Buchwissenschaft
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Lehrveranstaltungen Wintersemester 2012 / 2013

Achtung: Anmeldung für alle buchwissenschaftlichen Veranstaltungen ausschließlich über LSF!

Hier sind auch sämtliche Räume und Einzeltermine zu den Veranstaltungen angegeben.
Belegungsfristen beachten!!


 

Dr. Sandra Ebert
Markt- und Werbepsychologie

Blockseminar

Verlage stehen heute vor der Herausforderung, sich auf einem Markt mit starken Sättigungserscheinungen behaupten zu müssen. Dabei kommt insbesondere dem Buchmarketing eine Schlüsselrolle zu. Leider zeigen aber traditionelle Marketingmethoden immer öfter nicht mehr den gewünschten Erfolg. Einen Ausweg bietet die Markt- und Werbepsychologie. Sie stellt dem Buchmarketing ein Bündel an Möglichkeiten zur Verfügung, um auch auf Märkten mit starken Sättigungserscheinungen erfolgreich agieren zu können. Ziel des Seminars ist es, das für das Verlagswesen relevante markt- und werbepsychologische Grundwissen praxisnah und anwendungsbezogen zu vermitteln sowie im Alltag umsetzbare Einsatzmöglichkeiten aufzuzeigen. Darüber hinaus ist es ein Anliegen, den Studentinnen und Studenten ein Bewusstsein für die psychologischen Mechanismen zu vermitteln, die häufig hinter Verhalten und Wahrnehmung der Konsumenten steht. Themen werden deshalb unter anderem sein: Psychologische Abläufe beim Konsumenten, Wahrnehmung (z.B. wahrnehmungspsychologisch sinnvolle Buchgestaltung), markt- und werbepsychologisch ausgerichtete Marketing-Mix-Instrumente, Markenbildung, Zielgruppenanalyse etc.


Bernhard Fetsch
Marketing und Vertrieb I: Marketing für Buchverlage. Theorie und Umsetzung aus Sicht von Publikumsverlagen

Blockseminar

Was meinen die deutschen Publikumsverlage, wenn sie von “Marketing” sprechen? Dieses Seminar vermittelt in einer abwechslungsreichen Mischung die theoretischen Grundlagen und zeigt, wie diese heute in der Praxis umgesetzt werden.

Lernziel: Vermittlung der Grundlagenkenntnisse zu Produktgestaltung, Preisfindung, Kommunikation und Distribution samt einem Exkurs zum Thema Marke. Ausgehend von zeitgemäßen Ansätzen der Zielgruppenbeschreibung wird die Analyse des Kundenverhaltens und der Marktentwicklung erarbeitet.

Erkenntnis des Seminars wird auch sein, wie Marketing die Abläufe eines Verlages zugleich steuert und grundlegend verändert: bisher bekannte Abläufe, Berufsbilder und Arbeitsweisen sind zu überdenken, um als Publikumsverlag auch in Zukunft erfolgreich zu bestehen.


Dr. Johannes Frimmel
Prüfungsvorbereitung

Do 14-16 Uhr

Diese Übung soll eine gezielte Vorbereitung für die mündlichen wie schriftlichen Prüfungen im Bereich ‘Buchhandelsgeschichte’ bieten, indem relevanter Stoff wiederholt wird und mögliche Fragen durchgegangen werden.


Dr. Johannes Frimmel
Verlegertypen zwischen Tauschzeitalter und Kulturverlag

Do 10-12 Uhr

Die Buchhandelsgeschichte zwischen 1700 und 1900 ist durch Epochenbegriffe wie Tauschhandel, Nettohandel, Nachdruckzeitalter, Industrialisierung der Literatur, Massenbuchmarkt und Kulturverlag gekennzeichet. In dem Hauptseminar sollen repräsentative Verlegerpersönlichkeiten und –dynastien dieser beiden Jahrhunderte wie Reich, Cotta, Campe, Ullstein, Fischer, aber auch weniger bekannte Verlagsinhaber vorgestellt werden. Untersucht wird unter anderem deren Habitus, die Autor-Verlegerbeziehungen und die verschiedenen Geschäftsmodelle. Damit werden einerseits den einzelnen Epochen bestimmte Verlegertypen zugeordnet, andererseits stellt sich die Frage nach Konstanten, die sich in der Buchhandelsgeschichte epochenübergreifend beobachten lassen.


