Buchwissenschaft
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Lehrveranstaltungen Wintersemester 2015 / 2016

 

Dr. Gabriele von Bassermann
Von der Handschrift zur Edition

Di 10 - 12 Uhr

Das PS will in die Praxis des Edierens und Kommentierens einführen, die zu den Grundlagen des Fachs zählt. Zunächst sollen Termini und Methoden der Editionsphilologie in der Theorie und anhand von einschlägigen Beispielen erläutert werden. Dazu zählen Fragen wie diese: Gibt es eine vom Autor autorisierte Textfassung? Was ist eine Leseausgabe? Was ist eine historisch-kritische Ausgabe? Wie ediert man verschiedene Überlieferungsstufen eines Textes? Wie sieht ein wissenschaftlicher Kommentar aus?
Sodann werden wir die „Monacensia“, das Literaturarchiv der Stadt München, besuchen. Auf der Grundlage der dort archivierten Autographen bzw. Nachlässe sollen eigenständig kleine Editionen erstellt und gemeinsam diskutiert werden.


Dr. Dorothée Bores
Dieser „seltsame Zwitter aus Literatur und Bild, Kunst und Geschäft“ Der Buchumschlag als kulturhistorischer Untersuchungsgegenstand

Blockseminar

„Verkaufsfaktor U1“: Der Buchumschlag wird heutzutage vor allem als bedeutendes Marketinginstrument eingeschätzt, das auf das Kaufverhalten des Kunden entscheidenden Einfluss nimmt. Kommt es zum Kaufentschluss, so ist – aus Sicht der Marketingexperten – der Zweck des Umschlags erfüllt. War und ist der Buchumschlag wirklich nur ein reines Werbemittel, dem nach dem Kaufakt keinerlei Bedeutung mehr zukommt? Im Proseminar soll mit Blick auf die Historie des „modernen“ Buchumschlages, der um 1900 seine erste Blütezeit erlebte, ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte der Gebrauchsgraphik und visuellen Kommunikation in den Blick genommen werden. Die Funktion und Wirkung, aber auch der Wert des Buchumschlages als (zeit)historisches Dokument, das eine Vielfalt an ikonographischen, numerischen und sprachlichen Informationen bereithält, wird anhand der intensiven Auseinandersetzung mit den Arbeiten ausgewählter Buchgrafiker/innen und Verlage deutlich werden. Eine grundlegende Voraussetzung zur Teilnahme ist die Bereitschaft, sich auf die Präsentation von Informationen und Anschauungsmaterial (!) zu einer Stilrichtung, einem Künstler oder Verlag vorzubereiten, um eine möglichst große Bandbreite ästhetischer und inhaltlicher Gestaltungsmöglichkeiten von Buchumschlägen erfahrbar zu machen. Weitere Informationen zur Themenabstimmung sowie Literaturhinweise erfolgen nach der Anmeldung per E-Mail.


Dr. Sandra Ebert
Grundwissen in Markt- und Werbepsychologie

Blockseminar

Verlage stehen heute vor der Herausforderung, sich auf einem Markt behaupten zu müssen, der einerseits von starken Sättigungserscheinungen und andererseits von starken Veränderungen durch technologische und gesellschaftliche Umbrüche gekennzeichnet ist. Traditionelle Marketingmethoden zeigen hier immer öfter nicht mehr den gewünschten
Erfolg. Einen Ausweg bietet die Markt- und Werbepsychologie. Sie stellt den Verlagen ein Bündel an Möglichkeiten zur Verfügung, um auf schwierigen Märkten erfolgreich agieren zu können.
Das Seminar verfolgt zwei Ziele:

  1. Bei den Studentinnen und Studenten ein Bewusstsein für die psychologischen Mechanismen zu schaffen, die häufig hinter Verhalten und Wahrnehmung der Buchkäufer stehen und
  2. das für das Verlagswesen relevante markt- und werbepsychologische Grundwissen praxisnah und anwendungsbezogen zu vermitteln, so dass das Erlernte später auch im beruflichen Alltag sicher eingesetzt werden kann.

Zahlreiche Übungen, Praxisarbeiten und anschauliche Beispiele sind deshalb fester Bestandteil des Seminars.Themen werden unter anderem sein: Psychologische Abläufe beim Konsumenten, Wahrnehmung (z.B. wahrnehmungspsychologisch sinnvolle Buchgestaltung), markt- und werbepsychologisch ausgerichtete Marketing-Mix-Instrumente, Markenbildung, Zielgruppenanalyse etc. 


