


Prof. Dr. Christine Haug
Theodor Fontane (1819-1898) und die Medien

Di 16 - 18 Uhr

2019 feiert der deutsche Schriftsteller Theodor Fontane (1819-1898) seinen 200. Geburtstag. Gelegentlich eine Ausstellung an seinem Geburtsort im brandenburgischen Neuruppin meinte die Kuratorin, Fontane hätte sicherlich getwittert, wäre diese moderne Kommunikationstechnik bereits zur Verfügung gestanden. Dies sei dahingestellt, doch Theodor Fontane gehörte zweifelsohne zu den Schriftstellern, die den deutschsprachigen Literaturbetrieb exzellent kannten und ihre Texte in vielfältigen Publikationsformaten auf den Markt brachten, Texte zunächst als Fortsetzungslieferungen in Zeitschriften publizierten, schließlich als wiederverwerteten, etc. Am Beispiel Theodor Fontanes kann der Literaturbetrieb im 19. Jahrhundert in all seinen Facetten dargestellt werden. Im Seminar wird an Fallbeispielen Produktion, Vertrieb, die Mehrfachverwertung von literarischen Texten in verschiedenen literarischen Publikationsformen herausgearbeitet; des weiteren gilt es die Arbeitsbedingungen des Autors, schreiben unter den Bedingungen von Zensur, die Autor-Verleger Beziehung, die Arbeitsorganisation, die Verdienstmöglichkeiten, die Honorare eines Autors in dieser Zeit zu untersuchen. Ziel des Seminars ist es, am Beispiel des Schriftstellers Theodor Fontane in den Literaturbetrieb im 19. Jahrhundert einzuführen.


Dr. Harald Henzler
Geschäftsmodelle im digitalen Zeitalter

Blockseminar

Die Printerlöse wachsen nicht, digitale Angebote nehmen zu und die Verlage sind längst nicht mehr die alleinigen Anbieter von Inhalten. Was ist “Content” noch wert und wie findet man da die richtigen Geschäftsmodelle? Die TeilnehmerInnen werden gebeten, Ideen für neue Angebote mitzubringen, die wir im Seminar in Gruppenarbeiten weiterentwickeln. Durch die gemeinsame Bearbeitung wird beispielhaft deutlich, was alles zu einem Geschäftsmodell gehört, worauf man im Konkreten achten muss und wie Medienangebote heute konzipiert werden müssen, um überhaupt konkurrenzfähig zu sein.


Dr. Tobias Heyl
Redaktion und Lektorat

14-tägig, Mo 18 - 20 Uhr

Das Seminar soll Ihnen einen möglichst realistischen Einblick in die Arbeit des Sachbuchlektorats vermitteln. Dort ist der Veränderungsdruck, der von der Digitalisierung ausgeht, besonders stark zu spüren. Wir wollen uns einen Überblick über die aktuelle Sachbuchproduktion verschaffen, wir werden uns fragen, wer überhaupt Sachbücher schreibt (und warum), wir besprechen die Beurteilung und Akquise von Projekten, außerdem die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen in Herstellung, Vertrieb, Werbung und Presse. Dabei werden wir auch diskutieren, welche Rolle das Sachbuch in der Konkurrenz zu anderen Informationsquellen spielt und in Zukunft spielen könnte. Wo immer es geht, sollen Sie die Möglichkeit haben, praktische Arbeiten auszuprobieren. Damit wir gleich loslegen können, sollten Sie sich schon vor Beginn des Semesters in der Presse, im Internet und in Buchhandlungen über die aktuelle Sachbuchszene informieren. Außerdem ist bis zur ersten Sitzung mindestens eines dieser drei Sachbücher zu lesen: Philipp Blom: Was auf dem Spiel steht (Carl Hanser Verlag, ab 22.03. auch als Tb. bei dtv), Tim Marshall, Die Macht der Geographie (dtv), Lindsey Fitzharris, Der Horror der frühen Medizin (Suhrkamp Tb.). Am besten, Sie lesen gleich alle drei.