Martin Fröhlich
Neue Vertriebswege im Zeitalter des Internets für die Verlagsbranche

Blockseminar

Innerhalb dieses Kurses werden die Studenten ein zukunftsträchtiges Konzept im Bereich E-Publishing für die Verlagsbranche entwickeln und vorstellen. Dieses Konzept soll gerade den heutigen Fach- und/oder Sachbuchverlagen die Möglichkeiten und Chancen aufzeigen, wie sich mit Hilfe neuer Geschäfts- und Vertriebsmodelle ein völlig neuer und stark wachsender Markt im Zeitalter des Internets erschließen lässt.


Dr. Robert Galitz
Projekt zur Marktforschung

Übungen und Blockseminar

Den Kursteilnehmern soll ein umfassender Überblick über alle Aufgabenbereiche der Buchherstellung im Zeitalter elektronischen Publizierens gegeben werden. Einerseits werden die verschiedenen Aspekte der Verlagsarbeit - Marketing, Inszenierung, technische Standards, Arbeitsprozesse - theoretisch vertieft. Zum anderen steht Projektarbeit als praktische Anwendungsform im Mittelpunkt. Ziel des zweisemestrigen Studienprojektes ist es, dass die Studierenden das Publizieren auf technisch, optisch und inhaltlich neuestem Stand erlernen und den Herstellungsprozess dabei reflexiv begleiten.


Prof. Dr. Christine Haug / Christine Knödler
Vortragsreihe: „Was ist Jugendliteratur?”

14-tägig, Di 18-20 Uhr

Die aktuelle Jugendliteratur wie der aktuelle Jugendbuchmarkt sind im Umbruch, von einem Paradigmenwechsel ist die Rede: Die Grenze zwischen Jugend- und Allgemeiner Literatur löst sich thematisch wie formal zunehmend auf, so genannte All-Age- und Crossover-Titel erreichen jugendliche wie erwachsene Leser, die Präsenz des Internets marginalisiert die Vermittlerinstanzen – das alles verändert massiv Entstehung, Produktion, Vertrieb, Vermittlung, Kritik, Inhalte der Jugendliteratur. Die Vorlesungsreihe „Was ist Jugendliteratur?“ setzt genau hier an: In Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Expertengesprächen kommen Vertreter aus Theorie und Praxis zu Wort. Dabei werden in Geschichte, Begriffsdefinition, Gattungen der Jugendliteratur eingeführt, Vergleiche mit internationaler Jugendliteratur und Jugendliteraturmarkt gezogen, aktuelle Entwicklungen, Arbeitsbedingungen, Grenzen und Möglichkeiten, Frust und Utopien diskutiert.

Angefragt sind u.a. Prof. Dr. Gabriele von Glasenapp, Universität zu Köln; Prof. Dr. Hans-Heino Ewers, Johann Wolfgang von Goethe Universität, Frankfurt; Dr. Christiane Raabe, Leiterin der Internationalen Jugendbibliothek, München; Autor/innen, Übersetzer/innen, Lektor/innen, Kritiker/innen. Eine detaillierte Übersicht zur Reihe mit Podiumsteilnehmern, Gastrednern, Referatstiteln sowie den Veranstaltungsorten folgt zu Semesterbeginn.


Prof. Dr. Christine Haug
Forschungsseminar / Oberseminar für Buchwissenschaftler

Di 12-14 Uhr

Das Forschungsseminar richtet sich an BA und DP-Buchwissenschaftler, die ihre Abschlussarbeit vorbereiten. Im FS/OS werden einerseits wichtige Studien (die für einzelne Abschlussarbeiten relevant sein können) und Buchneuerscheinungen vorgestellt und kritisch diskutiert, andererseits wird die Anfertigung von wissenschaftlichen Exposés für angemeldete Abschlussthemen begleitet und diskutiert. Die Teilnehmer haben zudem die Möglichkeit, ihre Forschungsthemen, ihre wissenschaftliche Methode, ihr Erkenntnisinteresse vorzustellen und sich einer kritischen Diskussion zu stellen. Es ist sinnvoll, das FS/OS bereits ein Semester vor Anmeldung zur Abschlussarbeit zu besuchen.


