Buchwissenschaft
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Lehrveranstaltungen Sommersemester 2016

Nana Badenberg

Redaktion und Lektorat

Blockseminar

Lektoren sind nicht nur die professionellen Erstleser eines Textes, sie sind vor allem Mittler zwischen Autor und Verlag, Verlag und Publikum. Sie sind Diplomaten, deren Arbeitsresultat ‹unsichtbar› sein sollte. Gleichwohl ist das Berufsfeld im Wandel: Die eigentliche Textarbeit tritt in den Hintergrund; Projektmanagement, Herstellungsbegleitung und oft auch die elektronisch-typografische Aufbereitung der Texte bestimmen den Alltag. Zudem decken immer mehr Verlage weite Teile des Lektorats über Outsourcing an freie Lektorinnen und Lektoren ab.
Das Blockseminar führt ein in die verschiedenen Arbeitsbereiche und Aufgabenfelder von freien wie festangestellten Lektoren: von der Begutachtung und Annahme eines Manuskripts über die konkrete Aufbereitung des Textes in enger Zusammenarbeit mit dem Autor, die Herstellungsbegleitung und damit einhergehende praktische Fragen (Zeitplanung, Layout, Ausstattung, Cover, Umbruchkontrolle, Korrektorat) bis hin zur Präsentation des fertigen Buchs (Vorschau, Veranstaltungen und Marketing, Autorenpflege).


Susanne Brudermüller
Der Wörterbuchverlag

14-tägig, Mo 14 - 16 Uhr

Wörterbuchverlage stehen als Spezialbuchmärkte heutzutage vor ganz besonderen Herausforderungen. Das zeigen die jüngsten Entwicklungen. Ein Blick in die Vergangenheit und Gegenwart von Wörterbuchverlagen verdeutlicht die besondere Situation und hilft herauszufinden, wie sich die Verlage auch in der Zukunft am Markt behaupten können. Dafür sind neue Ideen gefragt. Namhafte deutsche Wörterbuchverlage und ihre Programme sowie ausgewählte internationale Verlage, die Wörterbücher herausbringen, werden betrachtet. In diesem Kurs beschäftigen wir uns außerdem ausführlich mit dem Produkt - dem Wörterbuch -: Welche Wörterbuchtypen gibt es? Wie entstehen Wörterbücher? Wer sind die Zielgruppen? Um letztlich auch die Frage zu beantworten, brauchen wir überhaupt noch Wörterbücher?


Dr. Johanna Büchel
Das Festival des erzählten Falls

14-tägig, Di 18 - 20 Uhr

Im Rahmen des Projektseminars gestalten Studierende der LMU in Zusammenarbeit mit der MVHS das „Festival des erzählten Falls“. Ausgangspunkt zur Konzeption des Projekts war eine medienphilosophische Überlegung zum Thema (Kriminal-)Fall: Allen Kriminalromane, wie unterschiedlich sie auch sein mögen, liegt ein Fall zugrunde. Zur Darstellung eines Falls gehören Ermittler, Gutachten, Expertisen, Aussagen von Opfern und Tätern, Stellungnahmen der Rechtsvertreter und Zeugenprotokolle. Alle zusammen erzählen den Fall. Ziel des Festivals ist es, der Narrativität des Falls auf den Grund zu gehen und sowohl Liebhabern als auch Kritikern des Genres die Gelegenheit zu geben, Expertenmeinungen zum Thema zu hören oder auch sich selbst endlich Gehör zu verschaffen. Gemeinsam wollen wir der Poesie des erzählten Falls nachzuspüren. Das eintägige Festival wird am 19.6.2016 im Gasteig stattfinden und wird aus drei Teilen bestehen:
Teil A: Experten aus unterschiedlichen Branchen (Schriftsteller wie Friedrich Ani, Zoe Beck und Su Turhan) werden kurz über ihre Ansichten zum Thema vorstellen und im Anschluss eine Podiumsdiskussion zum Thema ‚Der erzählte Fall’ führen.
Teil B: Hier suchen wir Personen, die einen Fall erzählen möchten, ob Selbsterlebtes, Selbsterfundenes, Auffälliges, Abfälliges, Gefälliges … Hauptsache frei und poetisch. jeder hat hier die Chance, sich in max. 15 Minuten endlich Gehör zu verschaffen.
Teil C: Eine Jury wird über die Darstellungen der Fälle ein Urteil fällen und einen Preis verleihen. Im Anschluss daran erfolgt die Wahl des Publikumspreises mit anschließendem Fest. Das Festival will als studentisches Projekt den Studierenden die Möglichkeit geben, alle Bereiche kennenzulernen, die zur Eventorganisation gehören. Gleichzeitig bietet das Seminar die Möglichkeit, durch die Arbeit am Projekt Kontakte zu Verlagen, Autoren, Redaktionen und anderen Externen Institutionen zu knüpfen, die am Festival beteiligt sind. Das Seminar lädt alle diejenigen ein, die an folgenden Bereichen Interesse haben:

  • Redaktion – und Projektausschreibung
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Werbung
  • Betreuer für Gäste und Künstler
  • Moderation
  • Fundraising/Sponsoring

Aufgrund der Komplexität des Projekts ist die Teilnehmerzahl begrenzt.


 

Dr. Raimund Fellinger
Die Insel-Bücherei

Blockseminar

1912 begründet, mehr als hundert Jahre später bei 1400 Bänden angelangt, zählt die Insel-Bücherei zu den traditionsreichen Buchreihen Deutschlands. Da sie vom ausgehenden Kaiserreich bis zur Gegenwart in fünf unterschiedlichen Gesellschaftssystemen Bestand hatte, lassen sich an ihr detailliert alle Verlagsmechanismen beleuchten: Von der Reihenkonzeption, dem kontinuierlichen Ausbau, dem Konkurrenzkampf mit anderen Verlagen, der Anwerbung von Autoren, der Buchgestaltung, der Verlagswerbung bis zu programmatischen Anpassungen an Zwänge politischer wie ökonomischer Art. Das Seminar führt somit konkret in die Verlagsarbeit in allen Bereichen ein (Lektorat, Herstellung, Werbung, Marketing, Rechte und Lizenzen), unter Berücksichtigung der vergangenen und zu erwartenden Veränderungen auf dem Buchmarkt.


Clara Fernández López
Kooperationen und Lizenzen

14-tägig, Mi 16 - 18 Uhr

Das Seminar vermittelt die Grundlagen für die Planung oder Erweiterung des Verlagsgeschäfts auf internationalen Märkten. Erarbeitet werden die Methode für die Analyse der Potentiale - unter Berücksichtigung der Faktoren zielgerichtete Planung der Programmstrategie, Unternehmensziel, Vertriebswege und Kosten - sowie die Wege zur Umsetzung der Positionierung im internationalen Verlagsgeschäft. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Analyse von praktischen Beispielen sowie der Erarbeitung spezifischer Vorschläge für eigene Geschäftsmodelle.
Bearbeitet werden die Themen

      • Strategische tools zur Analyse des verlagsspezifischen Potentials im internationalen Geschäft
      • Entwurf der Programmstrategie: die wichtigsten Anforderungen Zielformulierung im Unternehmen
      • Formen der Kooperation: marktspezifisch, technisch, rechtlich
      • Wettbewerber als Partner: Identifizierung von Kooperations- und Vertriebspartnern in internationalen Märkten
      • Lizenzmodelle zur internationalen Vermarktung
      • E-Publishing und Open Access als Plattform für internationale Märkte
      • Spezifika und Strukturen der strategisch wichtigsten Märkte

Robert Gigler
Herstellung

14-tägig, Do 10 - 12 Uhr

HERSTELLUNG – reloaded und unchained Printproduktion von der Idee zum fertigen Produkt. Workflow im Spiegel der neuen Technologie.