Bernhard Fetsch
Methodische Grundlagen des Verlagsmanagements

Blockseminar

Was bedeutet Verlagsmanagement angesichts der Umbrüche der letzten Jahre, teils auch nur Monate? Wie „managet“ man einen Verlag? Was bedeutet hier Führung und Unternehmertum? Was sind die Teilbereiche des Verlagswesens? Welche Sparten -auch jenseits des Buchbereiches- sollte man dabei vor Augen haben? Und welchen Einfluss hat speziell die Digitalisierung auf Geschäftsmodelle, Inhalte und Produktform?
Im Praxisblok werden use cases zur Bearbeitung stehen, anhand derer die erworbenen Kenntnisse aus Marketing & Vertrieb, zur Digitalisierung, über Wertschöpfungsstrukturen sowie die methodischen Grundlagen der gängigsten Analysemodelle angewandt und vertieft werden.


Ina Fuchsuber
E-Publishing 

14-tägig, Do 16 - 18 Uhr

Die digitale Revolution ist da und ermöglicht neue Geschäftsmodelle, stellt aber auch viele Paradigmen in der Verlagswelt auf den Kopf.
Plötzlich sind Autoren, Verlage und Händler Konkurrenten, links und recht wird an den Margen gezerrt, Taschenbücher werden von eBooks substituiert und gleichzeitig sollen die Verlage innovativ neue Produktformen entwickeln und investieren.
Welche Trends heute wichtig sind, welche Produkte, Geschäftsmodelle und Ökosysteme viel versprechend , was Big Data und Discoverability für das digitale Geschäft bedeuten und noch mehr erfahren und erarbeiten Sie in diesem Seminar.
Wir werfen gemeinsam einen Blick auf die Verlagswelt 2015 und

  • den eBook-Markt im Jahr 2015,
  • digitale Produktformen, ihre Entwicklung und Marktchancen,
  • den Vertrieb digitaler Produkte und worauf es dabei ankommt (Stichworte: Discoverability, Mobile Publishing, Ökosysteme, Preismarketing),
  • den Selfpublishing-Markt und seine Implikationen für Verlage, Händler und Autoren und
  • machen einen kleinen Exkurs ins Innovationsmanagement.

Mit den Studierenden gemeinsam werden Produktideen erarbeitet, Fallstudien erstellt und sie können selbst auch Themenvorschläge einbringen; aktuelle Fallbeispiele sind fester Bestandteil des Seminars.


PD Dr. Wilhelm Haefs
Grundlagen der Buchhandels- u. Verlagsgeschichte

Mo 10 - 12 Uhr

Die VL führt in die Geschichte des Buchhandels und des Verlagswesens im deutschsprachigen Raum von seinen Anfängen (hier vom Übergang von der Handschriftenkultur zum Buchdruck im 15. Jh.) bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs mit seinen Folgen ein.
Es gilt die wichtigen Entwicklungsphasen, Innovationen und Zäsuren im Buch- und Verlagswesen darzustellen, die Herausbildung von buchhändlerischen Handelsmodellen und Geschäftsusancen nachzuzeichnen und am Beispiel von einzelnen Verlagsfirmen zu illustrieren. Einen großen Stellenwert nehmen die Ausgangsbedingungen für die allmähliche Entstehung des Urheberrechtsgedankens im ausgehenden 18. Jahrhundert, für die Zensur und ihre fortschreitende Institutionalisierung und Bürokratisierung sowie der wirkungsmächtige Modernisierungs- und Professionalisierungsprozess ein, den die Verlagsbranche im 19. und 20. Jh. durchlaufen hat (bspw. Gründung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Entstehung von Bahnhofs-, Reise- und Warenhausbuchhandel). Auf die Analyse des neuen Typus des 'Kulturverlegers' im Kaiserreich folgt u.a. ein Blick auf die Entwicklung der Verlagsbranche vor dem Hintergrund der intensiven wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Debatten und der rechtlichen Rahmenbedingungen in der Weimarer Republik sowie auf die Auswirkungen der Bücherverbrennungen im Mai 1933 und der nationalsozialistischen Diktatur auf das Buch- und Verlagswesen. Abschließend gilt es, die Nachkriegsjahre (Wiederaufbau des Buchhandels, Gründung der "Rowohlts Rotations Romane" und der ersten Taschenbuchreihen, literarische Institutionen, Anfänge der Gruppe 47 etc.) wenigstens zu skizzieren.