Prof. Dr. Christine Haug
Lektürekurs 1

Mo 14-16 Uhr

Im Lektürekurs werden Grundlagenwerke und Neuerscheinungen aus dem Themenfeld der Buch- und Medienforschung vorgestellt und kritisch diskutiert. Darüber hinaus werden für ausgewählte Bücher Literaturkritiken bzw. wissenschaftliche Rezensionen geschrieben.


Prof. Dr. Christine Haug
Grundkurs Buchwissenschaft

Mi 10-12 Uhr

Der (Pflicht-)Grundkurs führt Erstsemester in Fachstruktur, Geschichte und Inhalte der Buchwissenschaft ein und vermittelt allgemeine Studienfähigkeiten wie Recherchieren und Bibliographieren, wissenschaftliches Arbeiten und gängige wissenschaftliche Präsentationstechniken.


Prof. Dr. Christine Haug
Grundlagen der Buchhandels- und Verlagsgeschichte

Mo 10-12 Uhr

In dieser Grundlagenvorlesung werden Sie mit der historischen Entwicklung des Buch- und Verlagshandels von seinen Anfängen um 1500 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs vertraut gemacht. Die Buch- und Verlagsgeschichtsschreibung ist geprägt von historischen, sozialen und literarhistorischen Entwicklungen und Ereignissen, von außerliterarischen Faktoren und Einwirkungen, von wichtigen Medienumbrüchen (Handschrift / Buchdruck), von der Herausbildung neuer Medien (Presseartikel, Hörfunk, Film), von der Entwicklung innovativer buchhändlerischer Verkehrsformen und Geschäftsmodellen, kurzum von Professionalisierungs- und Modernisierungsschüben, die den deutschsprachigen Buchmarkt bis heute prägen, denkt man nur an die Buchpreisbindung und an das Urheberrecht.


Dr. Harald Henzler
Aktuelle Fragen der Mediengestaltung

Blockseminar

Die Medienbranche erlebt einen Umbruch, wie sie ihn wohl seit Gutenberg nicht mehr erlebt hat. Die neuen Technologien ermöglichen neue Produktformen, andere Distributionswege und eine völlig neue Vermarktung. Sie verlangen von den Medienunternehmen eine Antwort auf die Frage, wo ihre Wertschöpfung heute noch liegt in der Vermittlung der Botschaft vom Autor zum Leser.

In diesem Kurs werden die aktuellen und relevanten Themen skizziert, mit denen ein Medienunternehmen heute konfrontiert ist. Die Teilnehmer sollen erkennen, wo die Herausforderungen heute liegen und wie man ihnen begegnen kann. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf dem Thema Gestaltung von Inhalten liegen: Für welche Inhalte wird der Kunde in Zukunft noch zahlen? Wie müssen sie aufbereitet sein und für welche Medien? Durch Gruppenarbeit und Präsentationen werden die Fähigkeiten geschult, die auch im Unternehmensalltag relevant sind.


Christine Knödler
Veranstaltungsreihen – Konzept, Vorbereitung, Durchführung

14-tägig, Mo 18-21 Uhr

Wer eine Vortragsreihe veranstaltet, ist mit verschiedenen Aufgaben und Anforderungen konfrontiert: Zunächst braucht es eine Idee, ein überzeugendes Konzept, die Gäste sind einzuladen und bei den jeweiligen Veranstaltungen zu begrüßen. Die Öffentlichkeit muss über gezielte Presse- und Werbearbeit informiert werden, Podiumsdiskussionen sind zu moderieren, eine anschließende offene Diskussion zwischen Publikum und Referent/in bedürfen ebenfalls gezielter Fragen. Parallel bzw. ergänzend zur Vortrags- und Diskussionsreihe „Was ist Jugendliteratur?“ werden darum in dieser praktischen Übung die einzelnen Schritte nachvollzogen bzw. am konkreten Beispiel vorbereitet. Dazu gehören: Erstellen eines Veranstaltungskonzeptes, Verfassen von Flyer- und Pressetexten, Vorbereitung der einzelnen Abendveranstaltungen, Recherche für Interviews, Fragerunden, Moderationen, Begrüßung und Vorstellung der Referent/innen bzw. Podiumsgäste, An- und Abmoderation der Veranstaltung, öffentliches Auftreten.