Prof. Dr. Wilhelm Haefs
Gleichschaltung, Anpassung, Widerstand: Literaturpolitik, Buchmarkt und Verlage im Nationalsozialismus

Mo 12 - 14 Uhr

Die Vorlesung behandelt das düsterste Kapitel der deutschen Literatur-, Buchhandels- und Verlagsgeschichte, die Jahre der nationalsozialistischen Diktatur von 1933 bis 1945. Zur Sprache kommen, im Anschluss an einen die aktuellen Debatten aufgreifenden Blick auf die Produktions-, Distributions und Wirkungsgeschichte von Hitlers “Mein Kampf”, die Repression und Vertreibung jüdischer und oppositioneller Autoren, Buchhändler, Verleger und Buchgestalter, die Bücherverbrennungen im Mai 1933, die Gleichschaltung der buchhändlerischen Organisationen und Institutionen, der Aufbau literaturpolitischer (Reichschrifttumskammer in der Reichskulturkammer), literaturfördernder und die Kommunikation kontrollierender Instutionen (Überwachung und Zensur), die Einstellungen, Funktionen und Rollen der Autoren zwischen Opportunismus und Dissidenz und vor allem die Situation und die Programmpolitik ausgewählter Verlage von der Belletristik über das Sachbuch und die Fachwissenschaften bis zum Jugend- und Kinderbuch.


Prof. Dr. Wilhelm Haefs
Der Franz Eher Verlag - “Zentralverlag der NSDAP”: Ein Medienkonzern in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus

Do 16 - 18 Uhr

Der Eher Verlag, 1901 gegründet, Ende 1920 von der NSDAP gekauft, hat großen Anteil am Aufstieg der Nationalsozialismus schon in der Weimarer Republik. 1921 wurde dort der „Völkische Beoachter“, die Parteizeitung der NSDAP, gegründet, seit 1923 existierte ein eigener Buchverlag, in dem 1925 und 1927 die zwei Bände von Hitlers „Mein Kampf“ erschienen. Nach der sogenannten ‚Machtergreifung‘ wurde der – in der Forschung noch wenig untersuchte - „Zentralverlag der NSDAP“ unter seinem Leiter Max Amann nach und nach, durch Übernahmen zahlreicher anderer Verlage und Konzerne, zum führenden Verlag im Deutschen Reich und zum angeblich größten aller europäischen Medienkonzerne, der entscheidend zur Etablierung und Stabilisierung der nationalsozialistischen Diktatur beitrug. Den Weg dorthin nachzuzeichnen, die Konzernstruktur, die Verlagspolitik, ihre ökonomische, politische und propagandistische Funktion und das verlegerische Spektrum von nationalsozialistischen Zeitungen und Zeitschriften über Hitlers Programmschrift, ideologisch-propagandistische Buchreihen und Kleinschriften bis hin zu den auflagenstarken Büchern von Goebbels und völkischen Romanen zu untersuchen und zu diskutieren, wird Gegenstand des Seminars sein.  


Prof. Dr. Wilhelm Haefs
Methodische Grundlagen der Buchwissenschaft

Do 10 - 12 Uhr

Der “Methodenkurs” führt in die theoretischen und methodischen Grundlagen der Buchwissenschaft ein und ist für Studierende des Bachelorstudiengangs Buchwissenschaft im 2. Fachsemester verpflichtend. Die Buchwissenschaft untersucht ihren Gegenstand in seinen wirtschaftlichen, kulturellen, historischen und auch technischen Aspekten. Die sich daraus ergebende Transdisziplinarität des Fachs erfordert den professionellen wissenschaftlichen Umgang mit unterschiedlichen methodischen Positionen und kulturwissenschaftlichen Theorien (Zeichentheorie, Kultursoziologie, Kulturtransferforschung, Systemtheorie, Kommunikationstheorie, Unternehmensgeschichte). Anhand von ausgewählten Texten werden theoretische Konzepte erarbeitet, und es wird ihre Anwendbarkeit auf buchwissenschaftliche Fragestellungen und Forschungsgegenstände diskutiert.  


Prof. Dr. Wilhelm Haefs
Oberseminar (Doktoranden)

14-tägig, Fr 14 - 16 Uhr

Das Oberseminar dient der Vorstellung von Abschlussarbeiten (Master- und Magisterarbeiten sowie Dissertationen) sowie der Diskussion methodologischer Fragen und literaturwissenschaftlicher Konzepte; darüber hinaus können ausgewählte literarische und literaturwissenschaftliche Neuerscheinungen besprochen werden.