Dr. Georg Kessler
Ratgeberliteratur im deutschsprachigen Vergleich

Blockseminar

Ratgeber zählen zu den wichtigsten Literaturgattungen der Buchindustrie. Das Seminar beleuchtet nicht nur ihre wirtschaftliche Bedeutung für den Sortimentsmarkt und die private Buchnachfrage, sonder vermittelt auch einen Überblick über die nationale und europäische Ratgeberlandschaft. Dabei werden gattungsspezifische Unterschiede zum Sachbuch ebenso thematisiert wie die Rolle von Marken oder entscheidende programmpolitische Einflußfaktoren wie der Medienwandel. Vorgesehen ist darüber hinaus ein Besuchstermin beim Marktführer Gräfe und Unzer Verlag einschließlich eines Vortrages über das Lizenzgeschäft mit Ratgebern.


Christine Kluge
Einführung in die Programmplanung

Blockseminar

Die Buchbranche unterliegt einem starken Wandel. Insbesondere im Ratgeberbereich sind Internet und auch Zeitschriften eine große Konkurrenz - und Titel zu verlegen, die die Zielgruppe begeistern, ist anspruchsvoller denn je.
Doch trotz zahlreicher kostenloser Inhalte gibt es noch immer noch gedruckte Bestseller in diesem Marktsegment.
- Wo suche ich nach innovativen neuen Ideen für erfolgreiche Ratgeber?
- Welche Themen interessieren meine Zielgruppe und wie müssen diese aufbereitet sein?
- USPs – was muss ein Ratgeber mitbringen, um am Markt Erfolg zu haben.
- Wie finde ich die richtigen Autoren?
- Wie setzt sich ein Buchteam zusammen?
- Was zeichnet ein gutes Manuskript aus?
- Von der Idee bis zum Buch – Wie sieht ein Projekt- und Zeitplan aus?
Mit diesen Inhalten beschäftigt sich das Seminar ganz praxisbezogen. Wir werden für 2 unterschiedliche thematische Schwerpunkte einen mit Einzeltitel und Reihentitel planen.
Am Ende des Seminars sollen die Ergebnisse in einer kleinen Präsentationen vorgestellt werden und zuhause weiter ausgearbeitet werden.


Silke Kords
Programmgestaltung im erzählenden Kinder- und Jugendbuch

Blockseminar

Die Planung eines erfolgreichen Kinder- und Jugendbuchprogramms erfordert strategisches Denken und Flexibilität. Außerdem gilt es schwer kalkulierbare Trendwellen zu berücksichtigen, die der Titelplatzierung innerhalb eines Programmes vorausgehen. Druckauflagen sinken, die Konkurrenz auf dem Print-Markt sowie auf dem Digitalen Markt steigt. Immer mehr Verlage ergänzen ihr Buchprogramm mit digitalen Produkten. Inwieweit diese Formate in klassischen Verlagsprogrammen berücksichtigt werden ist sehr unterschiedlich und unterliegt ständigem Wandel. Nach einem kurzen Überblick zum aktuellen Status Quo auf dem Kinder- und Jugendbuchmarkt zu diesem Thema werden Perspektiven für die Programmgestaltung von Morgen diskutiert. Außerdem soll an konkreten Beispielen herausgearbeitet werden, welchen Marktbewegungen das erzählende Kinder- und Jugendbuch (Alter 8 – 14) aktuell unterworfen ist. Darauf aufbauend dürfen die Teilnehmer in kleinen Workshops für die Zukunft tragfähige Methoden der Programmplanung entwerfen. Ziel des Seminars ist es ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Fragen sich Programmgestalter im Bereich des Kinder- und Jugendbuchs stellen und welche Wege Verlage beschreiten können, um weiterhin erfolgsversprechend Titel im Markt zu platzieren.