Die Übung setzt ein hohes Maß an Engagement der Student/innen voraus, denn Ziel ist, dass Student/innen die komplette Reihe begleiten, u.a. Fragen vorbereiten und stellen sowie einzelne Veranstaltungen co-moderieren.


Dr. Wolfgang Lent / Dr. Konstantin Wegner
Urheber-, Verlags- und Medienrecht

14-tägig, Do 18-20 Uhr

Welche Rechte hat ein Autor? Was steht in einem Verlagsvertrag? Welche Bildrechte sind beim Abdruck von Fotos beachten? Diese und andere Fragen spielen in der Verlags- und Medienpraxis eine große Rolle. Die Lehrveranstaltung bietet anhand von Übungsfällen und Beispielen eine Einführung in die entsprechenden Rechtsgrundlagen. Sie gibt Hilfestellungen für die spätere Verlagsarbeit, vermittelt aber auch rechtliches Basiswissen für freie Tätigkeiten in der Verlags- und Medienbranche. Die Lehrveranstaltung gliedert sich in zwei Teile:

Teil A: Urheberrecht

  • Geschützte Werke, Leistungsschutzrechte, Schutzdauer
  • Urheberschaft, Urheberpersönlichkeitsrechte und wirtschaftliche Verwertungsrechte
  • Schranken des Urheberrechts
  • Typische Verträge (z.B. Verlagsvertrag, Übersetzervertrag, Lizenzvertrag)

Teil B: Presserecht und Persönlichkeitsrecht

  • Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit, Pressefreiheit
  • Fallgruppen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts (z.B. Recht am eigenen Bild, Schutz der Intim- und Privatsphäre)

Dr. Franziska Mayer
Der Verleger Johann Friedrich Cotta

Do 16-18 Uhr

Johann Friedrich Cotta (1764–1832) gilt heute vor allem als Verleger der deutschen Klassik. Neben den Werken Schillers und Goethes erschienen in seinem Verlag u. a. Herder, Hölderlin, Kleist und Jean Paul sowie zentrale Werke der Philosophie (Schelling) und Wissenschaft (Humboldt). Doch liegt die Bedeutung des Verlegers nicht allein bei den Autoren: Mit innovativen Zeitungs- und Zeitschriftenprojekten (v. a. der Allgemeinen Zeitung und dem Morgenblatt für gebildete Stände) sowie illustrierten Sammelwerken prägte er den Buch- und Zeitungsmarkt seiner Zeit. Auch als liberaler Politiker und Branchenvertreter beim Wiener Kongress spielte er eine bedeutende Rolle.

Das Seminar untersucht die Strategien Cottas bei der Etablierung des jungen Unternehmens sowie die Expansionsbestrebungen der folgenden Jahre. Dabei beschäftigen wir uns mit Cottas Rolle im literarischen Feld, Kooperationen mit und Konkurrenz zu anderen Verlegern. Technische Innovationen (Lithographie, Dampfschnellpresse) und alternative Geschäftsmodelle (Dampfschifffahrt) garantierten u. a. den Erfolg der Firma. Im Zentrum stehen schließlich die Beziehungen zu den Autoren; Bereitschaft zur Lektüre der Briefwechsel ist daher notwendige Voraussetzung der Teilnahme am Seminar.


Dr. Andreas Meyer / Tom Erben
Marke und Marketing in Zeiten der Digitalisierung

Blockseminar

Die Buchindustrie befindet sich in einem Umstrukturierungsprozess, der nicht nur die bisherigen Wertschöpfungs-Modelle, sondern die Identität der Branche als solche in Frage stellt. Treiber dieses Prozesses sind – in der öffentlichen Diskussion gerne vergessen – die Leser und ihre stark veränderten Bedürfnisse und technischen Möglichkeiten.

Das Seminar bezieht sich auf aktuelle Fragen des Marketingmix und der Markenführung:

  • Wie sehen die zentralen Elemente des „digitalen Marketingmix“ aus?
  • Veränderung des Absatzmarketing: „Point of Sales goes digital“ – werden Verlage zu Händlern, und wenn ja, was bedeutet das?
  • Veränderung der Marketingkommunikation: wie lassen sich welche Zielgruppen in Zukunft optimal ansprechen?
  • Welche Bedeutung hat das Thema „Marke“ zukünftig im Buchmarkt - zunehmend ohne physisch-haptische Produkte?
  • Welche neuen Chancen bietet “digitale Markenführung“ – und wie kann dennoch eine Einbindung des Sortimentsbuchhandels aussehen?