PD Dr. Wilhelm Haefs
Oberseminar für MA-Studierende

Di 16 - 18 Uhr

Das Oberseminar wendet sich an Abschlusskandidat/innen der buchwissenschaftlichen MA-Studiengänge, die sich zeitnah zu ihrer Masterarbeit anmelden wollen bzw. angemeldet sind. Im Seminar werden die Themen der MA-Arbeiten präsentiert und zur Diskussion gestellt. Begleitend wird ein wissenschaftliches Exposé der MA-Arbeit entwickelt, das intensiv besprochen wird und das anschließend als Einleitungskapitel in die MA-Arbeit übernommen werden kann.


Dr. Harald Henzler
Digitale Produkte entwickeln – Lösungen für Medienunternehmen im digitalen Zeitalter

Blockseminar

In dem vom Börsenverein unter der Initiative protoTYPE geförderten Seminar geht es um die Entwicklung innovativer Ideen für die Medienbranche. Die Teilnehmer werden in dem Blockseminar Ideen schärfen, überprüfen und dabei eine Methode erlernen, wie man digitale Produkte entwickelt.


Dr. Tobias Heyl
Redaktion und Lektorat

14-tägig, Mo 18 - 20 Uhr

Das Seminar soll Ihnen einen möglichst realistischen Einblick in die Arbeit des Sachbuchlektorats vermitteln. Dort ist der Veränderungsdruck, der von der Digitalisierung ausgeht, besonders stark zu spüren. Wir wollen uns einen Überblick über die aktuelle Sachbuchproduktion verschaffen, wir werden uns fragen, wer überhaupt Sachbücher schreibt (und warum), wir besprechen die Beurteilung und Akquise von Projekten, außerdem die Zusammenarbeit mit den Kollegen in Herstellung, Vertrieb, Werbung und Presse. Dabei werden wir auch diskutieren, welche Rolle das Sachbuch in der Konkurrenz zu anderen Informationsquellen spielt und in Zukunft spielen könnte. Wo immer es geht, sollen Sie die Möglichkeit haben, praktische Arbeiten auszuprobieren. Damit wir gleich loslegen können, sollten sie sich schon vor Beginn des Semesters in der Presse, im Internet und in Buchhandlungen über die aktuelle Sachbuchszene informieren.


Dr. Georg Kessler
Ratgeberpolitik im deutschsprachigen und europäischen Vergleich

Blockseminar

Ratgeber zählen zu den wichtigsten Literaturgattungen der Buchindustrie. Das Seminar beleuchtet nicht nur ihre wirtschaftliche Bedeutung für den Sortimentsmarkt und die private Buchnachfrage, sonder vermittelt auch einen Überblick über die nationale und europäische Ratgeberlandschaft. Dabei werden gattungsspezifische Unterschiede zum Sachbuch ebenso thematisiert wie die Rolle von Marken oder entscheidende programmpolitische Einflußfaktoren wie der Medienwandel. Vorgesehen ist darüber hinaus ein Besuchstermin beim Marktführer Gräfe und Unzer Verlag einschließlich eines Vortrages über das Lizenzgeschäft mit Ratgebern.


Stephan Kilian
Produktmanagement im Fachverlag

14-tägig, Mi 18 - 20 Uhr

Betrachtet werden die Erfolgsfaktoren für das Produktmanagement von Fachmedien und die veränderten Anforderungen an den einzelnen Mitarbeiter. Wo früher strikt getrennt werden konnte, im Sinne der Wertschöpfungskette, zwischen Aufgaben des Lektorats, der Werbung und der Herstellung, müssen heute die Workflows koordiniert ineinander fließen und die Aufgaben in Teams gelöst werden.
• Neuprodukte: Welche Möglichkeiten in der Marktforschung haben Fachverlage? Wie sehen erfolgreiche Produkte aus?
• Wie optimiert man Produkte in Bezug auf Lese- und Nutzungsgewohnheiten? Welche Medienform macht wann Sinn?
• Herstellung und Technik: Wie gestaltet man Produkte mehrmedial und benutzerfreundlich?
• Vertrieb: Welche Absatzwege benötigen welche Aufbereitung des Content?
• Marketing: Wie macht man die Produkte bekannt?
• Wie verändern sich die fachlichen Anforderungen vom Lektor/Buchwerber/Buchhersteller zum Produktmanager? Welche Berufsfelder eignen sich für Buchwissenschaftler?