Dr. Helmut Kronthaler
Comics, eine Einführung in ihre Geschichte, Ästhetik und Erforschung

Di 16 - 18 Uhr

Das Seminar gibt einen Überblick über die historische Entwicklung der Comics und ihre aktuellen Ausprägungen. Neben verschiedenen Publikationsformen (z.B. in der Zeitung, als Heft, Album oder Buch und im Internet) werden werden Herstellungsprozesse und Vertriebswege erläutert. Wir beschäftigen uns kritisch mit Begriffen wie Medium und Genre, mit der Rezeption von Comics durch Leser, Sammler und Fankultur sowie mit spezifischen Ausprägungen im Mainstream und in der Subkultur, im Underground oder in der Independent-Szene und betrachten Comics als transmediales Phänomen (z.B. Film, Fernsehserien, Computerspiele). Länder- bzw. kulturspezifische Charakteristika und Begriffe (z.B. Bande dessinée, Fumetti oder Manga) werden internationalen und transnationalen Entwicklungen gegenübergestellt. Zudem diskutieren wir verschiedene Ansätze älterer und aktueller wissenschaftlicher Comicforschung. Gegen Ende des Seminars werden schließlich einzelne Comics von Alan Moore gelesen und erläutert. Zur Vorbereitung empfiehlt sich die Lektüre des Essays „ Das Prinzip Bildgeschichte“ von Dietrich Grünewald (http://www.comicforschung.de/tagungen/06nov/06nov_gruenewald.pdf).


Andreas Ländle
Digital Publishing - Strategien, Produktmanagement und neue Geschäftsmodelle

Blockseminar

Das Digitalgeschäft hat sich in den letzten Jahren zu einer wichtigen wirtschaftlichen Säule der Publikumsverlage entwickelt. Entsprechend sollte sich das digitale Publizieren in der Unternehmensstrategie niederschlagen. Wie formuliert man eine solche Strategie und definiert die relevanten Handlungsbereiche? Welche Rolle spielen dabei Unternehmensstruktur und -kultur? Bei der Umsetzung der Strategie in die Praxis ist zu entscheiden, welche digitalen Verlagsprodukte den Kundenbedürfnissen gerecht werden. Das Projektmanagement bedient sich bei deren Realisierung immer häufiger agiler Methoden. Und schließlich gilt es, neue Wege bei Vermarktung und Vertrieb zu beschreiten. Wie steuert man also die Umsetzung von eBooks? Wie sinnvoll sind Apps? Wie erreicht man sein digitales Lesepublikum? Neben allen Herausforderungen für das klassische Verlagsgeschäft und dem Transfer alter Modelle ins digitale Zeitalter, ermöglicht der Wandel auch, komplett neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Doch wo setzt man an? Und wie gelangt man von einer ersten Idee zu einem konkreten, strukturieren Business Model? Ziel des Seminars ist es, die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung für Verlage zu diskutieren. Anhand konkreter Fallbeispiele werden verschiedene digitale Produktformen auf ihre Planung, Umsetzung und Vermarktung hin beleuchtet. Als Kernaufgabe soll schließlich ein digitales Geschäftsmodell mit Verlagsbezug definiert und präsentiert werden.


Dr. Wolfgang Lent
Urheber- und Medienrecht für Verlage

14-tägig, Do 18 - 20 Uhr

Welche Rechte haben Autoren? Was regeln Buchverträge? Gilt die Buchpreisbindung auch für E-Books? Und was ist mit Schriftstellern, die andere Menschen als Vorbilder für ihre Romanfiguren verwenden – ist das zulässig? Diese und viele andere Rechtsfragen spielen in der Verlags- und Medienpraxis eine große Rolle. Die Lehrveranstaltung bietet anhand von Übungsfällen und ausführlichen Studienunterlagen eine Einführung in das buchspezifische Urheber- und Medienrecht. Sie gibt den Studierenden Hilfestellungen für eine spätere Verlagsarbeit, vermittelt aber auch rechtliches Basiswissen für freie Tätigkeiten in der Verlags- und Medienbranche. Die Lehrveranstaltung gliedert sich in zwei Teile:
Teil A: Urheberrecht
- Geschützte Werke, Leistungsschutzrechte, Schutzdauer
- Urheberpersönlichkeitsrecht und wirtschaftliche Verwertungsrechte
- Schranken des Urheberrechts
- Buchverträge (Urhebervertragsrecht)
- Verwertungsgesellschaften
Teil B: Medienrecht
- Kunstfreiheit, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und andere Publikationsfreiheiten
- Persönlichkeitsrechte, z.B. Schutz von Persönlichkeitssphären, Schutz der Ehre und Recht am eigenen Bild
- Abwägung zwischen Publikationsfreiheiten und Persönlichkeitsrechten, Beachtung publizistischer Sorgfaltspflichten bei Buchpublikationen
- Bücher und Jugendmedienschutz
- Buchtitelschutz, Buchpreisbindung und Rechtsfragen der Buchwerbung