Methodik: Praktische Übungen und Analysen anhand konkreter Beispiele und Case Studies bestimmen die Arbeit im Seminar.


Dr. Slávka Rude-Porubská
Interkulturelle Literatur - Autoren, Verlage, Vermittler

Di 10-12 Uhr

Im Seminar wird die Begriffsvielfalt nachgezeichnet, mit der das Phänomen des literarischen Schreibens in einer anderen Sprache als der Muttersprache bezeichnet wird. Diese reicht von der Gastarbeiter- über die Ausländerliteratur bis zur Migranten- beziehungsweise Migrationsliteratur. Derartige Labels und Etiketten des Literaturbetriebs sollen im Kurs problematisiert werden, da sie die Werke von Autoren nichtdeutscher Herkunft, die Deutschland, Österreich oder die Schweiz zu ihrem Lebensmittelpunkt und das Deutsche zu ihrer Arbeitssprache gewählt haben, entweder als dilletantisch oder als exotisch abstempeln.

Aus buchwissenschaftlicher Perspektive steht vor allem die Institutionalisierung der interkulturellen Literatur seit den 1980er Jahren im Mittelpunkt. Von Interesse sind dabei erstens besondere Publikationsformate wie etwa Anthologien oder Literaturzeitschriften mit Texten von Autoren, die einen Sprachwechsel vollzogen haben. Zweitens  sollen die Programmstrategien ausgewählter Verlage besprochen werden, die diese Tendenz der Internationalisierung des deutschen Buchmarktes wesentlich prägen. Schließlich wird auch die Etablierung von Auszeichungen (wie beispielsweise des Adelbert-von-Chamisso-Preises) für diese Form der literarischen Produktion behandelt.


Dr. Slávka Rude-Porubská
Das Taschenbuch und der Taschenbuchmarkt

Mi 16-18 Uhr

Der Kurs geht in einer diachronen Perspektive dem Medientyp “Taschenbuch” nach. Dabei werden einerseits die Vorläufer des Taschenbuchs sowohl auf dem deutschsprachigen wie auch dem internationalen Buchmarkt identifiziert als auch der Durchbruch des modernen

Taschenbuchs in Deutschland in den 1950er Jahren an Beispielen der Taschenbuchproduktion von Verlagen wie Rowohlt, Fischer, Ullstein, Goldmann oder Heyne beleuchtet.

Die Seminarteilnehmer sollen zudem einen Überblick über das Spektrum der zeittypischen Diskurse gewinnen, die einerseits dem Taschenbuch als dem Inbegriff einer Buchkultur-Nivellierung skeptisch oder ablehnend gegenüber standen, andererseits in ihm aber eine Möglichkeit zur “Demokratisierung der Literatur” sahen. An exemplarischen Fällen der Taschenbuchreihen (etwa des dtv und des Suhrkamp Verlags in den 1960er und 1970er Jahren) werden die programmatischen, gestalterischen und marketingstrategischen Prinzipien des erfolgreichen Taschenbuchsegments diskutiert. Schließlich wird das Augenmerk auf die Tendenzen des gegenwärtigen Taschenbuchmarkt gelegt, etwa auf die zunehmende Konkurrenz zwischen den Taschenbüchern und den Hardcover-Medienbibliotheken.


Dr. Slávka Rude-Porubská
Theorien und Methoden der empirischen Sozialforschung

Di 14-16 Uhr

Der Kurs ist als eine grundlegende Einführung in das methodische Repertoire der empirischen Sozialforschung in der Buchwissenschaft konzipiert. Durch die Lektüre und kritische Auseinandersetzung mit aktuellen, empirisch-basierten Studien wird erstens das thematische Spektrum von buchwissenschaftlichen Fragestellungen und Forschungsfeldern erschlossen, das mit Hilfe empirischer Methoden erfasst und analysiert werden kann. Zweitens werden für die eigenen Untersuchungen der Studierenden (beispielsweise für Seminar-,  Bachelor- oder Masterarbeiten) entsprechende Forschungsdesigns entwickelt, die die Seminarteilnehmer befähigen, im Rahmen eigenständig geplanter und durchgeführter empirischer Forschungsvorhaben Daten zu generieren, auszuwerten und zu präsentieren.