Silke Kords
Programmgestaltung im erzählenden Kinder- und Jugendbuch

Blockseminar

Die Planung eines erfolgreichen Kinder- und Jugendbuchprogramms impliziert heute ganz andere Herausforderungen als noch vor einigen Jahren.
Druckauflagen sinken, die Konkurrenz auf dem Print-Markt sowie auf dem Digitalen Markt steigt.
Außerdem gilt es schwer kalkulierbare Trendwellen zu berücksichtigen, die der Titelplatzierung innerhalb eines Programmes vorausgehen.
An konkreten Beispielen soll herausgearbeitet werden, welchen Marktbewegungen das erzählende Kinder- und Jugendbuch (Alter 8 – 14) aktuell unterworfen ist. Darauf aufbauend sollen die Teilnehmer in kleinen Workshops für die Zukunft tragfähige Methoden der Programmplanung entwerfen.
Ziel des Seminars ist es ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Fragen sich Programmgestalter im Bereich des Kinder- und Jugendbuchs stellen und welche Wege Verlage beschreiten können, um weiterhin erfolgsversprechend Titel im Markt zu platzieren.


 

Dr. Wolfgang Lent / Dr. Konstantin Wegner
Urheber- und Medienrecht für Verlage

14-tägig, Do 18 - 20 Uhr

Welche Rechte hat ein Autor? Was steht in einem Verlagsvertrag? Welche Bildrechte sind beim Abdruck von Fotos beachten? Diese und andere Fragen spielen in der Verlags- und Medienpraxis eine große Rolle. Die Lehrveranstaltung bietet anhand von Übungsfällen und Beispielen eine Einführung in die entsprechenden Rechtsgrundlagen. Sie gibt Hilfestellungen für die spätere Verlagsarbeit, vermittelt aber auch rechtliches Basiswissen für freie Tätigkeiten in der Verlags- und Medienbranche. Die Lehrveranstaltung gliedert sich in zwei Teile:
Teil A: Urheberrecht
• Geschützte Werke, Leistungsschutzrechte, Schutzdauer
• Urheberschaft, Urheberpersönlichkeitsrechte und wirtschaftliche Verwertungsrechte
• Schranken des Urheberrechts
• Typische Verträge (z.B. Verlagsvertrag, Übersetzervertrag, Lizenzvertrag)
Teil B: Presserecht und Persönlichkeitsrecht
• Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit, Pressefreiheit
• Fallgruppen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts (z.B. Recht am eigenen Bild, Schutz der Intim- und Privatsphäre)


Laura Mokrohs
Literarisches Leben in München in der amerikanischen Besatzungszone

Mo 10 - 12 Uhr

München ist ‚der’ Treffpunkt derer geworden, die bei Kriegsende nicht in Berlin, sondern in West- oder Süddeutschland steckten. Mitten auf der Straße fallen sie einander um den Hals. Schauspieler, Dichter, Maler, Regisseure, Journalisten, Sänger, Filmleute [...]. [...] Alle Welt scheint am Werke, einen Überfrühling der Künste vorzubereiten.“ (Erich Kästner, Der tägliche Kram) In den ersten Jahren nach 1945 wurde München, als Zentrum der amerikanischen Besatzungszone, zum Knotenpunkt des neuerwachenden kulturellen Leben. Das Seminar wird die verschiedenen Akteure des literarischen Lebens in den Blick nehmen, beispielsweise die vielfältige Presselandschaft mit Zeitschriften wie dem „Ruf“, dem Feuilleton der „Neuen Zeitung“ und dem Rundfunk, die Konjunktur der Leihbüchereien, die Reorganisation des Buchhandels („Arbeitsausschuß für den bayerischen Buchhandel“) und der Aufbau der Verlagslandschaft. Beachtet werden sollen dabei die Zielsetzung der amerikanischen Besatzung auf dem Gebiet der „Information Control“, ihre Kontroll- und Lizenzierungspolitik und die Rolle, die dem Buchmarkt für die „Re-education“ beigemessen wurde. Ausgehend von der Literaturpolitik der amerikanischen Besatzung sollen auch Entwicklungen des internationale Buchmarktes berücksichtigt werden.