Thomas Montasser
Aktuelle Problemstellungen des Belletristikmarkts

14-tägig, Fr 16 - 18 Uhr

Kunst oder Kommerz? Krise oder Chance? L’art pour l’art oder Entertainment? Alte Fragen stellen sich in den letzten Jahren völlig neu. Anhand konkreter Beispiele und im Gespräch mit verschiedenen Beteiligten (Autor/in, Lektor/in, Buchhändler/in) beleuchtet die Übung den Wandel auf dem Belletristikmarkt. Dabei werden sowohl die sich verändernden Lesegewohnheiten, als auch die Umwälzungen im Buchhandel, das Phänomen des Selfpublishing und seine Auswirkungen auf den Belletristikmarkt, Fragen wie Preispolitik, Honorarentwicklung und Abbildung des Marktes auf den Bestsellerlisten untersucht.


Laura Mokrohs
Das Buch und seine Paratexte

Do 14 - 15:30 Uhr

Anknüpfend an das Methodenseminar beschäftigt der Kurs sich mit dem Begriff des Paratextes nach Gérard Genette. „Jenes Beiwerk, durch das ein Text zum Buch wird und als solches vor die Leser und, allgemeiner, vor die Öffentlichkeit tritt“ (Genette), soll in seiner Wirkung auf die Rezeption von Büchern analysierte werden. Als Paratexte bezeichnet Genette die Elemente, die ein Buch begleiten und konstituieren, von Autorname und Titel, über Gattungsangabe und Vorwort, bis hin zu Ausstattung und Typografie. Anhand verschiedener historischer und aktueller Beispiele soll der analytische Blick auf den Gegenstand Buch und seine Positionierung auf dem Buchmarkt geschärft werden. Auf Basis von Genettes Paratexte werden eigenständig Analysen vorgenommen.


Dr. Helen Müller
Was ist ein Autor? Geschichte und Konzepte von Autorschaft

Mi 14-16 Uhr

„Was ist ein Autor?“. Dieser Frage geht das Seminar auf zwei Ebenen nach. Zum ersten sollen historische und theoretische Modelle von Autorschaft erarbeitet werden. In der Genie- und Autonomieästhetik des 18. Jahrhunderts etwa stellt sich Autorschaft anders dar als in postmodernen Konzepten: Ist er hier „Schöpfer“, wird er dort einem starken Textbegriff „geopfert“ - um in den letzten Jahrzehnten im Zusammenhang von medialer und digitaler Entwicklung als operationaler Begriff oder „shifter“ wiederzukehren. Zweitens sollen Praktiken von Autorschaft in den Blick genommen werden, die von Selbstherausgeberschaft über inszenierte Autorschaft bis hin zum Labeling, d.h. dem Autor/der Autorin als Marke reichen. Im Zentrum der Überlegungen und Übungen soll dabei die Frage stehen, wie die beiden Ebenen – theoretische und praktische Autorschaft - ineinandergreifen und wie eine Antwort auf die Frage aussehen könnte: Was heißt Autorschaft heute?


Dr. Helen Müller
Buchherstellung: Produktion, Planung, Koordination

Do 10 - 12 Uhr

Wie wird ein Text zum Buch? Für welchen Text ist welche Publikationsform sinnvoll? Wie soll er gestaltet und gesetzt sein, auf welches Papier soll er gedruckt und wie gebunden werden? Das sind Fragen, die nicht nur Design, Ausstattung und Qualität einer Publikation betreffen, sondern auch ihre Kosten. Mit ihnen befasst sich die Herstellungsabteilung im Verlag: vom Grafikdesign über die Druckvorstufe, den Druck, das Binden bis hin zur Kalkulation und Koordination der verlagsinternen und –externen Arbeitsschritte. Im Seminar sollen die Einzelschritte mit Schwerpunkt auf Gestaltung, Typographie, Papier, Drucktechnik und Buchbindeverfahren kleinteilig erarbeitet und zuletzt auch ein Seitenblick auf das e-Book geworfen werden.