Im Zentrum steht dabei das Verfahren der Befragung (mittels Fragebögen oder Interviews); die Studierenden werden bei der Erstellung von Fragebögen, bei der Durchführung von Befragungen sowie bei der Auswertung des gewonnenen Datenmaterials begleitet. Ebenso werden auch die Techniken der sachgerechten Aufarbeitung der Daten/der Befragungsergebnisse und deren grafische Präsentation vermittelt und eingeübt.


Katharina Osterauer
Rundschauzeitschriften im Kaiserreich

Mo 12-14 Uhr

Die Rundschaupublizistik des Deutschen Kaiserreichs weist einige typenspezifische Attribute auf, die eine mediale Abgrenzung gegenüber anderen kulturpublizistischen Periodika ermöglichen. Rundschauzeitschriften fungieren auch als zentrale öffentliche Kommunikationsmedien der bürgerlichen Gesellschaft, deren Wandel, Dynamik und zentrale Diskurse sie schließlich abbilden und mitgestalten. Auf dem ausdifferenzierten Zeitschriftenmarkt nehmen die Rundschauzeitschriften in vieler Hinsicht eine besondere Position ein. Spätestens mit der Reichsgründung 1871 manifestierte sich das Bedürfnis, der jungen Nation ein sogenanntes Nationaljournal zur Seite zu stellen, welches die gesamte deutsche Kultur auf seinen Seiten repräsentieren sollte. Als solches Nationaljournal war etwa die „Deutsche Rundschau“ konzipiert, die Julius Rodenberg 1874 gründete. Indem diese Zeitschrift versuchte, alle für die Gesellschaft relevanten Themen aufzugreifen, um sie fachlich fundiert aber gemeinverständlich formuliert dem gebildeten Leser zu präsentieren, trat sie selbstbewusst als repräsentative Stimme der deutschen Nation auf. Der „Deutschen Rundschau“ folgten viele weitere Zeitschriften, die ein entsprechendes Programm aufweisen. Der Typus der Rundschauzeitschrift bleibt bis zum Ende des Deutschen Kaiserreiches populär und gibt sich nicht nur als das zentrale Kommunikationsmedium des Bildungsbürgertums, sondern andererseits als medialer Ausdruck einer diffusen Sehnsucht nach der „Einheit der deutschen Kultur“ zu erkennen. Das Seminar wird die Entwicklungsgeschichte dieses besonderen Zeitschriftentyps, seine Bedeutung auf dem Buch- und Medienmarkt und seine typologischen Besonderheiten untersuchen.


Katharina Osterauer
”Schmutz- und Schunddebatte” in der Weimarer Republik

Mi 10-12 Uhr

Der Begriff „Massenkultur“ steht für die die Gesamtheit der industrialisierten Konsum-, Freizeit- und Medienwelten der Moderne. Im Zuge kultureller Umwälzungen und des technischen Fortschritts tritt sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts als prägendes Phänomen auf und wirkt entscheidend auf den Buch- und Medienmarkt ein. Die massenhafte Verbreitung bestimmter populärer Lesestoffe brachte dabei eine ideologisch aufgeladene Debatte um deren Wert und Gefahr in Gang. Vor Allem durch die populären Groschenromane und die Kolportageliteratur sahen viele Kritiker die Bildung und Kultur in Gefahr, die Jugend durch sexuell anzügliche und gewaltverherrlichende Literatur verdorben und alle Sozialmoral ausgehebelt. So wie sich die populäre Vergnügungskultur nach dem Ersten Weltkrieg dynamisch, auch in Form neuer Medien (wie dem Film) weiterentwickelte, so verschärfte sich die Schmutz- und Schunddebatte auch in der Weimarer Republik. 1926 mündete die Debatte schließlich im „Gesetz zur Bewahrung der Jugend vor Schund- und Schmutzschriften“. Das Seminar wird jene Entwicklungen auf dem deutschen Buchmarkt zu Beginn des 20. Jahrhunderts beleuchten, die als sogenannte Schmutz- und Schundliteratur einerseits beim Publikum breite Faszination durch „sex and crime“ andererseits harsche Kritik durch selbsternannte Sittlichkeitswächter hervorrief. Im Zentrum des Seminars steht die hitzige Debatte um Schmutz- und Schundliteratur in der Weimarer Republik, an der sich an vorderster Front die Politik, der Buchhandel, die Kirche und Vertreter des Bildungswesens beteiligten.