PD Dr. Wilhelm Haefs
Aktuelle Forschungsfragen

Mo 14 - 16 Uhr

Das Forschungsseminar richtet sich an BA-Buchwissenschaftler, die ihre Abschlussarbeit vorbereiten. In diesem Seminar werden Forschungsthemen, Methodik und Aufbau der Arbeiten erörtert, wobei die Teilnehmer die wissenschaftlichen Exposés für angemeldete Abschlussthemen zur Diskussion stellen. Zusätzlich werden ausgewählte relevante wissenschaftliche Neuerscheinungen von den Teilnehmer/innen in Rezensionen vorgestellt.


PD Dr. Wilhelm Haefs
Oberseminar für MA-Studierende

Di 14 - 16 Uhr

Das Oberseminar wendet sich an Abschlusskandidat/innen der buchwissenschaftlichen MA-Studiengänge, die sich zeitnah zu ihrer Masterarbeit anmelden wollen bzw. angemeldet sind. Im Seminar werden die Themen der MA-Arbeiten präsentiert und zur Diskussion gestellt. Begleitend wird ein wissenschaftliches Exposé der MA-Arbeit entwickelt, das intensiv besprochen wird und das anschließend als Einleitungskapitel in die MA-Arbeit übernommen werden kann.


PD Dr. Wilhelm Haefs
Grundkurs Buchwissenschaft

Do 10 - 12 Uhr

Der (Pflicht-)Grundkurs führt Erstsemester in Fachstruktur, Geschichte und Inhalte der Buchwissenschaft ein und vermittelt allgemeine Studierfähigkeiten wie Recherchieren und Bibliographieren, wissenschaftliches Arbeiten und gängige wissenschaftliche Präsentationstechniken.


PD Dr. Wilhelm Haefs
Zensur: Theorie, Praxis, Geschichte

Do 14 - 16 Uhr

Zensur ist ein nach wie vor wirksames Mittel der Kommunikationskontrolle, auch der Normensetzung und Normenbestätigung. Da die Zensur des gedruckten Wortes zuletzt in den ‚demokratischen' Staaten keine wesentliche Rolle mehr zu spielen schien, verlagerten sich die Diskussionen auf das Verhältnis von Persönlichkeitsrecht und Kunstfreiheit sowie auf das Internet und den – unverändert als notwendig deklarierten, aber immer schwerer durchsetzbaren – Schutz von Kindern und Jugendlichen. - Im Seminar geht es um die Theorie, Praxis und Geschichte von Zensur. Neben den strukturellen Aspekten und methodischen Konzepten (rechtshistorisch, soziologisch, diskursgeschichtlich, systemtheoretisch, kommunikationswissenschaftlich, gendertheoretisch – mit Luhmann, Bourdieu, Foucault, J. Butler u.a.) werden die Auswirkungen der Zensur in ereignisgeschichtlicher und struktureller Hinsicht an Fällen vom 16. Jahrhundert bis ins 21. Jahrhundert hinein nachgezeichnet und diskutiert. Zu untersuchen sind Formen, Verfahrensweisen und Instrumente von Zensur, ihre Funktionen in der von Staat, Kirche oder sozialen Gruppen getragenen Durchsetzung von Normensystemen und ihre Relevanz in der Geschichte von Herrschaftsorganisation. Das Quellencorpus ist, entsprechend der Interdisziplinarität des Themas, historisch und gattungsmäßig breit gestreut: von literarischen Texten über politische Reden, Verordnungen, Reichstagsabschieden bis zu juristischen, theologischen und literaturwissenschaftlichen Texten bzw. Gutachten.


Irene Held
Das Sortiment 

14-tägig, Di 18 - 20 Uhr

Der Kurs gibt eine Einführung und einen Überblick über das Verkaufen im Sortimentsbuchhandel. Dabei werden alle Formen der Sortimente und deren Anforderungen besprochen.


Dr. Harald Henzler
Projekt zur Marktforschung

Blockseminar

Die Medienlandschaft existiert schon längst nicht mehr in den Grenzen der Verlagswelt. Jeder Leser ist auch Autor und damit Produzent. In diesem Projekt soll mit praktischen Übungen gezeigt werden, wie man einen Einblick in den Markt erhält. Denn für Medienunternehmen gilt es ja nach wie vor, dass sie Geld verdienen wollen. Sie müssen den Markt und seine Kunden also richtig einschätzen, um das passende Geschäftsmodell für ihr Unternehmen daraus abzuleiten.