Laura Mokrohs / Stefan Salamonsberger
Fragen, diskutieren, kritisieren

Di 14 - 16 Uhr

Das Kolloquium begleitet BA-Buchwissenschaftler, die ihre Abschlussarbeit vorbereiten. In diesem Seminar werden Forschungsthemen, Methodik und Aufbau von wissenschaftlichen Arbeiten erörtert und den Teilnehmern wird die Gelegenheit gegeben, Teile ihrer Bachelorarbeit zur Diskussion zu stellen. Bestandteil des Kolloquiums ist zudem eine kritische Re­fle­xi­on der Herangehensweise beim Verfassen der eigenen BA-Arbeit.


Laura Mokrohs
Konzeption einer Ausstellung zur Insel-Bücherei

14-tägig, Di 14 - 16 Uhr

Der Projektkurs, der zweistündig in der zweiten Semesterhälfte stattfindet, wird eine Ausstellung zur Insel-Bücherei erarbeiten, die ab September 2016 in der Universitätsbibliothek München zu sehen sein wird. Der Kurs durchläuft alle Stadien der Ausstellungsentwicklung: von der konzeptionellen Vorbereitung, der Exponatrecherche über das Erstellen von Ausstellungstexten und Exponatbeschriftungen bis hin zu Ankündigung und Aufbau der Ausstellung. Der gleichzeitige Besuch des Hauptseminars „Die Insel-Bücherei“ bei Dr. Raimund Fellinger empfiehlt sich.


Laura Mokrohs
Literaturvermittlung – Literaturausstellungen

Mi 10 - 12 Uhr

Im Seminar soll die Literaturvermittlung am Beispiel der Literaturausstellung untersucht werden. Dabei sollen wichtige Institutionen des Literaturbetriebs, besonders hier in München, einbezogen und exemplarisch betrachtet werden. Ausgehend von der Frage nach der Literaturvermittlung wird die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema der Ausstellbarkeit von Literatur so durch praktische Beispiele ergänzt. Die unterschiedlichen Positionen zur Literaturausstellung und ihren Objekten werden an den drei großen Typen von Literaturausstellungen verfolgt: autor- und werkzentrierte Ausstellungen, die auratische Zeugnisse präsentieren, kontextorientierte Ausstellungen und rezeptionsorientierte Ausstellungen, die auf das Lesen als sinnliches Erlebnis abzielen. In den Blick genommen werden auch Positionen der allgemeinen Museumsdebatten und aktuelle Entwicklungen des Literaturbetriebs.


Stefan Salamonsberger
”Als die Bücher blättern lernten” - Ein buchwissenschaftlicher Beitrag für die KinderUNI München

Do 12 - 14 Uhr

Die KinderUNI München organisiert kostenlose Vorlesungen und Veranstaltungen für Kinder von 8 bis 12 Jahren an allen Münchner Universitäten und Hochschulen. In Vorlesungen vermitteln Experten kindgerecht wissenschaftliche Themen und Methoden und lassen Kindern Raum, um ihre Fragen zu stellen. Die Buchwissenschaft wird sich dieses Semester zum ersten Mal an der KinderUNI München beteiligen. Ziel des Seminars ist es, eine KinderUNI-Vorlesung (Dauer: 60 Minuten) mit buchwissenschaftlichen Themen für Kinder erleb- und erfahrbar zu machen. Die Seminarteilnehmer haben zunächst die Aufgabe, unterschiedliche Wissensgebiete der Buchwissenschaft mit Fragen und anschaulichen Beispielen kindgerecht aufzubereiten und im Laufe des Kurses zu präsentieren. Gemeinsam wird dann entschieden, welches Thema bei der KinderUNI Nürnberg der Beitrag der Buchwissenschaft München wird, den Studierende und Dozent dann gemeinsam präsentieren werden.