Dr. Jürgen Schechler
BWL in der Verlagspraxis

14-tägig, Mi 8-10 Uhr

Das Seminar wendet sich an fortgeschrittene Studenten mit Erfahrungen und Vorwissen in Fragen der Betriebswirtschaft. In den Grundstudium-Vorlesungen zur BWL (Internes und Externes Rechnungswesen, Investition und Finanzierung, Produktion und Organisation sowie Marketing und Unternehmensführung) wurden betriebswirtschaftliche Konzepte, Modelle und Systematiken gelehrt. In diesem Seminar werden hieraus für den Verlag praxisrelevante Einzelthemen ausgewählt.
Dabei stehen die folgenden Fragen im Mittelpunkt:

  • Welche betriebswirtschaftlichen Konzepte sind für einen Verlag relevant? Werden die relevanten Konzepte in der Verlagspraxis vollständige oder auf “pragmatische” Weise realisiert?
  • Wie sehen diese Praxislösungen aus?
  • Können damit zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden?

Rossi Schreiber
Aspekte der Buchbranche

14-tägig, Mi 14-16 Uhr

Gastredner aus der Praxis stellen ihre speziellen Ansätze und Tätigkeitsfelder vor und beantworten Fragen. Wir hören z.B. Literaturagenten, Rezensenten, freie Lektoren, Nischenverleger. Ziel der Veranstaltung ist es, wichtige Bereiche der Branche in konkreten Fallbeispielen vorzuführen. Es dürfen inhaltliche Wünsche geäußert werden.


Sabine Schulz
Transformationsprozesse in der Buch- und Medienbranche: Programmplanung Fachbuch- vs. Ratgeberverlag

Blockseminar

Sie lernen wichtige Werkzeuge für die Programmanalyse und -planung in Verlagen und erarbeiten die Parallelen und Unterschiede in der Programmplanung zwischen Fachbuch- und Ratgeberverlagen. Wie im richtigen Lektorat konzipieren Sie eine neue Reihe oder einen Einzeltitel unter Beachtung der entsprechenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Praktische Übungen sollen zuhause und im Seminar inkl. kleiner Präsentationen gemacht werden.


Aljoscha Walser
Ausgefallene Geschäftsmodelle in der Medienwirtschaft

14-tägig, Di 18-20 Uhr

Raum: 305

Die Vortragsreihe wirft einen Blick auf ausgefallene, unkonventionelle Geschäftsmodelle in der Buch- und Verlagsbranche, die jedoch hinsichtlich des Volumens, seine gesamtwirtschaftlichen Bedeutung und der generierten Gewinne keinesfalls geringschätzt werden dürfen. Vorgestellt wird die Tätigkeit der Verlage, die die entsprechenden Informationen aufbereiten und für den Vertrieb sorgen. Präsentiert wird unter anderem, die Geschäftsmodelle:

  • - eines Transparenzmediums wie:  Leading Medicine (für Kliniken),
  • - der Handel mit Sportergebnisdaten für Zocker und Tippgemeinschaften (DSV Deutscher Sportverlag),
  • - Firmendaten,
  • - technische Normen.
  • - Haptische und technische Papier-”Informationen” - Paperazzo,

Aljoscha Walser, Unternehmensberater und Business Angel aus Frankfurt am Main, führt in die Vortragsreihe ein, in der die Referenten über diese Geschäftsmodelle und die dahinter stehenden Strategien, ihre Effizienz und Erfolge als Insider berichten. Die Lehrveranstaltung bietet einen Blick hinter die Kulissen, die dem klassischen Buchhändler oder Verlagsmitarbeiter oftmals verborgen bleiben.