Fabian Kern
Chancen und Herausforderungen im Online-Vertrieb von Büchern, eBooks und anderen Verlagsprodukten

Blockseminar

Online-Handel und eCommerce haben seit dem Durchbruch des Internet die Wirtschaft so sehr verändert, dass kaum eine Rahmenbedingung des ökonomischen Handelns unberührt geblieben ist. Auch der Buchhandel ist, wenn auch mit gewissem Zeitverzug gegenüber anderen Branchen, von diesen tiefgreifenden Umwälzungen betroffen – denn neben einem neuen Vertriebsweg entwickeln sich auch zahlreiche neue Konkurrenten, die das Geschäftsmodell der Branche grundlegend verändern. Stellt die Online-Welt den traditionellen Buchhandel in Frage? Oder stehen wir vor einer Transformation, die am Ende mehr Chancen als Gefahren bietet? Im Seminar wollen wir diesen Fragen anhand eines aktuellen Blicks in den Markt diskutieren, unter anderem mit folgenden Aspekten:

  • Rahmenbedingungen des Online-Buchhandels: neue Konkurrenten, neue Chancen
  • eBooks als zentraler Faktor: Digitales Lesen vs. Online-Verkauf von Print-Titeln
  • Internationale Player und deutsche Plattformen: Who is who in der Online-Welt
  • Vermarktung im Web: neue Channels, neue Herausforderungen
  • Discoverability: Sichtbarkeit und Reichweite als die neue Währung

Stephan Kilian
Mediennutzungs- und Leserforschung

14-tägig, Mi 18 - 20 Uhr

Abgestimmt auf das Modul P6 (Theorien und Methoden der empirischen Sozialforschung) werden hier konkrete Studien zur Offline- und Onlinemediennutzung durchgesehen und auf die praktische Verwertbarkeit geprüft. Dabei werden die Unterschiede zwischen beruflicher Lektüre (in Fachmedien) und privaten Lesegewohnheiten genauso betrachtet wie die Herausforderung bei der Umsetzung der Erkenntnisse in konkrete Verlagsprodukte und -angebote. 


Christine Knödler / Rotraut Susanne Berner
Schule des Sehens - wie man Bilder lesen kann

Blockseminar

Der Hintergrund: In den Verlagen, in der Kritik, in der Vermittlung arbeiten in der deutschsprachigen Verlags- und Buchlandschaft fast ausschließlich ExpertInnen für den Text, nicht aber fürs Bild. Das hat enorme Konsequenzen für Programmgestaltung, Bewertung, Vermittlung und Entwicklung im Bereich Bilderbuch. Die Übung soll eine Schule des Sehens sein entlang folgender Fragestellungen: Wie lassen sich Bilder lesen? Wie lässt sich über Bilder und Bilderbücher adäquat reden und schreiben? Was macht ein gutes, was ein schlechtes Bilderbuch aus, welche Kriterien über eine subjektive Einschätzung hinaus lassen sich erarbeiten und anwenden?
Ziel ist es, Kompetenz und Sicherheit in Bewertung und Auswahl zu entwickeln, um nicht zuletzt auch IllustratorInnen angemessene Gesprächspartner sein zu können und die Entwicklung der Sparte Bilderbuch sowie die Bilderbuch-Kritik im deutschsprachigen Raum zu befördern.
Rotraut Susanne Berner, eine der erfolgreichsten Illustratorinnen Deutschlands, und Christine Knödler, Kritikerin und Herausgeberin, geben Einblicke, berichten von Erfahrungen, beleuchten den derzeitigen Status quo sowie Möglichkeiten einer bislang vernachlässigten Kunst. Besuche in Ateliers von und Gespräche mit Münchner IllustratorInnen erlauben zusätzlich Ausblicke auf notwendige Veränderung bestehender Defizite und weitere Blicke hinter die Kulissen. 