Stefan Salamonsberger
Messekurs “Buch (wissen) stark in Frankfurt”

14-tägig, Mo 16 - 18 Uhr

Konzipieren, organisieren und repräsentieren: das Messeteam der Buchwissenschaft, die Munich Bookster, planen wieder einen starken Studiengangsauftritt auf der Buchmesse in Frankfurt. Der Kurs ist für BA- als auch für MA-Studenten geeignet, die ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit, Kreativität und Teamfähigkeit mitbringen. Zu den Aufgaben zählen: Buchung von Reise und Unterkunft, Konzeption von Veranstaltungen, Akquise von finanziellen Mitteln, Erarbeiten von Werbe- und Infomaterial und schließlich die Standbetreuung auf der Frankfurter Messe vom 19. bis 23. Oktober 2016. Darüber hinaus sollen Blog (munichbookster.wordpress.com), Facebook, Twitter und Instagram öffentlichkeitswirksam über das Team berichten. Melden Sie sich für diesen Kurs also bitte nur dann an, wenn Sie Spaß an der Konzeptentwicklung, Standbetreuung und vor allem Zeit für einen Messebesuch haben. Außer den geplanten Sitzungen im Semester können weitere Treffen im Vorfeld der Messe nötig sein.


Stefan Salamonsberger
Wie wird man zum Leser?” - Lesesozialisation im 21. Jahrhundert

Mo 18 - 20 Uhr

Der Lektürekurs setzt den Kurs Lesen im Spannungsfeld zwischen „analog“ und „digital“ vom WS 2015/16 fort. Der Schwerpunkt liegt auf der Lesesozialisationsforschung. Verschiedene Theorien und Positionen werden diskutiert und kritisch auf ihre aktuelle Relevanz hin überprüft. Weiterer Bestandteil des Kurses ist die Erarbeitung buchwissenschaftlicher Thesen und Fragestellungen auf Basis der Buchnutzungsforschung. Der Lektürekurs schließt mit einer Klausur ab.


Prof. Dr. Wilhelm Haefs / Rainer Schmitz
Der Literaturbetrieb und die Medienrevolution - Strukturen, Positionen, Perspektiven

Di 10 - 12 Uhr

Die literarische Öffentlichkeit in Deutschland in Zahlen und Fakten
Die Institutionen des Literaturbetriebs
Medienrevolution – was heißt das für die Literatur?
Wie das Netz das Schreiben verändert (Trimedialität)
Von Bestsellern, Bestsellerlisten und Ladenhütern
Literatur als Skandal, Ereignis und Inszenierung
Starmania und die Aufmerksamkeit als neue Währung
Wie kompetent, wie korrupt ist Literaturkritik?
Ersetzen Blogs, Fan-Sites, Facebook, Twitter & Co. die Literaturkritik?
Von Plagiaten und Fälschungen
Poesie und Polizei: Die Freiheit der Kunst ihre Grenzen
Political correctness und ihre Folgen in der Literatur
Von Ghostwritern und Pseudonymen


Sabine Schulz
Lektor - Redakteur - Produktmanager im Fach- und Ratgeberverlag

Blockseminar

Ein Beruf und viele Namen: Was sich dahinter verbirgt, welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Leidenschaften nötig sind, um ihn erfolgreich auszuüben, vermittelt das Seminar. Anhand der einzelnen Schritte der Buchentstehung werden sowohl die Arbeit im Lektorat wie auch die Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen eines Verlages vorgestellt.

    • Ideen und Konzepte
    • Autorenakquise und -management
    • Projektmanagement
    • Fototermine und Bildredaktion
    • Vertretertagung
    • Lizenzeinkauf und Buchmesse

Praktische Übungen sollen zuhause und im Seminar inkl. kleiner Präsentationen gemacht werden.


Ulrich Störiko-Blume
Wie funktioniert das Kinder- und Jugendbuch? – Menschen, Märkte, Medien