Katharina Scholz
Marketing für Buchverlage. Theorie und Umsetzung aus Sicht von Publikumsverlagen.

Blockseminar

Dieses Seminar wird sich mit einer der aktuellsten Entwicklungen für Marketing und Vertrieb von Publikumsverlagen auseinandersetzen und dabei die unterschiedlichen Auswirkungen der Digitalisierung beleuchten. Was sind die wichtigsten Aspekte und wie werden diese genutzt? Was können wir etwa von Anbietern außerhalb der Medienbranche lernen? Durch einen kurzen Rückblick auf die klassischen Marketingaspekte aus dem Seminar “Marketing & Vertrieb 1” im WiSe 2018/19 wird in Teil 2 gezielt die digitalen Entwicklungen erarbeitet. Vorkenntnisse sind nicht notwendig.


Sabine Schulz
Einführung in die Buchmarkt- und Leserforschung

Blockseminar

Big Data – Kundendaten ohne Ende. Je mehr davon, desto besser und glaubwürdiger! Ist das wirklich notwendig? Oder kann Marktforschung auch mit kleinem Budget valide Ergebnisse liefern? In diesem Seminar lernen Sie unterschiedliche Methoden in Theorie und Praxis kennen, die sich schnell in den Verlagsalltag integrieren lassen. Lernen Sie Ihre Kunden besser kennen. Produktideen und Konzepte können während des Entstehungsprozesses laufend bei der Zielgruppe abgefragt und getestet werden. Das führt zu mehr Sicherheit in der Produktentwicklung. Entscheidungsgremien werden leichter überzeugt und der Kostenaufwand bleibt in einem überschaubaren Rahmen.

Programm
Warum überhaupt Marktforschung?
Was verbirgt sich hinter Big Data?
Small Data – kann man den Ergebnissen wirklich trauen?
Zielgruppen zum Anfassen
Marktforschungsmethoden mit Bordmitteln
Datenschutz nicht vergessen!
Praktische Anwendung


Ulrich Störiko-Blume
Wie funktioniert ein Kinder- und Jugendbuchverlag? – Macher, Motive, Märkte, Medien, Mechanismen

14-tägig, Mi 10 - 12 Uhr

Das Kinder- und Jugendbuch stellt die zweitgrößte Sparte im deutschen Buchmarkt. Neben seinem ökonomischen Gewicht spielt es eine entscheidende Rolle für den Lesernachwuchs. Kinder- und Jugendbuchverlage gehören zu den Publikumsverlagen, sind jedoch eine eigene „Szene“. Denn im Unterschied zu Büchern für Erwachsene werden v.a. Kinderbücher nicht von der Zielgruppe selbst gekauft. Noch nie wurden so viele Kinder- und Jugendbücher verlegt wie heute; die Bandbreite des Angebots reicht von Trivialität über solides Handwerk bis zu literarischer Finesse. Folgende Themen werden untersucht:
- Typen von KJB-Verlagen und ihre Marktbedeutung
- Macher und ihre Motive
- das besondere Verhältnis Autor/Lektor
- das interne Zusammenwirken der Verlagsfunktionen
- Außenwirkung, Vermittler
- die Pole Qualität/Quantität, Profil/Profit, Grundbedürfnisse/Trends
- Buchkategorien und ihre Spezifika: Bilderbücher, Kinderbücher, Jugendbücher, Bücher für junge Erwachsene
- Warum sich die Digitalisierung im KJB vorwiegend auf Prozesse und Kommunikation, aber nur wenig auf neuartige Produkte bezieht
- Möglichkeiten und Grenzen der Adressierung an Zielgruppen (z. B. geschlechtsspezifisch)
- Berufsbilder in KJB-Verlagen im Hinblick auf vermeintlich typische Männer- oder Frauenrollen