Dr. Wolfgang Lent / Dr. Konstantin Wegner
Urheber- und Medienrecht für Verlage

14-tägig, Do 18 - 20 Uhr

Welche Rechte hat ein Autor? Was steht in einem Verlagsvertrag? Welche Bildrechte sind beim Abdruck von Fotos beachten? Diese und andere Fragen spielen in der Verlags- und Medienpraxis eine große Rolle. Die Lehrveranstaltung bietet anhand von Übungsfällen und Beispielen eine Einführung in die entsprechenden Rechtsgrundlagen. Sie gibt Hilfestellungen für die spätere Verlagsarbeit, vermittelt aber auch rechtliches Basiswissen für freie Tätigkeiten in der Verlags- und Medienbranche. Die Lehrveranstaltung gliedert sich in zwei Teile:
Teil A: Urheberrecht
• Geschützte Werke, Leistungsschutzrechte, Schutzdauer
• Urheberschaft, Urheberpersönlichkeitsrechte und wirtschaftliche Verwertungsrechte
• Schranken des Urheberrechts
• Typische Verträge (z.B. Verlagsvertrag, Übersetzervertrag, Lizenzvertrag)
Teil B: Presserecht und Persönlichkeitsrecht
• Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit, Pressefreiheit
• Fallgruppen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts (z.B. Recht am eigenen Bild, Schutz der Intim- und Privatsphäre)


Laura Mokrohs
Expressionismus, Revolution und Literaturbetrieb

Mi 18 - 20 Uhr

Die Revolution von 1918/19 in Bayern stellt nicht nur historisch, sondern auch im Bereich des literarischen Lebens ein spannendes Kapitel dar. Mit Kurt Eisner, Gustav Landauer, Ernst Toller oder Erich Mühsam kommen führende Köpfe des Revolutionsgeschehens in München aus den Reihen der Schriftsteller. Revolution und Räterepublik wurden schnell Gegenstand der Betrachtung in den Werken von Autoren der verschiedensten Lager. Über die als Akteure des politischen Geschehens auftretenden Schriftsteller hinaus zeigt sich so eine enge Verknüpfung von Literatur und Politik, deren ästhetischer Stellenwert beleuchtet werden soll.
Das Seminar nimmt die Literaten der Revolutionszeit, die produktive Verarbeitung der Ereignisse sowie die Strömungen im geistigen Klima Münchens ab den Jahren um 1910 in den Blick. Untersucht werden so Institutionen und Figuren des literarischen Lebens und Verleger und Zeitschriften mit politischem Impetus.
Besonderes Augenmerk gilt dabei auch den Kleinverlagen, wie Heinrich F. S. Bachmair, der sich als erster Verleger in München für die expressionistische Dichtung einsetzte und neben ersten Werken Johannes R. Bechers und Oskar Maria Grafs auch Leonhard Frank oder Else Lasker-Schüler sowie die beiden Zeitschriften „Die Neue Kunst“ und „Revolution“ verlegte.
Relevant ist in diesem Kontext auch Erich Mühsams im Selbstverlag erschienene „Zeitschrift für Menschlichkeit – Kain“, die ebenfalls zu den Veröffentlichungen zählt, die von Idealismus und dem Glauben an gesellschaftliche Veränderung getragen werden.


André Pleintinger
Theorien und Methoden der empirischen Sozialforschung

Blockseminar

Der Kurs ist als eine grundlegende Einführung in das methodische Repertoire der empirischen Sozialforschung in der Buchwissenschaft konzipiert. Durch die Lektüre und kritische Auseinandersetzung mit aktuellen, empirisch-basierten Studien wird erstens das thematische Spektrum von buchwissenschaftlichen Fragestellungen und Forschungsfeldern erschlossen, das mit Hilfe empirischer Methoden erfasst und analysiert werden kann. Zweitens werden für die eigenen Untersuchungen der Studierenden (beispielsweise für Seminar- oder Masterarbeiten) entsprechende Forschungsdesigns entwickelt, die die Seminarteilnehmer befähigen, im Rahmen eigenständig geplanter und durchgeführter empirischer Forschungsvorhaben Daten zu generieren, auszuwerten und zu präsentieren.
Im Zentrum steht dabei das Verfahren der Befragung (mittels Fragebögen oder Interviews); die Studierenden werden bei der Erstellung von Fragebögen, bei der Durchführung von Befragungen sowie bei der Auswertung des gewonnenen Datenmaterials begleitet. Ebenso werden auch die Techniken der sachgerechten Aufarbeitung der Daten / der Befragungsergebnisse und deren grafische Präsentation vermittelt und eingeübt.