Aljoscha Walser
Strategisch planen und handeln

Blockseminar


Ursula Welsch
Medienbruch – Medienkonvergenz: Herausforderungen im E-Publishing

14-tägig, Mo 18-21 Uhr

Zunächst einmal unvereinbar scheinende Begriffe, führen doch beide das Wortteil „Medien“ mit sich. Handelt es sich dabei um dieselben Medien? Dieser Frage werden wir im Seminar nachspüren – und auch den Hintergründen, die zu den beiden Begrifflichkeiten geführt haben und welchem Umfeld sie zuzuordnen sind.

Auch der Begriff „Medienkompetenz“ ist demselben Medienraum zuzuordnen und wird in unsere Analysen miteinbezogen, die den Bogen in unserem Thema „E-Publishing“ spannen zwischen der Erstellung, der Nutzung und der Rezeption der sog. „neuen Medien“.

 Für die Erlangung eines Scheins werden ein Impulsreferat (mit anschließender Diskussion) und ein ausgearbeitetes Thesenpapier auf der Basis des Impulsreferats erwartet.


Armin Th. Wirth
Online-Buchhandel

14-tägig, Mo 16-18 Uhr

In sechs Veranstaltungen werden die Chancen und Herausforderungen im Online-Buchhandel betrachtet. Wer spielt welche Rolle? Welche Geschäftsmodelle und welche Technologien kommen aktuell zum Einsatz? Im Rahmen eines bewerteten, eigenen kleinen Projektes sollen sich die Studenten mit den aktuellen Konzepten aktiv auseinandersetzen.

  • Die großen und die kleinen Player: Amazon, Weltbild, Buch.de vs. der kleine regionale Spezialist
  • Die digitalen Player: Ciando, Libreka, texttunes mit Ihren eBooks und Apps
  • Die Shops der Verlags-Websites. Wie sehen mögliche Prozesse aus und welche Partner sind nötig? CMS, Auslieferungen, Payment, DRM, etc.
  • Social Media Marketing - vom Fan zum Käufer, Social Media Monitoring
  • Digitale Verlagsinhalte und Produkte im B2B: Lizenzen, Webservices, Affiliate-Programme
  • Online-Bibliotheken und Portale - mit beliebigen Geräten auf kostenpflichtige Inhalte zugreifen (Beispiel: Beck-Online)

Eberhard Wolf
Angewandte EDV

Blockseminar

Einführung in das Betriebssystem Mac OS:

  • Systemeinstellungen
  • Benutzeroberfläche kennenlernen
  • Programm & Dateiensystem verwalten
  • Zurechtfinden im Dateiensystem, Kopieren von Objekten (Dateien, Texte, Bilder, Zellen) sowie Tastenkürzel, die den Umgang mit Objekten und Projekten erheblich erleichtern.

Erlernen von grundlegenden Programmfunktionen:

  • InDesign, Photoshop, Illustrator
  • Grundlagen der Textverarbeitung: Text erfassen, korrigieren, speichern und drucken,

Textformatierungen: Zeichen-, Absatz-, Seitenformatierung,

  • Einfügen von Grafiken, Kopf- und Fußzeilen, Tabellen, Textbausteinen,
  • Erstellen Pixel & Vektorgrafiken

Ellen Zimmermann
Presse und Öffentlichkeitsarbeit: Kommunikation im Wandel

14-tägig, Mi 14-16 Uhr

Grundlagen der Kommunikation und PR, Anforderungen an die Kommunikationspolitik/ mediengerechtes Kommunizieren, Klärung Begriffe und Abgrenzungen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im kompletten Marketing-Mix, Public Relations im Wandel der Zeit: von der klassischen PR zur Online-PR und Social Media (öffentlichkeitswirksame Aktionen),

PR im Alltag (Analyse, Strategie, Konzeption, Methoden, Instrumente), Rolle der Medien, Kommunikation mit Journalisten resp. Bloggern, Auftritt auf Messen: Produkt- und Event-PR, Vorbereitung Interviews, Pressekonferenzen etc.

PR im Unternehmen – Unterschied externe zur internen PR (Mitarbeiterkommunikation)

Krisenkommunikation, Zusammenarbeit mit Agenturen (Outsourcing, Agentur-Briefing)

Leistung:
Aktive Mitarbeit (Übungen zu den PR-Instrumenten und PR-Konzeption, Erstellung Pressetexte und Interaktion mit Journalisten, Bloggern bis zu social media Plattformen, Netzwerken mit Opinion leadern, Prüfungsform: Klausur zum Abschluss des Seminars