Martin Thierer
Das Kunstbuch

14-tägig, Do 18 - 20 Uhr

Das verlegerische Vorgehen im Bereich des Kunstbuchs unterscheidet sich teils deutlich von den Anforderungen und Strategien in der Belletristik oder dem wissenschaftlichen Verlagswesen, zudem eröffnen sich zusätzliche Aufgabengebiete und Berufsfelder. Alle Komponenten einer erfolgreichen Verlagswirtschaft - von der Programmplanung und Finanzierung über die Vertragsgestaltung, Rechteklärung und Herstellung bis hin zu internationalen Koproduktionen und Vertriebswegen - sollen in dieser Veranstaltung unter dem speziellen Aspekt Kunstbuch vorgestellt und analysiert werden. Anhand von praktischen Beispielen werden die notwendigen Schritte erläutert, vom Konzept bis zum fertigen Buch.


Dr. Daniela Völker
Buch-PR im Ratgeberverlag

Blockseminar

Anhand von vielen praktischen Übungen erhalten Sie Einblicke in die die Arbeit einer Presseabteilung in einem Buchverlag, schreiben Pressetexte, erstellen Pressepläne und bekommen Antworten auf Fragen wie

  • Wie werden Kochbücher, Lebenshilfe-, Karriere- sowie Fitness- und Gesundheitsratgeber am Besten vermarktet?
  • Welche Medien, konkret Sendungen, Talkshows, Zeitungen, Zeitschriften, Web-Sites und Blogs sind aktuell für Ratgeber/Bücher relevant und warum?
  • Wie entwickelt man PR-Konzepte für Bücher und setzt diese erfolgreich um?
  • Welche Arbeitsmittel werden in der Pressearbeit im Buchverlag eingesetzt?
  • Wie sieht die Zusammenarbeit mit den Journalisten aus? Wie erstellt man einen Presseverteiler?
  • Wie finden die Bücher und Themen auf den einzelnen Social-Media-Kanälen statt?
  • Wie schreibt man Pressetexte? Welche Textarten sind für die Pressearbeit von Bedeutung?
  • Welche (Presse-)Veranstaltungen machen Sinn, um auf das einzelne Buch aufmerksam zu machen? u. v. m.

Gesche Wendebourg
Internationale Buchmärkte – Publikumsverlage

14-tägig, Di 18 - 20 Uhr

Die Übung vermittelt Grundkenntnisse zu internationalen Buchmärkten (englischsprachige Länder. Südeuropa, Osteuropa, Skandinavien, Asien). Erarbeitet werden die Spezifika verschiedener Territorien unter Berücksichtigung statistischer Eckdaten und aktueller Trends. Der Schwerpunkt liegt auf Publikumsverlagen – Verlagsgruppen und Independents – und auf dem internationalen Lizenzgeschäft von Publikumsverlagen.
Bearbeitet werden unter anderem die Themen:
- Infrastrukturen verschiedener Märkte
- Internationale Entwicklungen Audio- und E-Book
- Thematische Trends im Sachbuch
- Genre-Trends in der Belletristik
- International erfolgreiche Autoren
- Der globale Handel mit Übersetzungsrechten
- Die Rolle internationaler literarischer Agenturen und Scouts


Betina Wörgötter
Lektorat in der Praxis

Blockseminar

Akquise, Redaktion, Autorenbetreuung, Vertragsverhandlung, Kalkulation, Promotion ... In dieser Übung soll nicht nur theoretisch gezeigt und verdeutlicht werden, wie der tatsächliche Arbeitsalltag im Lektorat (Buchverlag) aussieht, sondern es werden auch ganz konkrete Aufgaben des Lektorats erarbeitet und erprobt. Vom Verfassen eines Gutachtens über die Erfindung von Titelvorschlägen und Coverideen bis hin zur Produktion eines Vorschautextes und zur Vorstellung eines Buches in der Vertreterkonferenz.