 

Dr. Margit Roth
Nur der Inhalt zählt!? Medienbrüche und –kongruenzen produktspezifisch nutzen

14-tägig, Di 8 - 10 Uhr

In Zeiten von Onlineplattformen und Datenbanken, von Tablets und E-Readern entsteht der Eindruck, dass jeder Inhalt für jedes Medium geeignet ist und nur noch technisch umgesetzt werden muss. Aber stimmt das? In diesem Seminar werden wir die Interdependenz von Medium und Inhalt untersuchen und an konkreten Beispielen die Auswirkungen erarbeiten. Anhand dieser Ergebnisse entwickeln wir Szenarien für unterschiedliche Produkte und Inhalte.
Ziel des Seminars ist es, einen differenzierten Blick für Inhalte und Produktformen zu entwickeln und Wissen darüber zu erlangen, welche technischen und wirtschaftlichen Aspekte bedacht werden müssen. 


Stefan Salamonsberger
Messekurs: Buchstark in Leipzig

Mo 16 - 18 Uhr

Der Auftritt auf den Buchmessen in Frankfurt/M. und Leipzig ist ein fester und überaus wichtiger Bestandteil der Buchwissenschaft. Auf den Messen treten Sie nicht nur in Kontakt zur Branche, sondern auch zu den buch- und medienwissenschaftlichen Studiengängen anderer Universitäten. In diesem Kurs wird der Auftritt der Buchwissenschaft München in allen Facetten organisiert und vorbereitet: Buchung von Reise und Unterkunft, Konzeption von Veranstaltungen, Akquise von finanziellen Mitteln, Erarbeiten von Werbe- und Infomaterial und schließlich die Standbetreuung auf der Leipziger Messe vom 17. bis 20. März 2016. Gefragt sind Ihr Engagement und Ihre Kreativität. Von Ihren Ideen und Ihrem Einsatz ist abhängig, wie sich der Studiengang auf der Leipziger Messe präsentiert und wahrgenommen wird. Melden Sie sich für diesen Kurs also bitte nur dann an, wenn Sie Spaß an der Konzeptentwicklung, Standbetreuung und vor allem Zeit für einen Messebesuch haben. Außer den geplanten Sitzungen im Semester können weitere Treffen im Vorfeld der Messe nötig sein. Der Kurs ist sowohl für BA- als auch für MA-Studenten gedacht. Bitte bedenken Sie, dass die aktive Teilnahme an diesem Kurs für diejenigen Studenten, die mit unserem Messeteam den Studiengang Buchwissenschaften der LMU auf der Frankfurter Messe vertreten wollen, obligatorisch ist.


Stefan Salamonsberger
Leseförderung als Verlagsstrategie im Kinder- und Jugendbuchbereich

Blockseminar

Spätestens seit der PISA-Studie 2000 zählt Leseförderung zu den wichtigsten bildungs- und kulturpolitischen Aufgaben. Bund, Länder, Kommunen, Forschung, Stiftungen, Bibliotheken sowie zunehmend freischaffende und ehrenamtlich tätige Personen engagieren sich seitdem in zahlreichen Projekten und Initiativen. Auch Verlage haben dieses Themenfeld als ein wichtiges Marketinginstrument für sich entdeckt. Welche Möglichkeiten bieten Plattformen wie „Antolin“ oder „Onilo“, aber auch Projekte der Stiftung Lesen oder des Börsenvereins (Lesestart und Vorlesekoffer) für Verlage sich im Bereich Leseförderung zu engagieren? Oder ist das alles nur ein PR-Gag? Das Seminar begleitet den Lektürekurs »Lesen im Spannungsfeld zwischen „analog“ und „digital“« und beleuchtet die Strategien von Verlagen und ihrer Partner anhand ausgewählter Beispiele.


Stefan Salamonsberger
Lesen im Spannungsfeld zwischen „analog“ und „digital“

14-tägig, Mo 18 - 20 Uhr

Der Lektürekurs dient Studierenden dazu, sich einen Überblick über die Grundlagenwerke und Neuerscheinungen aus den Themenfeldern Lesesozialisation, Leseförderung und Literacy zu verschaffen. Verschiedene theoretische Positionen sollen dabei hinterfragt und kritisch diskutiert werden. Bestandteil des Kurses sind auch kurze Essays über das eigene Leseverständnis und Einschätzungen zu unterschiedlichen theoretischen Positionen. Ziel des Kurses ist es, die Fähigkeit zu verbessern, mit wissenschaftlicher Literatur umzugehen. Begleitend dazu empfiehlt sich eine Teilnahme an der „Leseförderung als Verlagsstrategie“. 


Stefan Salamonsberger
Was ist was und Bücherbär – Eine Marke für sich?