14-tägig, Mi 10 - 12 Uhr

Das Kinder- und Jugendbuch steht (mit seit Jahren zunehmender Tendenz) für den zweitgrößten Teilbereich des deutschen Buchmarkts. Ausgehend von der Grundidee “Kinder brauchen Bücher” und von der Rahmenbedingung, dass die Adressaten der Bücher in den meisten Fällen nicht die Käufer sind, wird die Funktionsweise des Bereichs analysiert. Vorbereitet durch einen Einblick in die Bedeutung des Lesens für Kinder (und damit für die späteren Erwachsenen) werden die Rollen in einem Kinder- und Jugendbuchverlag erarbeitet. Es folgt ein Überblick über die wichtigsten Buchtypen: Bilderbücher (das Zusammenwirken von Idee, Text und Bild), Kinderbücher (Wie aus Lesenkönnen Lesenwollen wird) und Jugendbücher/Young Adults/All-age (Lesen, was einen bewegt). Von Trivialität über solides Handwerk bis zu literarischer Finesse findet sich beim heutigen Kinder- und Jugendbuch eine große Bandbreite an Qualität. Das Selbstverständnis der Szene bewegt sich – sowohl bei den objektiven Aufgaben wie bei den subjektiven Motiven – in der Spannung zwischen immergleichen Grundbedürfnissen von Kindern und Modetrends, zwischen Überforderung und Unterschätzung. Der Blick in die Szene schließt eine Erörterung der neueren Entwicklungen und Herausforderungen ein – nicht nur, aber auch durch die Digitalisierung: Veränderungen bei Buchhandel und Verlagen sowie in den Rollen der Autoren, Lektoren und Vermittler.


Dr. Bettina Wagner
Inkunabeln: Das gedruckte Buch im 15. Jahrhundert

Blockseminar

Die Erfindung des Buchdrucks löste in der Mitte des 15. Jahrhunderts tiefgreifende Veränderungen auf dem Medienmarkt aus. Die neue Technik erlaubte es, Bücher in erheblich größerer Zahl zu produzieren als zuvor, und ermöglichte breiteren Leserkreisen den Zugang zu Texten. Mit zunehmender Zahl der Druckereien entstand zwischen den Produzenten eine starke Konkurrenz. Neue Werbestrategien und Vertriebswege waren erforderlich, um einen überregionalen Absatz von Büchern zu erreichen, und Drucker entwickelten spezialisierte Verlagsprofile oder gingen Kooperationen mit Auftraggebern ein, um bestimmte Marktsegmente zu besetzen. Ein Eindruck von diesen Prozessen und der gestalterischen und inhaltlichen Vielfalt der ältesten gedruckten Bücher ist in der Bayerischen Staatsbibliothek besonders gut zu gewinnen, da hier die größte Sammlung an Wiegendrucken weltweit aufbewahrt wird, von denen viele bereits in digitaler Reproduktion im Internet zugänglich sind. Die Übung wird sowohl Einblicke in die technischen Verfahren, mit denen im Spätmittelalter gedruckte Bücher hergestellt wurden, vermitteln, als auch Quellen zum entstehenden Buchmarkt vorstellen. Die Teilnehmer werden mit einer repräsentativen Auswahl von Druckereien, Buchtypen und Literaturgattungen vertraut gemacht und sollen anhand von Digitalisaten sowie Originalen grundlegende Fähigkeiten zum wissenschaftlichen Umgang mit Frühdrucken gewinnen. Die Übung wird teilweise in den Räumen der Staatsbibliothek durchgeführt.


Thomas Zirnbauer
Buch-PR in digitalen Zeiten

Blockseminar

Themen dieser Einführung in die Grundlagen von Verlagspressearbeit eines Publikumsverlags sind u. a.: Zwischen ‘SpiegelOnline’ und ‘Landlust’: Der Platz des Buches in der Medienlandschaft / Wer liest eigentlich noch Zeitung? Aktuelle Tendenzen der Mediennutzung / Online-PR / Wie man hineinruft... Kontaktpflege / Warum soll das jemanden interessieren? Journalistisches Denken / Talk to me: Gespräche führen / Diener vieler Herren: Die Presseabteilung als Schnittstelle / Grenzgänge: Zwischen Information und Manipulation / Telefon und Tastatur: PR-Werkzeuge / Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Die Planung von PR-Arbeit (und ihre Grenzen) / Und nicht zuletzt: Ist Pressearbeit das Richtige für mich? Leistung: Aktive mündliche und schriftliche Mitarbeit, u. a. Verfassen von Pressetexten, Übungen zu Gesprächen mit Journalisten; Prüfungsform: Klausur in der letzten Sitzung.