Blockseminar

Das Kinder- und Jugendbuchsegment ist ein Markt mit großem Potenzial. Es gibt immer mehr Käufer in diesem Warensegment. Die Zahl stieg zuletzt auf ca. 14,3 Millionen. Die Mehrheit der Käufer von Kinder-und Jugendbücher ist über 40 Jahre alt und weiblich. Zunehmend kauft aber auch die Zielgruppe (junge Käufer zwischen 10 und 11 Jahren) für sich selbst ein, tendieren Männer zu Spontankäufen. Was bedeutet das für die Marketingstrategie eines Verlages? Wen will ich wie über welche Kanäle mit meinen Produkten ansprechen? Das Seminar analysiert die Strategien zweier Verlage und entwickelt auf Basis von Marktforschungsstudien eigene Überlegungen zur Vermarktung von Publikationen im Kinder- und Jugendbuchbereich.


Rossi Schreiber
Aspekte der Buchbranche

14-tägig, Mi 12 - 14 Uhr

Gastredner aus der Praxis stellen ihre speziellen Ansätze und Tätigkeitsfelder vor und beantworten Fragen. Wir hören z.B. einen der weltweit wichtigsten Literaturagenten, einen Experten für Modernes Antiquariat (verantwortlich für Restauflagen aus über 40 Verlagen), einen Nischenverleger, eine Social Media-Managerin, den Betreiber eines großen Online-Portals in der Verlagswelt und andere. Ziel der Veranstaltung ist es, interessante Bereiche der Branche in konkreten Fallbeispielen vorzustellen. Für den letzen Termin im Januar dürfen inhaltliche Wünsche geäußert werden.


Sabine Schulz
Programmplanung Fachbuch- vs. Ratgeberverlag

Blockseminar

Sie lernen wichtige Werkzeuge für die Programmanalyse und -planung in Verlagen und erarbeiten die Parallelen und Unterschiede in der Programmplanung zwischen Fachbuch- und Ratgeberverlagen. Wie im richtigen Lektorat konzipieren Sie eine neue Reihe oder einen Einzeltitel unter Beachtung der entsprechenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Praktische Übungen sollen zuhause und im Seminar inkl. kleiner Präsentationen gemacht werden.


Alexander Strathern
Verlagsmanagement in der Praxis

14-tägig, Di 18 - 20 Uhr

Mit der "edition LuMax" konnten Studierende der beiden M.A.-Studiengänge im WS 2013/14 erfolgreich den ersten studentischen Verlag an der LMU ins Leben rufen, der Verlag wurde im WS 2014/15 fortgesetzt. Auf Basis der erarbeiteten Grundlagen soll in diesem Kurs das Projekt fortgeführt und nach Möglichkeit ausgebaut werden. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt: Gemeinsam erarbeiten wir u.a. die Verlagsstrategie, einigen uns auf Programmschwerpunkte, diskutieren über Autorenakquise, kalkulieren Projekte und deren Kosten und versuchen, das Verlagsprojekt über Pressearbeit und Marketing auch in der Öffentlichkeit entsprechend gut zu platzieren. Ziel des Seminars ist es, die - auch in anderen Übungen erlernten - vorhandenen Kenntnisse der Studierenden einzubringen und die "edition LuMax" als wissenschaftlichen Verlag von Studierenden für Studierende zu etablieren und weitere Arbeiten im Verlauf des Semesters zu veröffentlichen.


Patrick Tümmers
Anforderungen an die Lesetypografie

14-tägig, Mo 10 - 12 Uhr

Medien vermitteln ihre Botschaften vor allem durch Bilder, durch Schrift und auch durch Töne. Die Anforderungen an die Mediengestaltung sind dabei nicht nur dem wandelnden Zeitgeist unterworfen, auch der technische Wandel stellt permanent neue Herausforderungen.
Die Fragen an die Typografie und speziell an die Lesetypografie sind, trotz des technischen Wandels, seit dem 15 Jh. nahezu die gleichen geblieben. Es haben sich im Laufe von Jahrhunderten Gesetzmäßigkeiten der Lesbarkeit und Leseführung gebildet, gegen die man nicht ungestraft verstoßen darf und die wir in dem Kurs durch Typografie-Sensibilisierung kennenlernen wollen. 


Dr. Daniela Völker
"Bücher kommunizieren" – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Ratgeberverlag

14-tägig, Mo 18 - 20 Uhr

Die Buchbranche befindet sich im Wandel. In Zeiten der Überproduktion, Konzentration, Kosteneinsparung und wirtschaftlicher Stagnation heißt es für das einzelne Buch: Auffallen um jeden Preis. Die individuelle Präsentation eines Buches (z. B. in der Verlagsvorschau, auf Social-Media-Plattformen oder in Form von bestimmten Veranstaltungen) und gezielte Marketing- und Pressestrategien werden für den einzelnen Buchtitel wichtiger denn je und sollen dem Buch und seinem Autor/seiner Autorin zu einem einzigartigen Auftritt verhelfen, um aus der Masse der Bücher herauszustechen. Gerade die Pressearbeit in den Verlagen nimmt so eine exponierte Rolle für die Vermittlung von Literatur ein.
Im Seminar geht es um folgende Fragen: Was ist Pressearbeit? Wie sieht der Arbeitsalltag in einer Presseabteilung aus? Was sind PR-Werkzeuge? Wie verändert sich die Pressearbeit im Buchverlag in einer Zeit des Wandels auf dem Buch- und Medienmarkt? Wie passt sie sich konkret aktuellen Entwicklungen an? Was kann Pressearbeit in Zeiten der Überproduktion von Büchern in den Verlagen leisten? Welche Rolle spielen die neue(re)n Medien? Welche Medien, konkret Sendungen, Talkshows, Zeitungen, Zeitschriften, Web-Sites, Blogs sind aktuell für Bücher relevant und warum? Wer liest eigentlich noch Zeitung? Wie baut man Kontakte auf und pflegt sie? Wie informiert man? Wie schreibt man Pressetexte? Welche Textarten sind für die Pressearbeit von Bedeutung? Welche Themen/Bücher sind bzw. können presserelevant sein? Wie lassen sich Synergien aus der Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen wie Werbung und Vertrieb gewinnen? (Wie) lässt sich Pressearbeit planen? Ist Pressearbeit das Richtige für mich?
Leistung: Aktive mündliche und schriftliche Mitarbeit, u. a. Verfassen von Pressetexten, Erstellen eines Presseplans, Übungen zu Gesprächen mit Journalisten; Prüfungsform: Klausur in der letzten Sitzung. 


Andrea Wolf
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Sachbücher: Themen und Autoren "verkaufen"

14-tägig, Mi 18 - 20 Uhr

Rund zwei Drittel der Inhalte in Tageszeitungen sind generiert durch die Kommunikation von Unternehmen und Organisationen. Trotzdem ist das Ringen um die begehrten Quadratzentimeter auf den Zeitungs- und Zeitschriftenseiten groß. Wie müssen Themen aufbereitet sein, damit sie bei Journalisten ankommen? Wie weckt man das Interesse für einen Autor? Wann landet er als Experte sogar in einer Talk Show? Presseabteilungen sind Kommunikationsschnittstellen: extern und intern. Die Beziehung zu den Journalisten wird als intereffikativ bezeichnet. Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen Journalisten und Presseabteilung konkret in Buchverlagen aus? Diese Übung bietet einen Überblick über die Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit rund um (Sach)Bücher. Außerdem wird eine "Landkarte" der deutschen Medienlandschaft erstellt. Wer schreibt, liest, guckt, dreht, scrollt, hört oder bloggt eigentlich was? Und für wen? Nur mit dem Wissen über die Abläufe in Redaktionen kann die Presseabteilung professionell Inhalte liefern und potentielle Berichterstattung "vorhersagen". Schon früh im Produktionsprozess ist die Einschätzung der Medienresonanz für andere Abteilungen in Verlagen relevant. Eine enge Zusammenarbeit - schon bei der Produktentwicklung - ist ideal. Wie kann das funktionieren? Und wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Leistung: Aktive mündliche und schriftliche Mitarbeit, Lektüre zu jedem Termin, Kurzreferat, Recherchearbeiten; Prüfungsform: Klausur in der letzten Sitzung.


Eberhard Wolf
Von der Idee zum Cover.

Blockseminar 

In diesem Seminar wird anhand einer fiktiven Titelproduktion das grundsätzliche Zusammenspiel der Kreativprogramme Photoshop, Illustrator, InDesign, Bridge und Acrobat erklärt. Thematisiert werden Datenformate, Vektorisierung von Vorlagen, Bildbearbeitung und der grundsätzliche Umgang mit Indesign bis hin zur Erstellung einer Druckvorlage.
Danach können die Teilnehmer das Gelernte im Rahmen einer Titelbildgestaltung einüben. Grundkenntnisse des Apple-Betriebssystems sind von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig. Gerne können eigene Bilder oder Projekte mitgebracht werden.